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News 1:18 Minichamps BMW 3.0 CSL E9 Rennsport-Coupés

Evolution des Batmobiles

Minichamps baut sein Angebot an BMW E9 Gruppe-2-Tourenwagen kontinuierlich aus. Es sind nicht nur Variationen desselben Themas in differenten Livrées. Minichamps hat zwei E9-Karosserien in unterschiedlichen Ausbaustufen im Programm, frühe Fahrzeuge mit fließenden Kotflügelverbreiterungen und späte mit ausgestellten Radläufen.

Das martialische Aussehen der BMW E9 Coupés faszinierte in den 70ern jeden Autoverrückten. Die generelle Filigranität der fast schon italienisch-leicht gestylten Serienkarosserie in Kombination mit dem tief herabgezogenen Frontspoiler, den breiten Kotflügeln und vor allem mit dem riesigen Heckflügel, verbunden mit einem Dachkantenspoiler, begeisterte – vor allem wegen der vermeintlichen Widersprüchlichkeit von Eleganz mit Aggression. Die Gruppe-2-Renncoupés unterschieden sich optisch im Laufe der Jahre. Die Rohkarossen waren übrigens nie „made in Munich“, sie waren Lohnarbeiten der Firma Karmann in Osnabrück im Auftrag der Münchner, und die Leichtbauversion (also der CSL) erhielt Türen und Hauben aus Aluminium, dünnere Bleche, Plexiglasscheiben. Die Straßenversionen hatten den gleichen Motor wie der 3.0 CSI, diesen phantastischen und seidenweichen M30-Reihensechszylinder, den BMW in verschienen Ausbaustufen bis 1996 im Programm behielt und der nicht wenig zum Image der „Freude am Fahren“ beitrug. Durch Variierung der Bohrung waren Hubräume zwischen 2,5 und 3,5 Litern möglich, der benzineingespritzte 3.0 CSI leistete 200, in den letzten CSL-Coupés sogar 206 PS. Zunächst präparierten die üblichen Verdächtigen wie Alpina, Schnitzer oder GS-Tuning die Coupés für die Rennstrecke, 1972 gründete BMW die Motorsport GmbH, der 3.0 CSL wurde geboren und musste 1000 Mal verkauft werden, der Homologation wegen, und prompt beherrschten die leichten E9 die Tourenwagenszene. Bis 1979 gewannen die Coupés sechs Mal den Titel der Tourenwagen-Europameisterschaft, und zuletzt war deren Serienproduktion längst zugunsten des Sechser-BMW E24 ausgelaufen.

Die schmalen Straßencoupés trugen die Batmobile-Aerodynamikteile ab 1973, wenngleich der Flügel lose im Kofferraum mitgeliefert werden musste, da ihm der TÜV-Segen verwahrt blieb. Breit wurden die Spezial-Tourenwagen der Gruppe 2 ab 1973 für die Rennstrecke, aber ihre Breite trug unterschiedliche Formen (die Gruppe-5-CSL sahen wieder anders aus). 1973 bis 1975 waren die Kotflügel integriert stromlinienförmig-fließend verbreitert, die komplette Kotflügellänge einnehmend („normalbreit“ war das Auto also nur im Bereich der Türen), und der Frontspoiler schmiegte sich rundlich an die vordere Verbreiterungen an. Ab 1976 trug der vordere Spoiler eine eckigere Form, die Karosserieseitenbleche blieben serienmäßig schmal, lediglich die Radausschnitte trugen mächtig-massive Verbreiterungen. Die Optik spielt zwar auch bei Rennsportfahrzeugen eine große Rolle, muss sich aber der Funktion unterordnen. Dennoch: Harmonischer wirken die früheren Fahrzeuge. Sie sind auch die Klassiker: Das Batmobile blieb gemeinhin mit den dicken Backen und nicht mit den ausgestellten Radausschnitten in Erinnerung.

