Von der Tiefe in die Breite
Die Ferrari-Familie bei Wiking wächst. Das Nationale Automuseum – The Loh Collection (NAM) gab eine weitere Evolutionsstufe des roten Renners bei Wiking in Auftrag. Aus dem 412 P ist der 330 P3 geworden. Und der 412 P erscheint neutral in Gelb.
Im November des vergangenen Jahres begann im Shop des Nationalen Automuseums – The Loh Collection der Verkauf der Wiking-Miniaturen nach dem Vorbild des Ferrari 412P. Ein Exemplar dieses schönen Rennwagens von Ferrari steht in der dortigen Ausstellung. Die Karriere dieses 412 P startete allerdings im Jahr 1966 als Ferrari 330 P3 mit der Fahrgestellnummer 0844. Bei den legendären 24 Stunden von Le Mans, dem wohl bekanntesten Langstreckenrennen, starteten zwei vom Werk eingesetzte Ferrari 330 P3, darunter auch unser 0844. Das Ergebnis war eine Blamage für Ferrari und ein Triumph für Ford, denn drei Ford Mk II fuhren aufs Siegerpodest. Die beiden 330 P3 schieden aus. Der 0844 war mit der Startnummer 21 und den Fahrern Lorenzo Bandini und Jean Guichet am Start. Da es zwischen dem Ferrari 330 P3 und dem späteren Kundenfahrzeug Ferrari 412 P einige Unterschiede gab, musste Wiking zur Verkleinerung des 330 P3 einige Details ändern. Besonders fällt dies an der Heckpartie auf, die komplett anders gestaltet ist. Aber auch die Fronthaube, die Art der Seitenspiegel und kleine Details in der Seitenansicht erfuhren einige Änderungen, wie auf unseren Fotos zu erkennen ist.
Im Internet sind wir bei der Recherche zum Vorbildfahrzeug nicht nur auf Fotos vom Original, sondern zudem auf eine große Zahl von Modellen des Le-Mans-Renners gestoßen. Und obwohl es sich immer um das gleiche Vorbild handelt, weichen die Interpretationen der verschiedenen Hersteller doch deutlich voneinander ab. Das Wiking-Modell des Ferrari 330 P3 wurde nach Unterlagen entwickelt, die das Nationale Automuseum den Lüdenscheidern Modellbauern zur Verfügung gestellt hat. Allerdings sind bei der Umsetzung ins Modell immer Kompromisse notwendig, zumal von Rennen zu Rennen immer etwas verändert oder umgebaut wurde. Den wesentlichen Unterschied zwischen 330 P3 und 412 P, die Heckpartie, hat Wiking absolut vorbildgerecht nachgezeichnet. Als Felgen werden bei diesem Modell neu konstruierte Lochfelgen eingesetzt. Wiking hat sogar die teilweise unterschiedlich abgeklebten Scheinwerfer korrekt dargestellt. Eine zweifarbige Inneneinrichtung und viele Drucke werten das Modell zusätzlich auf. Darüber hinaus bietet der Museumsshop des NAM noch eine zweite rote Ausführung an, nur mit Ferrari-Emblemen bedruckt sowie mit anderen Felgen bestückt. Die Reihe der Ferrari 412 P wird ebenfalls ergänzt, und zwar mit einer neutralen gelben Version.
Was jetzt noch fehlt, ist eine Miniatur des Ferrari 330 P4, der Weiterentwicklung des 330 P3. Aber dieser Sammlerwunsch wird wohl ein Traum bleiben.
kr

Modellfotos: kr




Foto: Robert Müller
Steckbrief:
Wiking 8182 03 Ferrari 330 P3 24 h Le Mans 1966. Karosserie rot. IA und FG schwarz. Sitze rot. Felgen goldfarben. Startnummer 21. UVP 34,99 €. 8182 07 dito rot neutral. 8182 06 dito 412 P, gelb neutral. IA und Sitze schwarz. UVP jeweils 29,99 €. Verkauf nur im Museumsshop.