1/87

News 1:87 Wiking Neuheiten März 2026

Wahrheit oder Illusion?

Noch bevor die Neuheiten ausgeliefert waren, schwallte die Diskussion in den sozialen Netzwerken auf: Gab es einen Mercedes 600 als Taxi? Die einen empörten sich reflexartig und sprachen von purer Phantasie, die anderen billigten Wiking wenigstens zu, dass es so etwas gegeben haben könnte. Könnte? Es hat ihn gegeben!

Mit der Auslieferung der Neuheiten des Monats März beginnt Wiking seine Kampagne unter dem Motto „Runter mit dem Dach“ mit dem VW Karmann Ghia Cabriolet. Die lange Rungenpritsche wird auf ein dreiachsiges Anhängerfahrgestell gesetzt, quasi die zweite Formneuheit im Paket nach dem VW Karmann Cabriolet. Ergänzt wird der Modellmonat März wie üblich durch interessante Farb- und Beschriftungsabwandlungen bekannter Modelle, wobei der Peterbilt 359 Abschleppwagen das absolute Highlight darstellt.

Personenwagen

Schon anlässlich der Spielwarenmesse 2025 hat Wiking ein Modell des VW Karmann Ghia Cabriolet präsentiert. Damals wollten die Modellentwickler die Windschutzscheibe des Jaguar XK 120 verwenden, was große Kritik hervorrief, denn diese passte in der Größe ganz und gar nicht zur zierlichen Karmann-Karosserie. Der Verfasser muss zugeben, dass er bis zur diesjährigen Spielwarenmesse der Meinung war, Wiking hätte das Projekt ad acta gelegt. Doch der Blick in die Nürnberger Vitrine hat ihn eines besseren belehrt, denn dort zeigte sich das Modell in fertigem Zustand. Wiking hat eine neue Windschutzscheibe konstruiert, und jetzt passt es. Ob man das Verdeck (vom Porsche 911 Cabriolet) als etwas zu voluminös empfindet, ist subjektiv. Der Verfasser zeigt auf den Fotos ein umgebautes Modell mit dem Verdeck eines anderen Wiking-Modells. Wie schon beim 1:40-Pendant entsteht das Cabriolet durch ein Abschneiden des Dachs bis auf den unteren Teil der Karosserie (beim 1:40er blieb der Windschutzscheibenrahmen bestehen). Um die Schnittkanten zu kaschieren, erhielt das Modell einen glänzenden Klarlacküberzug. Volkswagen präsentierte das Vorbild 1957, zwei Jahre nach dem Produktionsbeginn des Karmann Ghia Coupés. Der damalige Verkaufspreis von 8250 DM lag um 750 DM höher als der des Coupés. Die stattliche Anzahl von 80.881 Cabriolets verließen die Werkhallen von Karmann in Osnabrück. Eine Anekdote am Rande: Friedrich Peltzer verwarf damals die Idee zu diesem Modell, als ihm der Werkzeugbauer Gruttke einen Prototyp präsentierte. Das VW Karmann Ghia Cabriolet ist werkseitig bereits ausverkauft, aber die Händler sind versorgt.

Wiking stellte sein Modell des Saab 900 Turbo der ersten Bauserie mit den Neuheiten des Jahres 1984 vor, sechs Jahre nach dem Erscheinen des Originals. Es verblieb bis 1995 im Katalog und erschien nach einer Pause von acht Jahren als Ladegut eines ADAC-Pkw-Transportanhängers der PMS-Packung „Edition Historica No. 3“. Weitere 18 Jahre vergingen, bis sich Wiking des Saab 900 Turbo erinnerte und diesen in schnittigem Verkehrsgelb wieder auflegte. Aktuell gibt es im März eine gediegen wirkende Version in edlem Schwarz mit einer beigefarbenen Inneneinrichtung, die bestens dazu passt.

