Neu- oder Gebrauchtwagen
Ein neuer BMW Z8. Minichamps macht’s möglich. Das sealed-Modell tritt in Konkurrenz mit den antiquarischen Interpretationen von AUTOart und Kyosho, ist preiswerter als diese, aber an ihm lässt sich nichts öffnen. Dennoch: Der Z8 gehört zu den schönen BMWs, und ihn sich in Erinnerung zu rufen, heilt ein wenig den aktuellen BMW-Blues.
Einen BMW Z8 in 1:18 zu bekommen, sollte eigentlich kein Problem sein. Es gibt zwei sehr schöne all-open-Modelle von AUTOart und Kyosho in 1:18, beide aber nicht mehr als Neufahrzeug erhältlich und als Gebrauchtwagen kaum billiger als damals zum Neupreis. Darin sah Minichamps eine Marktchance und schuf einen neuen Z8. Aber in anderem Layout als die Bestandsmodelle, nämlich in sealed-Bauweise, lenkbare Vorderräder als einzige Funktion. Dafür ist das neue Minichamps-Modell wesentlich preiswerter als seine beiden antiquarischen Alternativen. Sein Neupreis beträgt ungefähr die Hälfte dessen, was für einen AUTOart oder Kyosho auf dem zweiten Markt angesetzt wird. Und außerdem sind Gebrauchtwagen für viele Sammler tabu. Sie kaufen nur Neufahrzeuge.
Ist der Minichamps Z8 eine Alternative zu den Bestandsmodellen? Ja, ist er, aber nicht uneingeschränkt. Für den reinen Neuwagenkäufer kommen die Antiquarischen nicht in Frage, und derjenige, dem ein BMW Z8 in 1:18 maximal 120 Euro wert ist, hat bei AUTOart und Kyosho keine Chance. Wer kein ausgewiesener Fan ist und wem ein sealed-Modell reicht, ist mit dem Minichamps-Modell gut bedient. Wer spielen möchte, wer die Technik erkunden möchte, wer Türen und Hauben öffnen möchte, braucht einen der beiden Alten.
Die 120-Euro-Achtzehner betrachtet Minichamps als Budget-Modelle und konstruiert sie auch so. Die Anzahl der Teile ist überschaubar, und mit möglichst geringem konstruktiven Aufwand wird, dank hoher Professionalität, angestrebt, einen möglichst hohen Effekt zu erzielen. Der ist durchaus da. Das Modell sieht beeindruckend aus mit seiner Minichamps-typischen Hochglanzlackierung, und gerade die rote Version beeindruckt natürlich durch die Innenraum-Applikationen in Karosseriefarbe (Armaturenbrett-Oberseite, Intarsien in Mittelkonsole und zwischen den Rückenlehnen). Der Z8 gehört noch zu der Generation Autos, bei denen Scheinwerfer und Alufelgen keine ziselierten Wunderwerke waren, was der Budget-Konstruktion entgegen kommt, und – ganz ehrlich! – mit den Scheibenwischern hätte sich Minichamps mehr Mühe geben können. Dafür blinkt der Chrom, die Bedruckungen sind prima, durchbrochene Grills darf man in dieser Preislage von Minichamps nicht erwarten, das Modell rollt gut, die Räder schlagen in authentischem Winkel ein, die hinteren Blinker sind orange gehalten, was die Europaversion darstellt. Und eine Selbstverständlichkeit sei ebenfalls erwähnt: Der Windschutzscheibenrahmen steht im richtigen Winkel. Wir erwähnen dies deshalb, weil dem Kyosho-Modell stets vorgeworfen wird, eine zu steil stehende Scheibe zu haben. Übrigens: Jeder der 5704 Z8-Kunden erhielt bei der Übergabe von BMW das Kyosho-Modell in der bestellten Farbkombination.
In drei Farben wird Minichamps den Z8 bringen, Hellrot und Schwarz II sind bereits verfügbar, Titansilber ist angekündigt, die Innenausstattung jeweils in derselben Farbe schwarz/hellbeige. Alle tragen dieselben Z8-Serienfelgen („Styling 59“). Das ist in gewisser Weise schade – vielleicht, weil wir momentan von MCG so verwöhnt sind mit unterschiedlichen Felgen für Varianten der gleichen Autos. Natürlich wäre nett, wenn Minichamps auch Alpina-„Dynamic“-Felgen offerieren würde.
afs




Modellfotos: bat

beim Concours d’Élégance to Benefit Courage Center Foundation.
Foto: Greg Gjerdingen
Steckbrief:
Minichamps 155024230 BMW Z8 (E52) 2000 rot. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP 119,95 Euro.