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News 1:43 Ixo Plymouth Satellite Sebring Plus 1971

Das Flugzeugrumpf-Styling

Chrysler nannte seine Designlinie zwischen 1969 und 1973 das Fuselage-Styling, weil es sich am Flugzeugrumpf (= Fuselage) orientiert. Ihr Schöpfer ist Elwood Engel, Chefdesigner bei Chrysler zwischen 1961 und 1974 und Nachfolger von Virgil Exner. In seine Ägide fielen die Chrysler Muscle Cars, er ist der Vater des Dodge Charger und Challenger. Sein Fuselage-Design setzt auf nach außen gewölbte Flanken und hohe Karosseriekörper mit verringerten Fensterflächen und integrierten Stoßstangen – vulgo: Das Fuselage-Design brachte Autos hervor, die als muskulös, aber auch als dick empfunden wurden.

Aus einer Ausstattungsvariante des Plymouth Belvedere wurde 1968 die eigenständige Baureihe Satellite, und der legendäre Road Runner („Meep Meep!“) basierte darauf, was dem Satellite einen hochmotiviert-sportlichen Touch verlieh, die Optik an den Charger angelehnt. 1971 erschien der Satellite dann mit komplett neuer Karosserie im Fuselage-Styling, alles rundlich und dicklich, keine Ecken und Kanten mehr. Interessantes Detail: Der Kombi teilte sich zwar die Front der Viertürer-Limousine, aber das Coupé war ein völlig eigenständiges Design, kein Blechteil war identisch zum Viertürer. Das Coupé, die Ixo-Karosserievariante, gab es in drei aufsteigenden Ausstattungen namens Satellite, Satellite Pro und Satellite Plus (und zusätzlich natürlich GTX und Road Runner), Ixo macht das Topmodell – leider mit geschlossenen Seitenscheiben, denn bei einem Coupé ohne Mittelpfosten („Hardtop-Bauweise“) sieht es natürlich immer gut aus, wenn die Seitenscheiben B-säulenfrei herabgelassen sind. Das spezifische Designmerkmal der Coupés zwischen 1971 und 1973 ist die vordere Stoßstange, geformt wie ein Geschenkband oder eine Schleife. Der Satellite Plus wird mit der stärksten Motorisierung verbunden, 7,2-Liter-V8 Mopar Big Block, kombiniert mit einer kräftefressenden Dreistufenautomatik.

Als er neu war, bezeichnete man den Satellite Sebring Plus (und seinesgleichen) als “Insurance Beater”. So nannte man Autos, die viel schneller aussahen, als sie waren, im Falle des Satellite eher wie ein Plymouth Roadrunner oder GTX wirkten, aber wegen ihrer moderateren Leistung von den Versicherungen eben vernünftiger eingeordnet wurden. Mit anderen Worten: Er sah aus wie ein Muscle Car, war aber ein Alltagsauto. Dabei hatte er viel Tuning-Potenzial, ohne gleich zum Quarter-Mile-Dragster zu werden: ein paar PS mehr dank Mopar-Zubehör, spezielle Räder, High Jacker, Doppelrohr-Auspuffanlage…

Der Satellite Sebring Plus hat seinen Ursprung, wie nahezu alle Ixo-Amis der jüngsten Zeit, in der französischen Kioskserie „American Cars“, wo er im Dezember 2023 in Lilametalllic mit weißem Vinyldach erschien. Ixo lackiert sein Fachhandelsexemplar in True Metallic Blue GB5 und spendiert ihm ebenfalls ein weißes Vinyldach, sehr gängig in der damaligen Zeit, dazu verchromte Magnum-500-Stahlfelgen, ein typisches Mopar-Zubehör, und dazu gehören ganz klar Reifen mit weißer Flankenbeschriftung „Hankook Kinergy ST“. Passend zum Vinyldach trägt der Plymouth innen weiße Vinylsitze. Der Rest, inklusive Armaturenbrett und Lenkrad, ist schwarz, und der Antennenstummel auf dem Vorderkotflügel zeugt von einem Radio. Damals, 1971, röhrten Janis Choplin Me and Bobby McGee, die Rolling Stones Brown Sugar, Rod Stewart Maggie May und Cher gab es damals auch schon mit Gypsies, Tramps & Thieves. Ein Modell, das den US-Gigantismus vor dem Ölschock herrlich repräsentiert, das weiße Vinyldach ist zusammen mit der blauen Metalliclackierung und den verchromten Sportstahlfelgen absolut zeitgeistig.

afs

Quasi ein Einsteiger-Muscle-Car, ohne ein solches zu sein: Der Plymouth Satellite Sebring Plus hat viele Road-Runner-Allüren, ist aber ein normales US-Car, um damit zum Grocery Store zu fahren.
Modellfoto: bat

Steckbrief:

Ixo CLC601N Plymouth Satellite Sebring Plus 1971. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:43. UVP 24,95 Euro.