Gab es nun ein Vorbild für das Mercedes 600 Taxi oder gab es keines? Das Modell wurde in den Foren, die sich mit Wiking-Modellen beschäftigen, heiß diskutiert. Manche Sammler bezeichneten das Modell als „reine Erfindung der Wiking-Marketing-Abteilung“. Dies ist die luxuriöse Taximiniatur natürlich nicht, denn sie hat tatsächlich ein reales Vorbild. Wiking bekam vor Jahren von einem Sammler ein authentisches Foto zugeschickt (damals war KI noch kein Thema), das ein Mercedes 600 Taxi mit Münchner Kennzeichen an einem Taxistand zeigt. Leider kann Caramini-online das Foto, das uns Wiking zur Verfügung stellte, aus Copyright-Gründen nicht veröffentlichen. Ein Mitglied eines Facebook-Forums lieferte zudem weitere Hinweise. Der Mercedes 600 konnte zusammen mit einem Chauffeur gemietet werden, Besitzer war ein großes Taxiunternehmen in München. Die bayerische Landeshauptstadt war eine der ersten Städte, die eigene Bus- und Taxifahrspuren einführte. Damit der 600er diese benutzen durfte, versah der findige Taxiunternehmer das Fahrzeug mit einem Taxischild. Dieser führte auch weitere Taxi-Exoten in seinem Angebot, so einige Citroën 2CV, London-Taxis der Bauart Austin FX4, einen Checker Marathon und einen Oldsmobile Delta 88 Diesel, genügend Potential für weitere Taxi-Modelle und Diskussionen. Auch das Mercedes 600 Taxi ist ab Werk vergriffen.

Neue Farben beim Chevrolet K5 Blazer in Standard- und in höher gelegter Geländeversion. Die Lackierung der Fahrzeuge in einer Grundfarbe mit abgesetzten Flanken war ja bei vielen US-Automobilen üblich. Zusätzlich lackierten die Hersteller, so auch Chevrolet, die Dachpartie und das Hardtop in einer Kontrastfarbe. Ein Jahr nach dem Erscheinen der Wiking-Modelle folgen nun beide Ausführungsvarianten in neuen Farbgestaltungen und bringen Abwechslung auf den Modell-Highway.

Lastwagen, Kommunal- und Baufahrzeuge

Wem die Farbgestaltung der Faun F 610/36 ZAN Schwerlastzugmaschine bekannt vorkommt, der irrt nicht. Viele Sondermodelle von Oliver Wasmus trugen dieses Farbkleid in Olivgrau und Oxidrot. Deshalb ist die neue Faun Zugmaschine bestens dazu geeignet, Pritschen- und Schwerlastanhänger aus dem Sortiment von Oliver Wasmus zu ziehen. Wiking liefert das Modell mit zwei unterschiedlichen Lastpritschen in Stahl- und in Holzoptik aus. Eigentlich benötigt der Wiking-Sammler deshalb gleich zwei Exemplare des Modells.

Kommen wir nun zum Highlight der März-Auslieferung, zumindest nach der Meinung des Verfassers, dem Peterbilt 359 Abschleppwagen in einer faszinierenden und vorbildentsprechenden Lackierung und Beschriftung. Das Original stand bei der US-amerikanischen Firma Coast Counties Truck & Equipment Co. als Abschleppwagen im Einsatz, um havarierte Peterbilt-Trucks in die Werkstatt zu bringen. Coast Counties wurde im Jahr 1949 im kalifornischen San Jose gegründet und gilt als ältester Händler für Lastwagen und Anhänger von Peterbilt. Heute ist das Unternehmen ein Teil der kanadischen Jim Pattison Group, hat aber seinen Namen behalten. Der Wiking-Pressetext beschreibt zwar das markante Chrom-Design am Kühlergrill, aber dieser ist gar nicht verchromt, ebenso wenig wie die Tanks, Auspuffrohre und Zurüstteile. Und das ist auch gut so, denn so wirken die Modelle authentischer.

