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News 1:18 MCG BMW 2000 Tilux 1966

Schon soooo groß!

Rechtzeitig zum zehnten Geburtstag der Marke bringt MCG seinen damaligen Erstling erneut, den BMW 2000 der Neuen Klasse, nunmehr sogar mit sportlichen Alufelgen. Und der BMW selber feiert auch. Er wird 60 Jahre alt.

Mit dem zehnten Geburtstag tritt eine neue Lebensphase ein. Das zehnjährige Kind gehört nun zu den großen Kindern, nicht mehr zu den kleinen, beginnt, eigene Verantwortung zu übernehmen und tritt in die weiterführende Schule über. Nach der Einschulung ist dieses Lebensjahr der zweite bedeutsame Einschnitt in das junge Leben, an das man sich noch als Erwachsener erinnert.

MCG wird dieses Jahr auch zehn Jahre alt. Das Kürzel steht für „Model Car Group“ und ist eine von vielen Eigenmarken des Modellautogroßhändlers Model Car World, die unter dem Gründer und damaligen Chef Klaus Kiunke gegründet wurden. Kiunke baute MCW zu einem richtigen Konzern aus, kaufte Marken auf, gründete eigene. Seit seinem schrittweisen Rückzug von MCG 2021 haben sich die Parameter geändert. MCG pflegt seither weit weniger Eigenmarken, hat sich aus etlichen Produktionsteilbereichen vollständig oder weitgehend zurückgezogen, intensiviert andere, hat keine Marke mehr dazugekauft. Zu den überlebenden Eigenmarken gehört MCG, 1:18-Modelle, die bei unterschiedlichen Herstellern in Auftrag gegeben werden und somit auch unterschiedlicher Qualität sind, rundum geschlossen, Geradeausläufer, funktionslos außer, dass sie rollen können. MCG zeichnet sich seit jeher durch eine interessante Vorbildauswahl aus, miniaturisiert Vorbilder, welche andere Hersteller negiert haben, bringt teilweise preiswerte Alternativen zu existenten, teuren all-open-Modellen, und in jüngster Zeit konzentriert sich MCG auf Youngtimer und erfreut vor allem die Opel-Fraktion.

Die ersten beiden MCG-Modelle im Sommer 2016 waren der BMW 2000 und der Chevrolet Caprice Classic, und von Anfang an gab es auch Varianten, den BMW als Polizei-Streifenwagen und den Chevy als New-York-Taxi. Damals, vor zehn Jahren, existierte die Caramini als gedrucktes Magazin, und der Autor dieser Zeilen stellte das Duo mit gemischten Gefühlen vor. Beide Modelle stammen von Bernard Peres’ Firma Ixo/Sonic, und während der BMW formal hervorragend gelungen war und qualitativ überzeugen konnte, wirkte der Chevrolet einfach nur billig. Und billig ist etwas ganz Anderes als preiswert! Preiswert waren die Modelle damals, sie kosteten rund 50 Euro. Heute liegt der MCG BMW bei 65 Euro, was der üblichen Teuerung entspricht, was auch dem üblichen Preis für derartige sealed-Modelle entspricht, marken- und herstellerübergreifend.

Was Ixo/Sonic vor über zehn Jahren schuf, ist noch heute zeitgemäß im 1:18-Budget-Bereich (was belegt, dass dieser sich nicht weiter entwickelte), und letztlich handelt es sich konstruktiv um ein hochgezirkeltes 1:43-Modell. Denn diese Art von 18ern kann nichts besser und mehr als ein 43er. Es sind dieselben Anbauteile verchromt und dieselben Chromteile nur gesilbert wie beim 43er, die Innenausstattung ist auf demselben Niveau, die Detaillierung des Unterbodens mit separatem Auspuffendtopf ebenso. Das ist nicht abwertend gemeint, denn Modelle in 1:43 können ganz hervorragend gemacht sein. Aber in 1:18 erwartet der Sammler eigentlich ein Plus an Details. Das bekommt er hier nicht. Aber er erhält einen grundsoliden BMW ohne Schwächen, der formal und proportional hundertprozentig stimmt. Als separate Teile trägt er die die Stoßstangen, die Grill/Scheinwerfer-Einheit, die Zierblende/Rückleuchten-Einheit, den Außenspiegel, vier Türgriffe sowie die Vorderblinker. Die Zierleisten an den Flanken sowie die Fensterumrahmungen sind gesilbert, aber dreidimensional dargestellt, weil die Scheiben natürlich aus Hartplastik gefertigt sind. Das Interieur beginnt ab der Fensterunterkante, schwarz beim roten und braun beim dunkelgrünen Auto, jeweils mit Holzleisten an den Türverkleidungen und am Armaturenbrett bedruckt, Griffe gesilbert, hübsches Lenkrad mit Hupring. Die Fenstersäulen innen wurden so wenig mit Farbe bedacht wie der Dachhimmel, das erstrahlt in Karosseriefarbe. MCG hat zwei Felgentypen im Angebot, und beide sind sehr schön gemacht. Die Stahlfelgen mit zweiteiligen Radkappen tragen vorbildgerecht einen verchromten Deckel in der Mitte, während die äußeren Radzierringe etwas matter sind, im Zentrum das BMW-Logo (das sich auch vorne und hinten an der Karosserie als Druck findet). Die Alpina-Felgen mit durchbrochenen Speichen gefallen uns auch, Nabenkappe in Schwarz, Radmutter als silberne Pünktchen, ebenfalls BMW-Logo mittig.

