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News 1:18 Ottomobile Ford Escort ’95 WRC Rallye Catalunya 1997

Eilig konstruiert und trotzdem erfolgreich

Nicht nur den Ford Focus gab es als Rallye-WRC-Fahrzeug. Auch den Escort der letzten Generation in den Saisonen 1997/98. Er blieb wegen nur zweier Einsatzjahre und seiner Titellosigkeit kaum in Erinnerung. Ottomobile weckt das verborgene Andenken mit Carlos Sainz’ Repsol-Escort bei der Rallye Catalunya 1997.

Es kam zu keinem Titel. Ford schaffte, trotzdem Sierra und Escort auf den Pisten kämpfte, keinen Marken- oder Fahrertitel in der Saison 1997. Der letzte Escort (also vor dem Focus), der Escort ’95 als RS Cosworth, wurde zum WRC-Fahrzeug gepimpt, von M-Sport im Auftrag des Ford World Rally Teams für die Rallye-Weltmeisterschaft entwickelt und homologiert. 1999 wurde der Escort WRC vom Focus WRC abgelöst, der mehr Fortune haben sollte. Der Escort WRC war eine rein britische Angelegenheit. Er war das erste Resultat der bis heute andauernden Partnerschaft zwischen Ford-England und M-Sport, einem Motorsport-Ingenieurunternehmen in Dovenby Hall, gegründet vom Rallyefahrer Malcolm Wilson und von Ford engagiert, seitdem der Konzern Mitte der 90er Jahre seine Werksmotorsport-Abteilung geschlossen hatte. Der M-Sport-Erstling, der Escort WRC, war ein ziemlich eilig zusammengeschustertes Auto ohne allzu große Chancen. Immerhin schaffte es Wilson für Ford, einen Wagen zu konstruieren, der zwei Siege herausfuhr, bei der Rallye Griechenland und in Indonesien, was dem kleinen Team den Titel des Vizemeisters der Hersteller einbrachte. Die beiden Rallyes gingen kurioserweise genau gleich aus: Sieg für Carlos Sainz mit Co Luis Maya, zweiter Platz ebenfalls für den Escort WRC, pilotiert von Juha Kankkunen/Juha Repo, sowohl bei der Acropolis Rallye im Juni als auch bei der Rally of Indonesia im September.

Aber Ottomobile entschied sich nicht für ein Siegerfahrzeug. Vielmehr wird der Escort WRC miniaturisiert, wie er bei der Rallye Catalunya an der Costa Brava teilnahm, und da schaffte das Duo Sainz/Maya den zehnten Platz (aber nicht mal zehn Minütchen hinter dem Sieger im Mitsubishi Lancer Evo IV).

Carlos Sainz, zweifacher Rallye-Weltmeister 1990 und 1992, wollte in seiner zweiten Saison bei Ford im Escort WRC um seinen dritten Titel kämpfen. In Spanien, auf heimischem Grund, focht „El Matador“ nach zwei zweiten Plätzen (Monte Carlo und Schweden) und zwei aufeinander folgenden Ausfällen (Safari und Portugal) endlich um den Sieg. Doch die zweiradgetriebenen Kit-Cars spielten zunächst vor den WRC-Fahrzeugen mit Allrad: Ein Peugeot 306 vor den Profis Colin McRae und Piero Liatti im Subaru Impreza sowie Tommi Mäkinen im Mitsubishi Lancer. Gilles Panizzi in seinem Peugeot führte fünf Wertungsprüfungen lang, bevor er einen Reifenschaden erlitt. Bei Ford war der Beginn der Rallye kompliziert und wurde kaum besser. Armin Schwarz mit Denis Giraudet musste wegen gebrochener Antriebswelle aufgeben. Sainz wurde etwas später vom gleichen Problem heimgesucht, schaffte es aber dennoch in den Parc Fermé. Er fiel auf den zwölften Platz zurück. Der letzte Rallye-Tag war geprägt von einem großartigen Duell zwischen Tommi Mäkinen (Mitsubishi) und Pierro Liatti (Subaru), das der Finne ganz knapp vor dem Italiener gewann. Gilles Panizzi klettert mit seinem Peugeot 306 wieder auf das Podium (Rang 3), direkt vor McRae. Carlos Sainz gelang es, mit knapp zehn Minuten Rückstand auf den Sieger Mäkinen wieder in die Top Ten vorzustoßen und sein Escort WRC bewies, ein konkurrenzfähiges Auto zu sein.

Nur zwei Saisonen rallyete der Escort WRC, dann begann der Siegeszug des Focus WRC. Schön also, dass sich Ottomobile des letzten Escort im Rallye-Trimm angenommen hat. Er steht seinen Haus- und Artgenossen in nichts nach, ein hervorragend gestyltes und verarbeitetes Resinemodell in einer optisch attraktiven und handwerklich perfekten Lackierung, gleicher Glanzgrad über die Farbgrenzen hinweg – dank Klarlacküberzug. Noch vollkommener wäre es gewesen, wenn Ottomobile den Klarlack nach Anbringen der Decals gesprayt hätte, denn dann wären diese gleich mit versiegelt worden. Ansonsten: vorbildgetreue Recherche, innen volles Rallyeprogramm mit Bügel, Schalensitzen, nacktem Blech, Feuerlöscher, Reserverad statt Rücksitzbank, spezifisches Armaturenbrett, auf dem Dach drei Antennen, und sehr schön ist die Dekoration der weißen Alus, nicht nur mit der doppelten Ford-Pflaume, sondern auch mit rotem „OZ Racing“-Schriftzug. Ebenfalls klasse: Hinter der linken hinteren Seitenscheibe hängt, gut sichtbar und regelkonform, die „Biographie“ von Fahrer und Beifahrer am Überrollbügel, gut lesbar für Erstretter im Falle eines (Un-) Falles. Also wieder mal ein Otto-Mobil nach allen Regeln der Kunst.

afs

Schön bunt: Escort WRC im Repsol-Look. Repsol ist ein großer, spanischer Erdölkonzern, in Spanien Marktführer in Sachen Erdöl sowie Erdgas und mit Motoröl natürlich ein Auto-Zulieferer. Repsol sponserte Ford, Mitsubishi und Seat sowie in der Motorrad-WM Honda.
Modellfotos: bat
Museumsstück: ein eher typisierter Escort WRC, zwar im Repsol-Look, aber nicht im Rallye-Zustand. Statt „Repsol“ ist „Reject my Car“ zu lesen, also „Ich lehne mein Auto ab“.
Fotos: Calreyn88

Steckbrief:

Ottomobile OT1179 Ford Escort WRC Rallye Catalunya 1997. Fertigmodell Resine, Maßstab 1:18. Auflage 2000 Exemplare. Preis ca. 100 Euro.