Varianten der Kohlefaser
Die Konkurrenz rüstet auf, C-Klasse AMG oder Alfa Giulia Quadrifoglio, und BMW schlägt zurück. Der M3 bekam im Juli 2024 ein Update, das Minichamps beim 1:18-Modell nachvollzog: neue Scheinwerfer, ein unrundes Lenkrad und ein „curved Display“.
Das Facelift ist für den Kenner offensichtlich und für den Laien nicht bemerkbar. Von außen nur neue Scheinwerfer, innen ein gekrümmtes Display und ein Lenkrad, das unrund ist. Es bleibt beim Gewohnten, den großen Lufteinlässen, dem ebenso identitätsstiftenden wie polarisierenden Kühlergrill, eben dem aggressiven Design. Das und seine Performance machen ihn zur Benchmark seiner Klasse. Neu ist die Competition-Variante mit Allradantrieb und mehr Pferden als bisher, das Minichamps-Modell. Die LED-Scheinwerfer vereinen nun Abblend- und Fernlicht in einem Modul, auch die Rückleuchten wurden verändert. Innen ein neues, unrundes Lenkrad mit roter 12-Uhr-Markierung, modifiziertes Infotainment. Es bleibt bei 480 und 510 PS, einzig der Competition in der Allradvariante kommt nun auf 530 Pferde. Letztlich machte der M3 mit diesem Facelift das vor, was der M4 einige Monate voraus nahm. Alles also kein Wunder – wenngleich der M3 für seine Jünger nach wie vor wunderbar ist.
Für BMW und für die M3-Fans ist das alles so wichtig, dass Minichamps das Facelift nachvollzieht und das 2024er Modell als Competition in drei Farben in den Fachhandel bringt: dunkelgraumetallic, gelb und in dunklem Mattblaumetallic, beim BMW-Händler sind andere Farben verfügbar (weiterhin erhältlich ist der M3 CS in 1:18 vor dem Facelift, also das 2023er Modell). Unser Muster ist Sao Paulo Gelb lackiert, innen Leder Merino schwarz. Den Vorgänger, also das 2023er-Modell als M3 CS, präsentierten wir ausführlich in Caramini-online vom 19. September 2025, und außer den Leuchten, dem Lenkrad und dem Display hat sich nichts geändert. Der all-open-BMW ist absolut korrekt, hat den richtigen Stance, lenkt und federt, trägt Carbon, wo Carbon sein soll, die Türfugen sind minimal, der Lack hervorragend, die Motorhaube glänzt wieder mal mit perfekten Scharnieren, die den Bewegungsablauf des Originals beim Öffnen nachvollziehen, die Türen schließen mit sattem Klang, selbstverständlich Teppichboden im Innen- und Kofferraum, die schwarzen Schmiedefelgen (19/20-Zoll M-Schmiederäder Doppelspeiche 826M) sind hervorragend. Wie beim M3 CS bemängeln wir das Fehlen der Radventile und der Reifenflankenbeschriftung. Das sollte bei einem 200-Euro-Modell schon drin sein. Und weiterhin dekoriert Minichamps das Carbon auf unterschiedliche Art. Das Dach weist keine Struktur auf, es ist einfach nur seidenmatt schwarz, die Türschweller und die Abrisskante sind in Hochglanzschwarz gehalten, an den anderen Carbonteilen ist der Werkstoff wie erwartet ausgeführt. Die Bremskaliber (so sagt jener, dem „Bremssättel“ zu provinziell klingt) sind blaumetallic lackiert, sieht klasse aus und ist beim M3 Competition serienmäßig (M Compound-Bremsanlage; Keramikbremse hat goldene Sättel). Ein Vitrinenmodell braucht eigentlich keine Keramikbremsen. „Eigentlich“ braucht das niemand außer einem Rennfahrer. Es ist ein reines Statussymbol. Überhaupt sind Bremsen heute Statussymbole. Man muss das nicht verstehen. Früher galt der Spruch: „Wer bremst, verliert.“
Ein gefacelifteter M3 ist eine Angelegenheit für echte Fans. Oder für jene, welche die aktuellen Farben einfach schön finden und denen es gleichgültig ist, welche Scheinwerfergeneration ihn anleuchtet. In Sao Paulo Gelb sieht der M3 jedenfalls rattenscharf aus.
afs





Modellfotos: bat
Steckbrief:
Minichamps 110020222 BMW M3 (G80) Competition 2024 gelb. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP 209,95 Euro.