Minichamps jedenfalls macht sein rundum geschlossenes, aber lenkbares Rennsport-Coupé in beiden Versionen, was zwei völlig andere Karosserien voraussetzt. Je nach Einsatz variiert Minichamps auch das Räderwerk und die Außenrückspiegel. Insgesamt werden sieben Flügel-E9 gemacht, vier Versionen sind angekündigt, zwei wurden im Oktober ausgeliefert (davon eine in Caramini-online am 19. Dezember 2025 präsentiert), und kurz vor Weihnachten kamen erneut zwei in die Auslieferung, ein froschgrüner 1978er und ein Rot/Weißer im Marlboro-Trimm von 1974, bei dem die Marlboro-Decals beiliegen und selbst angebracht werden müssen (des Tabak-Werbeverbotes wegen). An unserem Fotomuster sind sie zu sehen.

Zigaretten und Süßigkeiten

Hinter einem Capri RS 3100 und einem Porsche 911 Carrera RSR kamen Huub Vermeulen/Rob Slotemaker beim niederländischen Lauf zur European Touring Car Championship 1974 auf den dritten Rang, gefolgt von einem weiteren 3.0 CSL des Alpina-Teams. Ihr BMW vom Dutch National Racing Team hatte Marlboro als Hauptsponsor, das Auto also lackiert wie die Zigarettenpackung in roter Grundfarbe mit weiten Partien in Weiß, was von Minichamps als Zweifarben-Schablonenlackierung umgesetzt wurde. Das ist löblich, denn es garantiert einheitlichen Glanz im Gegensatz zu großflächigen Decals, die stets etwas matter als Lackfarbe sind. Der von Alpina präparierte BMW muss im Auslieferungszustand auf seine Marlboro-Schriftzüge verzichten, aber Decals anzubringen, ist nicht aufwendig und macht Spaß.

Knallgrün wie der Frühling lackierte der Mailänder Jolly Club zeitweise seine Fahrzeuge. Das zweite aktuelle E9 Renncoupé startete bei der Tourenwagen-Europameisterschaft in Brünn 1978, Martino Finotto/Carlo Facetti siegten vor zwei weiteren BMW 3.0 CSL von Grano/Xhenceval (Team BMW Italia) und van Hove/Joosen (Luigi Racing Team), danach folgten zwei VW Scirocco. Der Jolly Club hatte im Laufe der Zeit mehrere Hauptsponsoren, nach denen sich die Farben seiner Fahrzeuge richtete, bekannte und weniger bekannte. Zu letzteren gehört Sorini, eine Marke der Industria Dolciaria Conserviera aus Castellone Cremona, ein Süßwarenhersteller. Weit bekannter als Sorini ist Totip, der italienische Wettanbieter, dessen Sponsorschaft die legendäre orangefarben/grüne Lackierung hervorbrachte. Im gleichen Fahrzeug in der gleichen Lackierung, aber mit der Startnummer 4 versehen, siegten Finotto/Facetti im Folgejahr 1979 bei der gleichen Veranstaltung. Diesen Siegerwagen machte Minichamps in der Vergangenheit bereits, im Jahre 2018 war es, damals auf 360 Exemplare limitiert und heute nur noch antiquarisch erhältlich.

afs

Ein sehr bekanntes und, quer durch die Maßstäbe, vielfach miniaturisiertes Modellauto ist Huub Vermeules Siegerauto von Zandvoort 1974, was eben auch an der attraktiven Marlboro-Lackierung liegt – auch wenn der Schriftzug durch EU-Richtlinien mittlerweile verpönt ist.
Modellfotos: bat
Martino Finotto und Carlo Facetti hatte in den 70er und 80er Jahren in der Tourenwagen-Europameisterschaft eine dominierende Rolle inne, und beide eint der Meisterschaftstitel. Eine innige Freundschaft einte die beiden auch.
Sehr unterschiedliche Gestaltung der Kotflügelverbreiterungen und des Frontspoilers bei Gruppe-2-CSL, links die frühe Version 1973 bis 1975, rechts die späte bis 1979.

Steckbrief:

Minichamps 155782503 BMW 3.0 CSL Sorini 1978 (# 3 Facetti/Finotto, Sieger Brünn) und 155742651 Team Marlboro 1974 (# 51, Vermeulen/Slotemaker, GP Zandvoort). Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. Auflage je 300 Exemplare. UVP je 129,95 Euro.