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News 1:18 KK-Scale Ferrari 330 GT 2+2 1964

Distinguiertes Erscheinungsbild

Reichtum und Wohlstand gab es zu allen Zeiten. Ihre Ausdrucksformen finden sie oft in außerordentlichen Objekten von Kunst, Architektur und seit der Erfindung des Automobils auch in extravaganten Fahrzeugen. Da Geschmack bekanntlich sehr individuell ist und dadurch auch gewisse Rückschlüsse auf das allgemeine kulturelle Niveau der betreffenden Person erlaubt, darf sich der Betrachter auch eine der eigenen Einstellung gemäße, höchst persönliche Meinung bilden, die er sich auf dem lebenslangen kulturellen und manchmal auch professionellen Bildungsprozess angeeignet hat. So machen es auch wir.

Der Ferrari 330 GT von 1964 ist unser heutiger Gegenstand der Caramini-Betrachtung. Er fuhr uns im nordportugiesischen Porto unvermittelt in das Blickfeld. Dies geschah in einem ruhigen, sehr gepflegten Villenviertel mit auffällig vielen modernen Gebäuden aus den 20er Jahren, die in ihrem souverän zurückhaltenden Baustil vom Wohlstand und Geschmack ihrer seinerzeitigen Erbauer kündeten. Das viersitzige Coupé rollte entspannt und ohne Aufsehen zu erregen gelassen dahin, vielleicht auf dem Weg in ein Restaurant, denn es war Mittagszeit.

Für jemanden, der seine Beziehung zum Thema Automobil in den 60er Jahren entwickelt hat, war es dennoch spektakulär. Denn abgesehen von der Seltenheit und dem unerwarteten Auftauchen, ist auch heute noch die unerhörte Schlichtheit des Designs und die Filigranität der Details bemerkenswert, womit wir wieder beim Ausgangspunkt unserer Betrachtung angekommen sind. Reichtum kann sich in vielen Nuancen äußern. Die reichen von zurückhaltender Noblesse über selbstverliebten Snobismus bis zu unverhohlen zur Schau gestelltem neureichem und prolligem Exhibitionismus. Für alles gibt es automobile Ausdrucksformen. Während die Gesellschaft heute eher exhibitionistisch unterwegs ist, zeugt das Design des 330 GT von der zurückhaltenden und gleichzeitig außerordentlich fundierten Könnerschaft der italienischen Karosseriebauer jener Zeit, in diesem Falle dem Hause Pininfarina. Also keine Extravaganzen? Doch, die zur Mitte hin abfallende Verkleidung der Doppelscheinwerfer war umstritten und sorgte für den Spitznamen „der Chinese“. 1966 wurde dieses Detail zugunsten klassischer Einzelscheinwerfer aufgegeben – schade, es war kein Fortschritt.

Das Modell von KK-Scale, in 1:18 und all closed ausgeführt, trifft den Charakter des Wagens mit erstaunlicher Präzision. Auch der Innenraum lässt sich durch die zeitgenössisch großen, sehr klaren Seitenscheiben bestens betrachten und vermittelt dank der überhaupt nicht spielzeughaften Oberflächen von Sitzen, Türverkleidungen und Armaturenbrett eine große Authentizität. Der satt glänzende Lack und die fein bedruckten Chromleisten tun ein Übriges. Die Wiederauflage dieses schönen Modells trägt eine neue Generation von Speichenrädern als sehr fein ausgeführte Ätzteile. Der neue Goldton steht dem Auto besser als das übliche Ferrarirot. Er transportiert die Distinguiertheit des Erscheinungsbildes auf perfekte Weise.

mh

Es geht auch ohne zu öffnende Türen und Hauben, wenn eine schöne Form gut getroffen ist. Das ist sie in diesem Falle. Wichtig ist vor allem, dass der Modellhersteller im Bereich der Originale gut vernetzt ist und seine Modellentwickler ein Gespür für das richtige Erscheinungsbild haben.

Steckbrief:

KK-Scale 180426 Ferrari 330 GT 2+2 1964 goldmetallic. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP 79,95 €.