Gefällig unauffällig
Mit knackigen 150 PS war der Vectra A 2000 16V das Vectra-Topmodell, mit oder ohne 4×4. MCG erfüllt der Opel-Fraktion einen lange gehegten Wunsch mit dem Vectra A und bringt ihn gleich in drei Farbvarianten, zwei Serienautos und eine Tuningversion in Brokatgelb Metallic.
Mit dem MCG Vectra sind wir spät dran. Das liegt daran, dass wir ihn in zwei Farben zeigen wollten, aber eine davon sehr rasch ausverkauft war. MCG musste nachproduzieren lassen. Das spricht schon mal für das Modell. Oder, nein, wir schränken diese Aussage sogleich ein: Es spricht für die Attraktivität des Vorbildes unter Sammlern, also für die gelungene Vorbildauswahl von MCG. Aber, um das Fazit vorwegzunehmen: Es spricht auch für das Modell. Ein guter Vectra A mit einem kleinen Defizit, das MCG versprochen hat, bei künftigen Auflagen ausmerzen zu wollen.
Der Vectra A gehört, wie beispielsweise der Passat oder Audi 80, zu den Durchschnittsautos, die in immenser Stückzahl auf den Straßen waren und an die sich heute die eher jüngere Generation der Sammler gerne erinnert. Sie saßen als Kind auf dem Rücksitz oder hatten einen Vectra A als erstes oder zweites Auto. Außerdem ließ er sich so schön als Boy Racer tunen, Irmscher bot gar wundervolle Teile im Einzelverkauf an, vom Spoiler über Alufelgen bis hin zu Motortuning. Der Vectra A ist also in guter Erinnerung, und deshalb wollen ihn die Opel-Fans haben. Sie bekommen ihn von MCG in deren typischer Form, ein sealed Modell ohne Lenkung, aber in Variationen: unterschiedliche Heckspoiler, unterschiedliche Felgen, unterschiedliche Auspuffanlagen – wobei die Endrohre immer recht fett sind. Es ist natürlich die Stufenheckversion, denn der Vectra-Adept weiß: Den 2000 16V (Design Wayne Cherry) gab es nur als Stufenheck, während es den facegelifteten Nachfolger Vectra GT/GT 16V nur als Schrägheckmodell (das Hideo Kodama aus dem Stufenheck geschaffen hat) gab.
Die drei Vectra A sind bereits Ende vergangenen Jahres erschienen, alle werden als Vectra A 2000 beschrieben, der Dunkelrote (Marseillerotmetallic 549) und der Graumetallicfarbene (Mistralgraumetallic 119) sind Serienfahrzeuge, die Tuningvariante kommt in Goldgelbmetallic (Brokatgelb Metallic 488), trägt die Heckscheibe und die hinteren Seitenscheiben geschwärzt („Privacy Look“), einen kleinen Heckflügel, spezielle Alus, die Rundumgummileisten in Wagenfarbe und eine Doppelendrohr-Auspuffanlage. Nett ist die Farbe Brocade Yellow (oder: Brokatgelb Metallic), denn die ist ikonisch für die sportlichste Version seines Nachfolgers, also für den Vectra B i500. Im Fließbandzustand kommen die beiden anderen mit Serien-Alus und dem eng anliegenden Heckspoiler des Vectra 2000. Sein einfaches Auspuffendrohr ist oval, was nicht korrekt ist. Ein ovales Endrohr hatte der Vectra GT, beim 2000er schauten zwei rechteckige Endrohre ins Freie. Das ist ein nonchalanter Fehler, aber kein Beinbruch. Dennoch will MCG nachbessern und verspricht für kommende Farbvarianten (man spricht von Weiß und Schwarz) eine Korrektur. Auch die Rückleuchten entsprechen nicht ganz dem Vorbild, sie gehören an das Facelift-Modell ab Herbst 1992, MCG macht aber die Urversion ab Herbst 1988 (Vectra 2000 ab September 1989). Das Modell ist prima gelungen, Proportionen und Dimensionen passen, die Machart auch. Die verkehrten Rückleuchten sind lässlich, das Auspuffendrohr eine Petitesse – wenngleich die Vectra-Adepten nur darauf mit dem Finger zeigen. Aber das ist immer so: Gelobt wird selten, aber ganz laut kritisiert, wenn man falsche Kleinigkeiten findet. Die Engländer können (wieder mal) ganz spezielle Vectras kaufen, nämlich Vauxhall Cavalier Mk III GSi mit Rechtssteuerung in gleichen Farben, aber mit britischen Kennzeichen.
afs






Modellfotos: bat

Foto: Michi7
Steckbrief:
MCG 461 Opel Vectra A 2000 16V 1989 dunkelrot, 462 dito anthrazitmetallic, 463 dito Tuning goldgelbmetallic. Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP je 64,95 Euro.