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News 1:18 MCG BMW 518 1974 und 520i 1972

Die Farben der 70er

So was von 70er! Inka und Fjord, Knallorange und Blaumetallic, so bringt MCG seinen schön gemachten 5er der Baureihe E12 – Paul Braqcs Erstling bei BMW, dem einige in derselben Formensprache folgen sollten. Um die Farbenexplosion komplett zu machen, fehlen nun noch Golf und Taiga.

Als Schuco noch Schuco war, vor dem Konkurs 1976, gab es eine schöne 1:43-Serie moderner, deutscher Personenwagen in einer sehr speziellen Machart. Vordertüren und Hauben gingen auf, separate Chromteile, schnell laufende Räder an nadeldünnen Achsen, aber immerhin mit typspezifischen Felgen, und die Modelle waren zerlegbar. Meist begann der Prozess mit dem Herausziehen der hinteren Stoßstange, und bei der Montage endete er damit. In dieser Serie gab es den BMW E12 als 520 und als 525, somit mit unterschiedlicher Motorhaube (mit/ohne Proturberanz), der 520er in Inkaorange, der 525 in Fjordblaumetallic. Schuco machte auch Einsatzfahrzeuge, die Werkzeuge mussten ja ausgeschlachtet werden, 520 als Polizei-Streifenwagen im Bayern-Design mit minzgrüner Bauchbinde und Einzelblaulicht, Notarztwagen mit zwei Blaulichtern und Fanfare auf dem Dach.

MCG brachte jüngst seinen schönen 5er E12 in ebenfalls neuen Farben, und es sind just jene beiden, welche auch die zeitgenössischen Schuco-Miniaturen trugen: Inka 022 für den 520i und Fjordmetallic 037 für den 518. Das kann Zufall sein. Es ist aber auch möglich, dass sich der Produktverantwortliche seiner Kindheit und der Schuco-Modelle entsann. Egal – es ist jedenfalls ein nettes Ereignis und motivierte uns, für ein Foto die beiden Schucos herauszusuchen. Denn über den MCG Fünfer gibt es nicht allzu viel zu sagen, da es sich eben „nur“ um eine Farbvariante eines altbekannten Modells handelt, erstmals 2020 erschienen. Die Motorhauben bei MCG variieren nicht (wie auch, die Modelle sind sealed), somit kann MCG nur vierzylindrige E12 machen, aber es gibt zwei Felgenversionen im Sortiment. Der Eigentümer des 518 investierte zwar in Metallicklack, beließ es aber bei den Stahlfelgen mit kleinen Chromradkappen, der 520i-Fahrer gönnte sich Alus im Alpina-Stil, und beiden war ein schwarzes Interieur sportlich und/oder elegant genug. Das Schöne an schwarzen Innenausstattungen ist, dass sie zu jedem Außenlack passen, das Unschöne ist, dass sie schwarz sind und somit kaum etwas von sich preisgeben.

Der MCG-Fünfer war und ist ein formal gut getroffenes Modell. Irritierend ist die Position der beiden Außenrückspiegel, sehr weit hinten auf dem Türblatt. Aber das war tatsächlich so beim Ur-Fünfer der ersten Serie. Es mag deshalb verwirren, weil vor dem geistigen Auge eher die späteren E12 stehen, deren Spiegelposition verändert wurde. Rundum schön, vor allem in diesen typischen 70er-Jahre-Farben. Und jammerschade, dass MCG-Modelle nicht lenkbar sind. Eingeschlagene Räder sind in der Vitrine eben immer ein Clou.

afs

Die erste Kreation von Paul Bracq für BMW war der E12, und etliche weitere sollten folgen. Immerhin 40 Pferde trennen den 518 (90 PS) vom 520i (130 PS). Und das war nicht das Ende der Fahnenstange: Der 528i kam auf 184 PS und somit war der stärkste (Volumen-) Fünfer um fast 100 PS kräftiger als der schwächste. Ein breites Spektrum!
Modellfotos: bat
Zwei Haifischnasen blicken sich an und offenbaren ihr unterschiedliches Räderwerk.
Als Schuco noch Schuco war und kurz bevor Inhaber Werner Müller, der Sohn des zweiten Firmengründers Heinrich Müller, den Betrieb im Drogenrausch an die Wand fuhr: zwei zeitgenössische 43er, 520 und 525 mit unterschiedlichen Hauben, in Inka und Fjordmetallic.

Steckbrief:

MCG 541 BMW 518 E12 1974 mit Stahlfelgen hellblaumetallic und 540 BMW 520i 1972 mit Alufelgen orange. Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP je 64,95 Euro.