Ein weiterer Anhänger ergänzt das Wiking-Sortiment, ein dreiachsiger Rungenanhänger. Dieser kann nicht nur von einem Lastwagen, sondern auch von Unimogs oder Traktoren gezogen werden, und dies quer durch alle Epochen. Dazu liegt eine Deichsel mit kleiner Öse zum Austausch bei. Der Aufbau fand zuerst bei einem Volvo F88 Verwendung.

Einen Dauerläufer im Wiking-Katalog stellt der Unimog U 406 dar, und dies seit 1967. Das Modell erschien in unzähligen Ausführungen als Einsatz, Kommunal-, Behörden- und Militärfahrzeuge. Der neueste Spross dieser Familien zeichnet einen Unimog U 406 eines Bauhofs nach, der, mit den entsprechenden Geräten versehen, zur Straßenreinigung verwendet wird.  Das Modell besitzt rundum rot-weiße Warnmarkierung. Auf der Pritsche befindet sich ein Tank, der die vorgebaute Reinigungswalze mit Wasser versorgt. Der Unimog U 406 lief von 1963 bis 1989 in 37.069 Exemplaren im Daimler-Benz-Werk Gaggenau vom Band.

Der Name Readymix begleitet die Wiking-Sammler seit 1977, als der Mercedes NG 2626 als Betonmischer im typischen, orangefarbenen Livrée erschien. Das Unternehmen Readymix (für „fertig gemischter“ Beton) wurde 1930 in Großbritannien gegründet und entwickelt sich vor allem nach den Zweiten Weltkrieg im Zuge des Wiederaufbaus in Europa zu einem führenden Transportbeton-Lieferanten. In den 50er Jahren expandierte Readymix auch nach Deutschland, die erste Transportbetonanlage entstand in Düsseldorf. Aufgrund von Übernahmen anderer Firmen und Kiesgruben zählt Readymix zu einem der größten Betonhersteller in Deutschland. Die Palette der orangefarbenen Miniaturbetonmischer wird jetzt um ein Fahrzeug mit Henschel HS 3-180 Fahrerhaus ergänzt.

kr

Das neue VW Karmann Ghia Cabriolet neben seinem Spenderfahrzeug und einem früheren Umbau, den ein Sammlerfreund gebaut hat, mit einer zurecht gefeilten Scheibe eines Porsche 911 und der Persenning eines Mercedes 190 SL Roadster, die im Vergleich zum Original zu flach ist. Der Klebefleck auf der Scheibe der Wiking-Neuheit stammt vom Verfasser, als er die lose Scheiben wieder festklebte.
Ganz in Schwarz einschließlich Fahrgestell zeigt sich der Saab 900 Turbo. Die beigefarbene Inneneinrichtung liefert dazu einen passenden Kontrast. Wiking hat auch den „Turbo“-Schriftzug auf den Seiten nicht vergessen. Ein Saab mit Fuchs-Alus vom Porsche 911.
Früher waren die Taxis schwarz. Auch der Mercedes 600 trug diese Farbe sehr oft. Was liegt also näher, als den großen Mercedes zu einem Taxi umfunktionieren? Ein Vorbild gab es tatsächlich, wie ein zeitgenössisches Foto beweist, und zwar bei einem Taxiunternehmen in München. Nichts ist unmöglich.
Der zinkgelb-weiße Chevrolet K5 Blazer erinnert in seiner Farbgebung etwas an die Erstauflage dieses Modells. Im Gegensatz dazu zeigt sich die All-Terrain-Version in Schwarz statt der blauen Grundfarbe bei seiner Premiere.
Die neue Faun Schwerlastzugmaschine passt bestens zu den Modellen der oilvgrauen Spedition, die Oliver Wasmus vor ein paar Jahren als Sondermodelle bei Wiking bestellt hatte. Zusätzlich zur Holzpritsche liegt dem Modell eine aus Stahl bei.
Ein eindrucksvolles Modell, der Peterbilt 359 Abschleppwagen der US-Firma Coast Counties, einem Händler für Peterbilt-Fahrzeuge. Wiking hat das Modell vorbildgerecht bedruckt und beschriftet. Die dezente Silberung der Tanks und Auspuffrohre trägt wesentlich zum realistischen Gesamteindruck bei.
Wir haben dem neuen dreiachsigen Rungenanhänger einen fast farbgleichen Unimog U 140 vorgespannt. Aber natürlich kann auch jeder andere Wiking-Unimog oder Traktor als Zugfahrzeug dienen.
Das Vorbild des Büssing 4500 Sprengwagens diente in den 50er Jahren dazu, den Staub auf den Straßen zu binden. Der Kommunal-Unimog mit Kehrwalze dagegen reinigt die Fahrbahnen vom Schmutz, den Baufahrzeuge notgedrungen von der Baustelle auf die Straße bringen.
Der kleine E.R.F. Betonmischer von Matchbox wollte unbedingt mit aufs Foto, schließlich stamm die Firma Readymix auch aus Großbritannien. Der Henschel-Betonmischer ist ein einfacher Umbau des Verfassers, den vierachsigen Mercedes SK gab es als Ladegut auf einem Roco-Eisenbahnwaggon.

