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News 1:18 Minichamps Porsche Taycan Turbo GT 2024

Goodbye Gewabbel!

Endlich ein Resinemodell mit vernünftigen Scheiben? Minichamps verbaut im Porsche Taycan kein Zellon-Gewabbel, sondern professionelle Kunststoffspritzguss-Scheiben. Natürlich gefällt uns das Modell generell. Aber am besten gefällt uns dieser konstruktive Fortschritt, auf den wir letztlich seit 15 Jahren warten.

Der Porsche Taycan als 1:18-Modell ist eine Wissenschaft für sich. Den einstigen Porsche-Elektro-Hoffnungsträger und Batteriebruder des Panamera erkoren, als er 2019 auf den Markt kam, etliche Modellhersteller für sich. Vor allem die Resinefraktion (beispielsweise GT Spirit, Spark) war schnell am Markt, was sich aus dem weniger hohen Konstruktionsaufwand erklärt. Den Industrieauftrag erhielt Minichamps und fuhr, was das Material angeht, zweigleisig. Die Porsche-Industriemodelle als Resineminiaturen, besonders exklusive Typen wie den Turbo GT 2024 für den Fachhandel ebenfalls, die große Menge an Fachhandelsversionen aus Diecast in sealed-Bauweise (beispielsweise Turbo S 2019 und 4S 2020). Das Gleiche gilt für den Cross Country: die Industriemodelle aus Resine, die Fachhandelsversionen sind Diecast sealed.

Porsche gönnte dem Taycan im März 2024 ein Facelift, und der neue Minichamps Turbo GT kann nur ein modifiziertes Modell sein, weil es diese Version erst seit 2024 gibt (bisher Turbo mit 680 und Turbo S mit 761 PS, nunmehr als neue Topmodelle Turbo GT mit 789 PS, bei Launch Control bis zu 1934 PS). Angekündigt Anfang 2025, wurde der Minichamps Turbo GT im März 2026 erstmals ausgeliefert, damals eher kleine Stückzahlen, schnell ausverkauft. Nun kam eine weitere Marge aus China in Aachen an und das Modell ist wieder lieferbar – zwar nicht mehr ab Werk, weil schon wieder ausverkauft, aber das Modell in Shadegreen, unser Muster, ist weiträumig bei den Händlern verfügbar. Ebenfalls ein Facelift-Modell, aber all open und aus Zinkdruckguss, kommt von Norev, ein Turbo S, zunächst für Porsche, Fachhandelsmodelle sind im Anrollen.

Minichamps verpackt das Resinemodell edler als seine Diecast-Miniaturen und montiert es serienmäßig auf einen mattschwarz lackierten, neutral gehaltenen Holzsockel, was die Wertigkeitsanmutung nochmals steigert. Wer das Modell sockellos in die Vitrine stellen möchte, muss vier Schrauben lösen, wie bei jeder normalen Styropor- oder Plastikbox auch. Uns gefällt die Standbasis und deshalb haben wir das Modell aufgesockelt fotografiert. Natürlich wäre es nett gewesen, wenn Minichamps noch eine Vitrinenhaube mitgeliefert hätte.

Resinemodell mit vernünftigen Scheiben – geht doch!

Dass Minichamps Resine-Modelle kann, wissen wir seit über zehn Jahren. Der Taycan Turbo GT macht hiervon keine Ausnahme, ein sehr gut getroffenes Modellauto. Besonders erwähnenswert ist eine konstruktive Neuerung, die den Preis nach oben treibt, aber eben auch die Qualitätsanmutung: Minichamps verbaut keine Zellon-„Wabbel-Scheiben“, sondern Kunststoffspritzguss-Scheiben. Das sind also jene Fenstereinsätze, die jedes Großserienmodell auch aufweist. Sie sind dreidimensional, formbeständig, fest, können graviert werden – schlichtweg professionelle, transparente Kunststoffspritzteile. Natürlich treibt das die Konstruktions- und Fertigungskosten in die Höhe. Kunststoffspritzteile werden in einer gehärteten Werkzeugform hergestellt. Für Zellonscheiben benötigt mach eben transparentes Zellon und eine Stanzmaschine. Wenn alle Resinemodelle derartige Scheiben hätten wie der Taycan von Minichamps, dann hätte die vielfache Aversion der Sammler gegenüber Resinemodellen keine Grundlage mehr, dann wäre die Anmutung eines Resinemodells kaum mehr anders als jene eines Diecast-sealed-Modells, dann würden sich bei den Resinern nicht mehr im Laufe der Jahre die verklebten Scheiben aus ihrem Bett lösen – dann wäre schlichtweg ein Missstand zu Ende, den wir seit der Heraufkunft der 1:18-Resine-Modelle ums Jahr 2010 beklagen.

