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News 1:18 AUTOart Porsche 911 GT3 RS (Typ 991/II) 2017

Die Entdeckung der AUTO-Art

GT3 RS – das spricht Bände. Diese Buchstaben-/Zahlenkombination kennen die Porsche-Enthusiasten auf der ganzen Welt. Wir tauchen tief ein und entdecken die Pracht der AUTOart. Der neue GT3 ist keine Wiederauflage des 2018 erschienenen GT3 RS. Dieser war ein Typ 991/I. Der Neue ist ein 991/II.

Für viele, ja die meisten Elfer-Enthusiasten ist der jeweils aktuelle GT3 RS der faszinierendste und betörendste Porsche 911. In ihm zu sitzen, als Fahrer, davon träumen die Fans. Ihn auf der Nordschleife zu spüren, ihn zu hören, zu riechen, sein Lenkrad und seinen Schaltknüppel anzufassen, mit dem rechten Fuß aufs Pedal – das sind die Wachträume, die Hoffnungen, die Wünsche. Meist die unerfüllbaren Wünsche. Nicht jeder kennt einen Eigentümer eines GT3 RS. Und selbst wenn – nicht jeder Eigentümer eines GT3 RS gibt seinen Wagen aus der Hand. Er ist ein Cup-Racer, er ist zu 911 Prozent ein Rennwagen und nur zu 89 Prozent ein Straßenfahrzeug und imaginär an seinem Steuer dünkt sich jeder gaaanz groß.

So bleibt dem Enthusiasten nur eines: Sehnsuchtsvoll des Nachts ins Kissen beißen und tags darauf zum Modellautohändler zu gehen und einen Achtzehner zu kaufen. Natürlich ist ein Modell ein Kompromiss und bedeutet für denjenigen, der vom Original träumt, nicht unbedingt Erfüllung und Glück. Aber es bedeutet Trost. Und auch ein bisschen Glück. Glücklich ist, wer einen, zwei oder drei AUTOart Porsche 911 GT3 RS in seiner Vitrine hat. Darauf kann man stolz sein.

Zwei oder drei gar? Nicht „nur“ einen? Der 911 GT3 RS von AUTOart ist auf den ersten Blick keine Formneuheit, sondern eine Wiederauflage. Und es ist somit auch kein aktueller GT3 der Baureihe 992, sondern ein rund zehn Jahre alter Typ 991. Der erste Typ 991, mithin die Version 991/I (2013 bis 2015), erschien bei AUTOart mit der üblichen Verzögerung im Frühsommer 2018. Damals legte AUTOart sechs Farben auf, Indischrot, Weiß, Miamiblau, Lava Orange, Schwarz und Ultraviolett. Nun, acht Jahre später, erscheint der 991er GT3 RS erneut, eine völlige Formneuheit, nunmehr der Typ 991/II (2017 bis 2018). AUTOart offeriert ihn in Kreide, Minzgrün und Rivierablau ohne Weissach-Paket sowie mit demselben in Weiß, Lava Orange, Lizard Grün und Racing Yellow (unser Fotomuster), somit also in sieben Farben, und der Sammler hat die Qual der Wahl, ob er das Weissach-Paket möchte oder nicht. Und das Schöne an diesem „alten“ GT3 RS: Bei ihm kann man sowohl beim Original wie am Modell die Motorklappe öffnen. Bei aktuellen Elfern geht das nicht mehr.

Zehn Jahre Composite-Routine

Die Form ist bei AUTOart perfekt getroffen, wie erwartet, der Über-Elfer entspricht aus jedem Blickwinkel, aus jeder Position, aus jeder Perspektive dem Original und verkleinert es 18 Mal. Das ist Voraussetzung, das ist eigentlich gar nicht erwähnenswert. Es sind die Kleinigkeiten, die Freude bereiten, die Entdeckungsreise mit den Augen und den Fingern. Das ist eigentlich unbezahlbar, obgleich es in Mark und Pfennig seinen Preis hat. Den AUTOart Porsche packt man nicht einfach aus und stellt ihn in die Vitrine. Mit ihm beschäftigt sich der stolze Käufer. Das Auto bleibt erst mal auf dem Schreibtisch stehen. Er nimmt ihn immer wieder zur Hand, betrachtet ihn unter unterschiedlichen Aspekten, entdeckt ihn.