Steckbrief:

Wiking 0034 48 VW Karmann Ghia Typ 14 Cabriolet 1957. Karosserie Schilfgrün. IA braunbeige. Lenkrad perlweiß, Verdeck beige. FG und Felgen silbern.  UVP 20,99 €.

0215 02 Saab 900 Turbo 1978. Karosserie schwarz. IA beige. FG schwarzgrau. Felgen silbern. UVP 17,99 €.

0156 05 Mercedes 600 Taxi. Karosserie und Radkappen schwarz. IA rehbraun. Lenkrad perlweiß. FG chromsilbern. Taxischild gelb. Felgen silbern. 1963. UVP 22,99 €.
0111 03 Chevrolet K5 Blazer 1975. Karosserie zinkgelb mit weißer Flanke. Dach und Hardtop weiß. IA hellelfenbein. FG und Lenkrad schwarz. Kühlergrill und Felgen verchromt. UVP 21,99 €.
0111 04 dito All Terrain Vehicle. Karosserie schwarz mit rotorangefarbener Flanke, Dach und Hardtop grau. IA rotorange. Beiliegende Anhängekupplung. UVP 21,99 €.
0493 06 Faun F 610/36 ZAN Schwerlastzugmaschine 1965. FH und Holzpritsche olivgrau. IA rehbraun. FG, Aggregat und Felgen oxidrot. Kotflügel, Stoßstange und Kühlergrill schwarz. Beiliegend Stahlpritsche und Peilstangen. UVP 27,99 €.

0631 04 Peterbilt 359 Abschleppwagen „Coast Counties“ 1977. FH, FG, Aufbau und Felgen dunkelgrün. FH seitlich und Aufbauoberteil hellgrün bedruckt. IA perlweiß. Kranaufbau und Scheinwerferträger rot. Luftbehälter, Auspuffrohre und Tanks silbern. Beiliegende Zurüstteile.  UVP 28,99 €.

0447 03 Rungenpritschen-Anhänger dreiachsig. Rungenpritsche maigrün. Ketten schwarz. FG und Trilex-Felgen karminrot. Beiliegend Deichsel mit kleiner Öse. UVP 18,99 €.

0371 12 Unimog U 406 Kehrfahrzeug 1963. FH, Pritsche und Frontanbau pastellorange. IA, FG, Felgen und Kehrwalze schwarz. Pritscheneinlage silbern. Aufsetztank grauweiß. Ein orangetransparentes Warnlicht. UVP 24,99 €.
0682 11 Henschel HS 3-180 Betonmischer „Readymix“ 1955. Alle Hauptbauteile hellrotorange. IA basaltgrau. Vordere Kotflügel, Stoßstange und Kühlergrill schwarz. UVP 24,49 €.