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News 1:43 Ixo Ford Gran Torino Sport 1972

Aus dem Tal des Vergessens wegen eines Kinofilms

Der Film heißt wie das Auto, nämlich Gran Torino, ist aber wesentlich jünger. Der Film Gran Torino mit Clint Eastwood stammt von 2008, der automobile Protagonist ist ein ’72er Modell. Spätestens seit dem Film ist das Auto wieder in aller Munde, erlebte seinen zweiten (oder dritten oder vierten) Frühling, und der ’72er Ford Gran Torino wird schlichtweg mit dem Film assoziiert. Aber nicht jeder Gran Torino muss so aussehen wie im Film, also dunkelgrünmetallic mit schwarzem Vinyldach. Es geht auch anders, und wie anders es geht, beweist Ixo mit seinem 43er. Den parallel dazu aufgelegten 18er hingegen lackierte Ixo filmgetreu.

Das Modell ist (wieder mal) eine Zweitverwertung aus der Kioskserie American Cars, worin er in pastelligem Gelb und vinyldachlos im Mai 2024 erschien. Die Fachhandelsversion ist in der klassischen Sportfarbe Unirot (Bright Red 2B) mit schwarzem Vinyldach gehalten, dazu die Laser Stripes ebenfalls in Rot. Das Ixo-Modell (und somit der spätgeborene Filmstar) ist ein Two Door Fastback, es gab den Gran Torino Sport auch als Two Door Hardtop, mithin als Stufenheck-Coupé. Als solches kennen wir es auch von der Mattscheibe, der Starsky & Hutch-Wagen ist ein Two Door Hardtop, allerdings ein ’74er Jahrgang.

Der Gran Torino ergänzt den Torino nach oben, eine Baureihe der oberen Mittelklasse in Nachfolge des Ford Fairlane mit sportlichem Touch und Eleganz, was durch die Typbezeichnung hervorgehoben werden soll. Turin steht für Ferrari und schicke Coupés und generell für guten Geschmack, und das versuchte Ford auf die Baureihe zu applizieren.

Der ’72er Torino war ein völlig neuer Wagen, aber das Layout war ein Rückschritt von der zuvor selbsttragenden Konstruktion hin zu einem Kastenrahmenchassis mit aufgeschraubter Karosserie, die ziemlich groß, schwer und schwülstig im so genannten Coke-Bottle-Style gezeichnet und mit der bekannten Knudsen-Nase versehen war. Der Designer ist Jack Telnack, der ab 1974 eine Zeitlang Design-Vizepräsident bei Ford in Europa war und danach in den USA die Designperiode nach europäischem Vorbild einläutete (Mustang III, Taurus). In seinen späten Schaffensjahren kreierte er, zurück in Europa, das „New Edge Design“ bei Ford. Der Gran Torino wird mit großen Achtzylindern unterschiedlichen Hubraums von 5,7 bis 7 Litern verbunden, zwischen 153 und 248 PS im Jahrgang 1972, was durch das hohe Leergewicht von mindestens zwei Tonnen relativiert wurde. Auch für ein US-Car der Zeit galt der Gran Torino als schwer und deshalb schwerfällig, als verschwenderisch und unökonomisch. Heute stellt sich das anders dar. Als Klassiker gilt dieser Ford als einer der letzten gusseisernen Vertreter des American Way of Driving. Und genau das repräsentiert er auch im Clint-Eastwood-Film von 2008: Dort symbolisiert er eine glorifizierte, nicht erneuerbare Vergangenheit, schlichtweg alte amerikanische Werte.

Auch das Ixo-Modell ist groß und man sieht ihm seine Massigkeit gut an. Dabei ist es sorgfältig ziseliert und gut verarbeitet. Feine Details, viel Chrom, sehr schön als Druckwerk dargestellter Seitenstreifen, der nach hinten verläuft und immer heller wird (Ford-Slogan: „Laser Stripes“), dazu verchromte Stahlsportfelgen im Rostyle-Look (im US-Jargon: „Mag’-500-Wheels“), die Innenbereiche mattschwarz hervorgehoben, die Reifenflanken weiß beschriftet. Hübsch auch die separaten, in Wagenfarbe lackierten, aerodynamisch geformten Sportrückspiegel. Zum Interieur können wir nichts sagen, alles einfach nur schwarz.

afs

Vor dem Clint-Eastwood-Film stand der Gran Torino im Schatten von Mustang oder Thunderbird, allenfalls Starsky & Hutch-Anhänger erinnerten sich seiner. Der Film katapultierte den Wagen plötzlich und bis heute ins Interesse der US-Car-Szene, selbst im Alten Europa.
Modellfotos: bat

Steckbrief:

Ixo CLC565N Ford Gran Torino Sport 1972 rot/mattschwarz. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:43. UVP 24,95 Euro.