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News 1:18 Norev Opel Kadett Rallye 2.0 E 1977

Den Antrieb an der richtigen Achse

Das Opel Kadett C Coupé in seinen sportiven Versionen gehört zu den Allzeitfavoriten einer ganzen Kohorte. Es miniaturisiert zu haben, war eine kluge Entscheidung von Norev. Egal, welche Farbe und welche Ausführung – es geht weg wie warme Semmeln. Nun kommt das Coupé als ’77er Opel Rallye 2.0 E in Brillantocker. Und wird sicherlich rasch ausverkauft sein.

Ziehen statt schieben war der Trend der 70er Jahre, Front- statt Heckantrieb. Den unbestrittenen Vorteilen des Frontantriebes im automobilen Allroundbetrieb zum Trotze – sportlich blieb der Heckantrieb, und überhaupt kann man nur mit einem Hecktriebler driften. Einen Golf GTI brachte jeder um die Kurve, ein Kadett Coupé nur der Könner – so argumentierten die Fans von Kadett GT/E und Escort RS 2000, den Verfechtern der alten Schule. Und sie hatten damit nicht unrecht.

In der Folge des Rallye Kadett B erschien, gleichzeitig mit der Einführung des Kadett C, ein Sportversion namens SR. Ihr war kein spezieller Motor zu eigen, das Sportliche reduzierte sich auf optisches Talmi. Mit Erscheinen des GT/E und Rallye nahm das Interesse an ihm rapide ab. Der GT/E ab August 1975 war die Basis für das offizielle Opel-Werksrallyefahrzeug, wurde aber auch im normalen Straßenverkehr gerne gefahren. Der Opel Kadett GT/E war knallig gelb (Brillantgelb) bis zur Gürtellinie, darunter tiefschwarz, und sein 1,9-Liter-Einspritzer brachte es auf satte 105 PS (bei einem Leergewicht von nur 925 Kilo!), Auflage 8860 Stück, alle erste Serie mit Vorderblinkern unten. Nach zwei Jahren, im Oktober 1977, wurde er vom GT/E 2 mit 2-Liter-Einspritzer und 115 PS getoppt, Facelift-Kadett mit Blinkern seitlich der Scheinwerfer. Dieses Modell war weniger auffallend lackiert, nunmehr in den Opel-Sportfarben Polarweiß/Brillantgelb (2234 Exemplare). In diesen zweifarbigen Kriegsbemalungen sind die beiden GT/E in Erinnerung geblieben. Doch Opel offerierte die Wagen auch in einfarbiger Unilackierung, den GT/E ausschließlich in Signalfarben, den GT/E 2 auch in Metallictönen (Jadegrün und Saphirblau), für jene Fahrer, die eher ein diskretes statt ein exaltiertes Auto wünschten.

Den 2-Liter-Einspritzer des GT/E 2 trug auch der Opel Rallye, mit fünf Pferdestärken weniger eher für den Alltagsgebrauch gedacht als der GT/E und charakterisiert durch den mattschwarz beklebten unteren Karosseriebereich mit großen Lettern „Opel Rallye“ – das neue Norev-Modell in Signalocker. Ihn gab es auch mit zahmeren 75 PS aus 1,6 Litern und er war sogar in Metallicfarben erhältlich. Die Opel-Farbe Brillantocker 426, von Norev passend zum Kadett Rallye Coupé gewählt, war zwischen 1976 und 1982 auf der Rüsselsheimer und Bochumer Palette und blieb nicht nur auf dem Kadett C in Erinnerung. Es wurde auch gerne getragen von Rekord- und Commodore-Fahrern, ja sogar der Bedford Blitz Transporter war in Brillantocker lieferbar.

Am Kadett Rallye ist kein Gramm Chrom zu finden. Alle „Blankteile“ sind mattschwarz eloxiert, inklusive der Stoßstangen. Der Front- und Heckspoiler sind ebenfalls mattschwarz, aber keine Blech-, sondern Gummiteile. Der Bereich ab Flankensicke abwärts ist auch mattschwarz mit einem negativ dargestellte „Opel Rallye“-Schriftzug. Das ist beim Original nicht lackiert, sondern foliert und beim Modell ist es ein Druckwerk. Dabei hat die Druckfarbe partiell Mühe, in die Türgravursicken vorzudringen. Der Kadett Rallye trägt die serienmäßigen Stahlsportfelgen im Rostyle-Look, keine Alus. Innen ist er tiefschwarz, also nicht viel zu sehen. Immerhin dies: Der Innenhimmel ist weiß, die Türen demonstrieren im oberen Bereich Karosseriefarbe, weil die Verkleidung nicht bis ganz nach oben reicht, ein wenig silberne Dekoration ist auszumachen, so die Speichen des Sportlenkrades. Fast schon ein kleiner Affront ist die Kölner Zulassung des Bochumer „Boy Racers“. Er lebt also in der Höhle des Löwen und wird „im echten Leben“ sicherlich von ganz vielen Escort RS 2000 bedrängt.

afs

Sehr stylig, sehr trendig, sehr zeitgenössisch. Brillantocker ist eine typische 70er-Jahre-Farbe und passt bestens auf den Kadett Rallye. Chrom wurde damals als altväterlich verpönt. Ein Mercedes durfte einen Chromgrill tragen (mehr aber auch nicht), ein sportliches Auto hatte chromlos und gemattschwärzt zu sein.
Modellfotos: bat
Die typische Lackierung des GT/E 2 gab es auch für den Rallye (im Bild ein 1,6 S, nicht mal ein 2-Liter-Einspritzer) – eine ganz seltene Angelegenheit. Die Zweifarbenlackierung kostete beim Rallye 162 D-Mark Aufpreis, und dann entfiel der große „Rallye“-Schriftzug an den unteren Flanken, dafür ein kleiner „Rallye“-Kleber auf den Vorderkotflügeln, wie hier zu sehen. Und die Schmiedefelgen oder die ATS-5-Stern-Alus gehörten beim Rallye nicht zum Serienumfang, sondern waren aufpreispflichtig. Der Kunde, der den abgebildeten Wagen orderte, investierte also in die Zweifarbenlackierung, begnügte sich aber mit den serienmäßigen Stahlsportfelgen und dem kleinen Motor.

Steckbrief:

Norev 183659 Opel Kadett Rallye 2.0 E 1977 brillantocker. Fertigmodell Zinkdruckgguss, Maßstab 1:18. UVP 69,95 Euro.