Von Wilhelm Hofmeister mit Hofmeister-Knick

Der BMW 2000 ist die modifizierte Version der ursprünglichen „Neuen Klasse“ (Design: Wilhelm Hofmeister, der den „Hofmeister-Knick“ an der C-Säule erfand), ab 1962 zehn Jahre lang gebaut und Vorgänger des ersten Fünfers (E12). Als BMW 2000 mit magischen 100 PS erschien er 1966, gekennzeichnet von breiten, rechteckigen Scheinwerfern und vergrößerten Heckleuchten, bald auch als 2000 TI mit 120 PS dank Doppelvergasern, allerdings mit den Rundscheinwerfern und kleinen Rückleuchten des 1800ers. Das kombinierte BMW beim 2000 Tilux, der die Karosseriemodifikationen mit dem 120-PS-Motor verband. Ende 1969 wurde der 2000 Tilux durch den 2000 tii ersetzt, nunmehr 130 PS dank Kugelfischer-Einspritzung. Die „Neue Klasse“ hatte schon immer einen sportlichen Charakter, und so motzten sie die Fahrer auch gerne ein wenig auf, beispielsweise mit Tiefbett-Stahlfelgen wegen breiterer Reifen, auch mit Minilite-Alus und, nach deren Erscheinen und Freigabe, natürlich mit Alpina-Felgen. Somit sind die Alpina-Felgen auf dem roten Tilux zwar keine werksseitig angebotene Option, durchaus aber denkbar – zumindest an einem Gebrauchtwagen. Einen kleinen Recherchefehler kreiden wir MCG an: Der 2000 Tilux hatte einen Chromgrill. MCG schwärzt ihn, doch der schwarze Grill ist das optische Attribut seines Nachfolgers 2000 tii. Die beiden Farben benennen wir als Malaga (rot) und Agave (dunkelgrün), aber mit eingeschränkter Gewähr, weil wir keine BMW-Farbkarte aus dieser Zeit haben, und Internet-Informationen sind bekanntlich mit Vorsicht zu genießen.

Es ist schön, dass MCG den „alten“ 2000er wieder aufleben lässt und ihn sogar mit Alufelgen aufwertet – rechtzeitig zum zehnten Geburtstag der Marke MCG und des Modells. Aber das dürfte Zufall sein. Bei Model Car World hat seit Klaus Kiunkes Demission das Management sehr häufig gewechselt. Da ist wohl kaum mehr jemand seit Anbeginn dabei, der sich solcher Geburtstage erinnert und sie zelebriert.

afs

Eine klassische Limousine, von Ixo/Sonic für MCG professionell, aber ohne Höhepunkte wiedergegeben: Der BMW 2000 feiert, ebenso wie sein Label MCG, 2026 seinen zehnten Geburtstag.
Modellfotos: bat
Was Model Car World bei den kleinen PCX87-Modellen kann, sollte beim Label MCG in 1:18 kein Problem darstellen: unterschiedliche Felgen für unterschiedliche Versionen.
Ein Garagenfund aus den Niederlanden, 2023 nach 50jährigem Dornröschenschlaf erweckt und somit im Zustand von 1973, als er ein vier- oder fünfjähriger Gebrauchtwagen war. Sportliche Felgen am BMW 2000 waren damals gang und gäbe, aber was nach schicken ATS-Classic-Felgen aussieht, scheint eher ein billiger Nachguss zu sein.
Fotos: afs

Steckbrief:

MCG 542 BMW 2000 Tilux 1966 dunkelgrün mit Serien-Stahlfelgen und 543 dito rot mit Alpina-Alufelgen. Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP je 64,95 Euro.