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News 1:43 Norev Mercedes G500 W465 2024

Endlich Obsidianschwarz!

Nach den Industriemodellen liefert Norev die aktuelle G-Klasse W465 peu-à-peu an den Fachhandel aus. In neuen Farben. Die Innovationsfreude hält sich aber in Grenzen. Der Fachhandels-Erstling ist Obsidianschwarz Metallic lackiert. Wahrscheinlich muss das sein.

Ist es eine Überraschung? Ist Obsidian Schwarz für die G-Klasse als erste Fachhandelsfarbe eine Überraschung? Norev bringt seine aktuelle G-Klasse nun nach und nach in die Modellautogeschäfte, nachdem sie bereits als Mercedes-Industriemodelle ausgeliefert sind. In Caramini-online vom 28. Oktober 2024 wurden sie vorab vorgestellt, in 1:18 und in 1:43. Den „Kleinen“ hatten wir damals in mattem Graumetallic als Muster, die Verbrennerversion, es gibt auch den Elektro-G. Nun kommt ein Mercedes G500 AMG Line des aktuellen Baumusters W465 als Fachhandelsmodell im unvermeidlichen Obsidianschwarz. Gemeinhin hält man diese Farbe für ach so aktuell, weil sie eben in aller Munde ist, weil so viele Käufer vor allem hochpreisiger Mercedes-Fahrzeuge sie ordern. Dabei geht der Farbton auf das vergangene Jahrtausend zurück, war schon 1997 im Angebot.

So sonderlich groß ist der Unterschied zum klassischen Mercedes-Schwarz 040 gar nicht, der ältesten Farbe auf der Mercedes-Palette und dem dunkelsten Schwarz, das denkbar ist. Obsidianschwarz 197 hat ein paar Metallic-Flakes beigemischt, ist dadurch nicht gar so tief, schimmert ein wenig, aber lange nicht so sehr wie ein herkömmlicher Metalliclack, und in der Sonne erscheint es ein klein wenig gräulich-bläulich. Vielleicht liegt der Erfolg des Obsidianschwarz auch nur in der klug gewählten Bezeichnung. Das Wort „Obsidian“ klingt einfach klasse, es wird mit „Obession“ in Verbindung gebracht, mit gefährlicher Liebe. Dabei ist es ein vulkanisches Glas, entsteht also bei der raschen Abkühlung von Lava. Der Römer Obsius soll den ersten Obsidian von Äthiopien nach Rom gebracht haben, und nach ihm wurde er benannt. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere nennt ihn in seinem großen Naturkundewerk „lapis obsidianus“, wobei man dadurch zum Nachdenken angeregt wird, ob jener vornamenlose Römer nun Obsius oder Obsidius geheißen haben mag. Aber das dürfte Mercedes-Fahrern bei ihrer Farbauswahl reichlich wurscht sein. Ganz neue Meldung über die G-Klasse: Laut einem Bericht der Kleinen Zeitung aus Graz bleibt die G-Klasse bei Magna-Steyr bis 2034 verlässlich in Produktion. Im vergangenen August lief dort der 600.000ste Mercedes G vom Band, und lackiert war er – wie könnte es anders sein – in Obsidianschwarz.

Das Modell: Der aktuelle W465 (also: seit März 2024), der sich optisch nur homöopathisch vom W463 seit 2018 unterscheidet, aber eben die Elektroversion als Antriebsoption bietet. Der heutige G500 ist entgegen aller Tradition kein 5-Liter-V8 mehr, sondern ein 3-Liter-Sechszylinder mit Biturboaufladung und 449 plus 20-Elektro-PS. Norev hat ein Industriemodell gemacht, Daimler-Benz lieferte die Daten, Norev setzte sie gekonnt in 43facher Verkleinerung um. Wen die auf die Quertraverse des Chassis’ aufgedruckte Bestellnummer bei den Industriemodellen störte: So etwas gibt es beim Fachhandelsmodell nicht. Und wer sich über die nunmehr ganz in Weiß gehaltene Verpackung wundert: In 1:43 setzt Norev nun um, was in 1:18 schon seit rund einem halben Jahr üblich ist: Norev-Modelle sind weiß verpackt, sowohl der Sockel als auch der Umkarton. Und wer sich über den Preis wundert: Ja, das Fachhandelsmodell ist 5 Euro günstiger als das Industriemodell. Schön, nicht wahr!?

afs

Der Schuhkarton von Daimler-Benz, seit 1979 optisch nahezu unverändert, wird bis mindestens 2034 in Produktion bleiben. Bis dahin haben die Modellhersteller noch viele Gelegenheiten, neue G-Miniaturen zu entwickeln. Für jenen, der den G liebt, ist dies eine gute Nachricht. Und wer ihn nicht mehr sehen kann, braucht ihn ja nur zu ignorieren.
Modellfotos: bat

Steckbrief:

Norev 351370 Mercedes G500 W465 2024 Obsidianschwarz Metallic. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:43. UVP 39,95 Euro.