Darüber hinaus verfügt der Minichamps Taycan über etliche weitere Tugenden. Formal ist er bestens getroffen, er trägt den Carbon-Heckflügel mit seitlicher „Weissach“-Bedruckung (denn er trägt das Weissach-Paket); die mattgoldenen Turbo-GT-Felgen (Farbton: Neodyme) geben den Blick auf Bremssättel in der Farbe Victory Gold mit „Porsche“-Beschriftung und fotogeätzte und gelochte Bremsscheiben (im Original: Keramik) frei, hübsch sind die gravierten Parksensoren und der Heckklappentaster, die Seitenblinker und Heckreflektoren sind separat eingesetzte Teile und wir haben auch den Eindruck, die Türgriffe seien einzeln eingesetzt. Hinten trägt der Taycan ein Händlerkennzeichen, endlich mal keine Minichamps-typische, unbeschriftete, schwarze Platte. Und dann noch Turbonit. Das ist ein edel-metallischer Farbton mit dezentem, bronzefarbenem Unterton und seidenmatter Deckschicht. Turbonit verwendet ihn an Details der Taycan-Topmodelle als feines Unterscheidungsmerkmal zu den anderen Varianten – so am Porsche Wappen an der Front und auf den Felgen (ersetzt das klassische Gold), am Heckschriftzug, an Zierelementen und der Einfassung der Seitenscheiben. Auch innen findet Turbonit Verwendung, nicht aber beim Minichamps-Modell, das innen nichts als schwarz ist. Lediglich an den Gurten der Vordersitze können wir Turbonit ausmachen. Hinten gibt es keine Gurte. Hinten gibt es auch keine Sitzbank. Aus Gewichtsgründen. Der Porsche Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket ist ein Viertürer mit zwei Sitzplätzen. Darüber könnte man spotten. Man kann es aber auch sein lassen, denn das Weissach-Paket ist eine aufpreisfreie Option, die man bestellen kann oder auch nicht. Als kleines Extra gönnt Minichamps dem Modell in Karosseriefarbe lackierte Außenspiegel mit schwarzem Fuß. Der Außenlack Shadegreenmetallic macht den Taycan 3510 Euro teurer – wer damit den 911 Dakar assoziiert, hat recht. An ihm wurde Shadegreen erstmals gezeigt.

Der Turbo GT trägt das Weissach-Paket und speckt dadurch rund 75 Kilo ab, hauptsächlich durch Wegfall der Rücksitzbank und Komfortfeatures innen. Außerdem gehören der Heckflügel und Frontflicks zum Weissach-Paket. Gegenüber dem Turbo GT ohne Weissach-Paket ist er 15 km/h schneller, was eher belanglos wäre, würde er nicht dadurch die magische 300er-Schwelle überschreiten (Vmax 305 km/h).

Der Minichamps Taycan Turbo GT ist ein edel gemachtes Resine-Modell, wäre aber eines von vielen edlen Resine-Modellen, verfügte er nicht über feste Fensterscheiben. Das beeindruckt uns und das wünschen wir uns ganz einfach und ganz naiv für alle künftigen Resine-Modelle – von Minichamps und von allen anderen Herstellern.

afs

Aus dem Hoffnungsträger wurde ein Ladenhüter. Anfangs verkaufte sich der Taycan recht gut. 2020 wurden 30.000 Stück produziert, im Folgejahr sogar fast 40.000. Das blieb halbwegs stabil, halbierte sich jedoch im Jahr 2024: Grund: Chinageschäft, Trump-Zölle und die Tatsache, dass die Elektrofraktion in diesen Sphären überschaubar groß ist. Wer einen Elektro-Porsche will, hat nun einen und braucht keinen mehr.
Modellfotos: bat

Steckbrief:

Minichamps 117069400 Porsche Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket 2024 Shadegreen. Fertigmodell Resine, Maßstab 1:18. UVP 209,95 Euro.