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News 1:43 Ixo Fiat 127 1972

Freude mit einem Hauch an Tragik

Ein Fiat 127 von Ixo in 1:43. Eigentlich unspektakulär. Und doch nicht… Der 127 war ebenso wegweisend wie prägend. Außer Ixo hat ihn in 1:43 momentan nur noch Brumm im Angebot, und der ist doppelt so teuer bei schlechter getroffenen Proportionen. Also her mit dem kleinen Ixo-127er!

In seinem Segment legte er den Größenstandard fest. Fiat definierte den Kleinwagen der Zukunft. Was er ablöste, war heillos von gestern: eng, heckmotorig, der Fiat 850. Dagegen der 127er: Frontmotor, quer eingebaut, Frontantrieb, geringes Gewicht, schräges Heck mit großer Klappe (zunächst nicht, sondern kleiner Deckel, aber die Klappe kam bald), kein Zentimeter verschenkt, vor allem innen nicht. Das Motörchen mit 903 cm³ und 47 PS. Das war ein Kleinwagen. Der Kleinwagen der Zukunft. Ein Jahr später kam Renault und baute auch so etwas, den R5. Und die Kleinen wurden gekauft, gekauft, gekauft. Die deutschen Hersteller guckten dumm aus der Wäsche, bis sie endlich aufwachten.

Das ist alles hinlänglich bekannt. Weniger bekannt mag die Tragik in der Vita des Fiat-127-Designers Pio Manzù sein. Er war der Zögling des legendären Fiat-Entwicklungschefs und 127-Konstrukteurs Dante Giacosa und Absolvent der Hochschule für Gestaltung in Ulm, zeichnete die Karosserie, aber erlebte seinen Erfolg nicht. Auf dem Weg zur Präsentation der finalen Entwürfe vor dem Fiat-Direktorium verunglückte der geniale Nachwuchs-Designer am 26. Mai 1969 tödlich. Giacosa hätte Manzù, berühmt geworden durch seine mit Fritz B. Busch und Michael Conrad gegründete Autodesigngruppe Autonova (Autonova Fam und GT) gerne bei Fiat eingeführt, aber dort war man allen externen Mitarbeitern gegenüber sehr skeptisch eingestellt. Giacosa musste richtig massiv werden, um Manzùs Designentwurf den Fiat-Oberen schmackhaft zu machen. Und was für ein Erfolg der Fiat 127 wurde! Sein einziger „Konstruktionsfehler“ war anfangs die fehlende Heckklappe, die erst im März 1972 als Alternative kam (als Reaktion auf den Renault 5). Geboren wurde der 127 mit kleinem Kofferraumdeckel. Aber diesen Fehler machte man selbst acht Jahre später noch. Der Opel Kadett D wurde ebenfalls mit kleinem Kofferraumdeckel angeboten, wenngleich kaum jemand diese Version kaufte.

Ixo macht die Version mit großer Heckklappe, also das Modell 1972 bis 1977, die Urversion, die schneller wegrostete, als man Salz streuen konnte. Fiat hatte damals das Lada-Werk in der UdSSR gebaut und wurde dafür mit Blech bezahlt. Schlimmem Blech, recyceltem Schrottblech, das Generationen von Fiat rosten ließ, das Fiat-Image nachhaltig ruinierte und die 127er-Bestände vorschnell eliminierte. Das Modell trägt einen verchromten linken Außenspiegel, was insofern erwähnenswert ist, als die italienische Straßenverkehrsordnung dies zu 127-Zeiten noch nicht vorschrieb. Die Farbe heißt Verde Muschio (deutsch: Moosgrün) und war auf dem Fiat 127 sowie dem winzigen 126 recht populär, auch die letzten „echten“ 500er sind in Verde Muschio in Erinnerung. Eine typische 70er-Jahre-Farbe eben, sehr intensiv. Immer wieder schön ist, dass Ixo für die Innenräume nicht standardisiertes schwarzes Plastik verwendet, sondern mit Farben spielt, und so trägt der 127er ein hellbraunes Interieur, das nicht naturbelassen, sondern lackiert ist. Das wertet ein Modellauto ungemein auf – vor allem dann, wenn es nur 25 Euro kostet.

afs

Natürlich war die große Heckklappe, lieferbar ab 1972 als Reaktion auf den Renault 5, das einzig Wahre für den Fiat 127. Welchen Sinn ergibt bei einem Schrägheck-Kleinwagen ein kleiner Kofferraumdeckel? Gar keinen!
Modellfotos: bat
So schön glänzend sah man den Fiat 127 nahezu nur als Neuwagen auf dem Händlerhof. Dieses konkrete Exemplar wurde 2009 aufgenommen und glänzt hoffentlich heute noch genauso schön.
Foto: Thomas Doerfer

Steckbrief:

Ixo CLC607N Fiat 127 1972 grün. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:43. UVP 24,95 Euro.