Schwarzes Teufelchen
1990 stand die Rallye Monte Carlo im Lichte des Lancia Delta Integrale: Auf den ersten zwölf Plätzen alleine fünf Lancia Delta, Sieger Didier Auriol, dann die Plätze 3, 4, 6 und 10. Den dritten Platz errang Massimo „Miki“ Biasion, der 1988 und 1989 auf Lancia Delta die Rallye-Weltmeisterschaft gewonnen hatte, zusammen mit seinem Copiloten Tiziano Siviero. Biasion hat sich Solido auserkoren, um einige Hommage-Fahrzeuge zu lancieren, also Wagen, die bei historischen Veranstaltungen antreten und an reale Fahrzeuge vergangener Zeiten erinnern, sehr nett gemacht. Solido will damit auf dem italienischen Markt reüssieren, wo Biasion in guter Erinnerung ist. Er war für das Lancia-Werksteam als Nachfolger des tödlich verunglückten Henri Toivonen sehr wichtig. Dennoch verließ er Lancia nach seinen beiden WM-Titeln und wechselte zu Ford, wo er aber weder glücklich noch erfolgreich war. 1994 hängte er nach nur einem Sieg auf Ford (Rallye Akropolis 1993) seine Karriere an den Nagel. Das machte ihn aber noch unglücklicher, und so kehrte er zurück – diesmal am Steuer eines Iveco-Lasters: In Folge gewann er 1998 und 1999 die World Truck Championship, und 2012 absolvierte er auf Iveco sogar die Rallye Dakar. Den Italienern in Erinnerung blieb er als Lancia-Werksfahrer (Team Martini Racing) auf 037 in seinem Debütjahr 1986, und dann bis 1991 auf Lancia Delta, erst HF 4WD, dann Integrale, zuletzt Integrale 16V. Die waren allesamt weiß mit Martini-Dekoration.
Solido macht sein Hommage-Modell von 2023 schwarz und dekoriert es im Martini-Look, was gut aussieht, richtig teuflisch. Solido spendiert ihm die Startnummer 1, Biasions Türaufkleber bei der Monte 1990. An den hinteren Seitenscheiben stehen die Namen von Pilot und Copilot dieses Rallyeautos, Andrea Sacco und Alessandro Ollero, die damit bei der Martini Rally Vintage, einer nicht wettbewerbsorientierten Rallye von Fahrzeugen im Martini-Design, antreten. Ansonsten ist der Lancia lediglich eine Farbvariante des bekannten Solido-Modells. Eines aber wundert uns sehr. Wenn Solido schon eine Hommage-Reihe auflegt, warum wird der Name dann falsch geschrieben? Solido spricht von „Tribut to Biason“. Der Fahrer heißt aber Biasion, mit einem i zwischen dem s und dem o. Eine Grundsatzregel für Journalisten lautet: „Man darf alles falsch schreiben, aber niemals einen Namen.“ Dies sollte sich Solido zu Herzen nehmen.
afs


Modellfotos: bat

Foto: Morgado
Steckbrief:
Solido S1807809 Lancia Delta HF Integrale 16V “Tribute to Biasion” 1990/2023 (A. Sacco/A. Ollero, # 1). Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP 54,95 Euro.