Der Vergleich beider ist insofern interessant, als der 991/I aus der frühen Zeit stammt, als AUTOart mit der Composite-Bauweise, also den Kunststoffkarosserien, noch „übte“ (die Umstellung von Diecast auf Kunststoff erfolgte peu-à-peu ab 2015). Natürlich war der 991/I GT3 RS ein phantastisches Modellauto. Aber der neue, mit nunmehriger Composite-Routine konstruierte 991/II ist feiner, detaillierter. Das sieht man nicht unbedingt, wenn man jeden der beiden für sich betrachtet. Aber man realisiert es, wenn beide nebeneinander stehen. Die Spaltmaße sind nochmals ein Jota geringer, die Passgenauigkeit besser, der Neue trägt mehr photogeätzte Teile, also „meshed grills“. Bei der Lackierung notieren wir keine qualitative Verbesserung, die war schon damals superb. Das neue Modell, unser Muster trägt das Weissach-Paket, beeindruckt natürlich durch die großflächige Carbon-Darstellung am Dach und der Fronthaube, und das gestaltet AUTOart wirklich wunderbar: ganz leichte Strukturierung der Oberfläche, dennoch derselbe Glanzgrad wie die lackierten Partien. Ebenfalls interessant: Das Weissach-Paket ist ja auf Gewichtserleichterung ausgelegt und verzichtet auf einiges, wie auch auf den Teppichboden. Auf nacktem Blech ruhen der Passagiere Füßlein dennoch nicht, Porsche verwendet einen dünnen, filzigen Belag. Den bildet AUTOart vorbildlich nach.

Der Porsche geht hinten auf, vorbildgemäß. Ein Motor ist dennoch nicht zu sehen, der steckt tief und weit unten. Er wird von einer Kunststoffabdeckung verdeckt. Links sind zwei Einfüllstutzen zu sehen (Kühlmittel und Motoröl), prominent zwei runde Lufteinlässe, welche die Kühlluft in den Motorraum leiten, mittig ein auf silberner Platte befindlicher Schriftzug „GT3 RS 4.0“. Die fein gearbeiteten Haubenscharniere sind ebenso Fotoätzteile wie die Befestigung des Heckflügels. Vorne unter der Haube sieht es nicht anders aus als in aktuellen Elfern, ein kleines, mit Filz ausgelegtes Räumchen mit rotem Warndreieck und ebenso rotem Servicetäschlein. Die durchsichtigen Grills in der Front- und Heckschürze gestatten, bei entsprechendem Lichteinfall, einen Blick auf das Dahinter. Der Innenraum, vorwiegend schwarz, wird durch gelbe Gurte aufgelockert, nett gemacht sind die Schlaufen, um die Türen zuzuziehen, viel Carbon im Interieur, die Materialien sind ihrer natürlichen Oberfläche entsprechend gestaltet, und generell ist bemerkenswert, wie konventionell ein Elfer-Innenraum vor zehn Jahren noch war. Die super gemachten Felgen sind die typischen 20/21-Zoll-Magnesium-GT3-RS-Schmiederäder, hier in mattem Schwarz lackiert, „RS“-Logo auf der Nabe, separat eingesetzte, mehrteilige Reifenventile, beschriftete Reifenflanken, und AUTOart gönnte dem Modell die optionale Keramik-Bremsanlage mit gelben Sätteln.

Was für den Sammler gilt, gilt für den Rezensenten ebenso: Ein AUTOart-Modell stellt man nach dem Kauf nicht sofort in die Vitrine. Der gelbe Porsche darf noch eine Zeitlang auf dem Schreibtisch stehen bleiben, auch wenn das Manuskript fertig gestellt ist. Der wird nochmals angeschaut, morgen, übermorgen…

afs

Die klassische, achtstellige Zeichenkette „911 GT3 RS“: Wer davon träumt und den Typ 991/II verehrt, hat an der AUTOart-Neuheit seine helle Freude. Vorne und hinten verbreiterte Turbokarosserie, viel Leichtbau aus edlen und teuren Materialien, absolut authentische Wiedergabe, alles makellos.
Modellfotos: Hans-Joachim Gilbert
Ein Plätzchen für ein kleines Etwas ist im GT3 RS durchaus vorhanden. Aber das Etwas sollte draußen bleiben. Beim GT3 RS zählt jedes Kilo. Natürlich auch dasjenige des Fahrers.
Was wir hier nicht sehen, sind 500 saugende Porsche-PS aus 3996 cm³ Hubraum. Was wir sehen, ist eine Kunststoffverkapselung – eben das, was uns Porsche zubilligt, vom Motor zu sehen. Aber das hat AUTOart gewohnt perfekt wiedergegeben.
Sportsitze, Überrollbügel, hinten kein Platz für eine Bank. Und das Lenkrad mit seinem gelben Strich auf High Noon erkennen wir wieder, es stammt aus dem 918, wie auch die Carbonsitze. Die Türöffner sind Schlaufen und fühlen sich bei AUTOart an wie Schlaufen.
Luftöffnungen an den vorderen Radläufen leiten die Frischluft bis ins Heck. Phantastisch gemacht von AUTOart, durchbrochene Gitter.

Steckbrief:

AUTOart 78178 Porsche 911 GT3 RS (Typ 991/II) 2017 Racing Yellow. Fertigmodell Kunststoff, Maßstab 1:18. UVP 269,95 Euro.