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News 1:18 MCG Opel Commodore A GS 1967

Rüsselsheimer Reaktion

Ein deutscher Autobahnstürmer mit leichten Muscle-Car-Allüren: MCG bringt den Opel Commodore A als Zweitürer-Limousine – nicht den kriegsbemalten GS/E mit Benzineinspritzung, sondern den diskreteren GS mit Vergaseranlage. Sehr schönes Modell aus einer sehr schönen Epoche. Damals baute Opel noch begehrenswerte Automobile.

Die sechs Zylinder im Opel Commodore A waren nichts als eine Reaktion auf die Kölner Dreistigkeit, den Ford Taunus seit September 1964 mit dem „Kölner V6“ auszustatten. Ein echter Affront, von dem Opel eiskalt erwischt wurde. Auf den V6-Großangriff reagierte Opel mit einer neuen Typenreihe, dem Commodore. Denn für die Rüsselsheimer Marketing-Leute war klar, dass ein Klassewagen mit sechs Zylindern keine Ausstattungsvariante des Rekord sein durfte, sondern ein eigenes Image tragen musste, um das höhere Niveau mit einem Namen zu verbinden.

Das Baukastenprinzip ermöglichte ohne Neukonstruktion eine Baureihe zwischen Rekord und den großen Opel, ein Aufsteigerauto mit sportlichem Touch, familientauglich und zuverlässig wie ein Rekord und gleichzeitig ein Autobahnstürmer mit Individualcharakter. Im März 1967 debütierte der Commodore A, optisch ein Rekord L mit geändertem Grill und mehr Chrom, zusätzlicher breiter Zierleiste zwischen den Rücklichtern und anderem Felgendekor für größere Räder (14 statt 13 Zoll-Felgen); von Anfang an beliebtes Extra war das schwarze Vinyldach. Innen dominierten feine Stoffe und Holzdekor, Servolenkung serienmäßig.

Die Grundmotorisierung des Commodore war ein Motor, der vom 2,8-Liter-Sechszylinder des Opel Admiral abgeleitet war, auf 2,5 Liter reduziert, 115 PS stark. Lieferbar war der Commodore als Zwei- und Viertürer-Limousine sowie als Coupé, eine Caravan-Variante blieb ihm verwehrt. Während in der Rekord-Linie die Zweitürer-Limousine dominierte, kauften die Commodore-Kunden vorwiegend den Viertürer oder das Coupé.

Nach dem Standard-Commodore erschien im November 1967 der GS. Für 1000 D-Mark Aufpreis lieferte Opel den Motor mit überarbeitetem Zylinderkopf, Zenith 35/40 INAT-Doppelvergaser und neuer Auspuffanlage. Satte 130 PS waren die Ausbeute, der Commodore GS rannte 180 km/h. Sein Heckblech war mattgeschwärzt, bei dunkel lackierten Fahrzeugen war es in mattem Silber gehalten. Der GS trug Zusatzscheinwerfer und entsprechende Schriftzüge. Bis Ende 1968 waren seine Sportstahlfelgen im Rostyle-Look verchromt, danach wurden sie zweifarbig silbern/mattschwarz lackiert. Das hübsche Lenkrad mit Holzkranz wurde zum Modelljahr 1970 durch ein Volant mit Lederimitat ersetzt, die Echtholzleisten im Inneren wichen Imitat. Die Commodore-A-Produktion wurde gleichzeitig mit derjenigen des Rekord C eingestellt. Zwischen März 1967 und Dezember 1971 wurden 156.497 Wagen gebaut.

Schönes Modell mit nonchalanten Recherchefehlern

Obgleich die Mehrzahl der Commodore-A-Limousinen also Viertürer waren, entschied sich MCG für den Zweitürer. Denn das Modell bildet die Basis für Rallyeversionen, die wir gesondert vorstellen werden, und den ominösen Rekord C Spezial-Tourenwagen namens Schwarze Witwe (Caramini-online vom 29. August 2026) – und diese Sport-Commos waren nun einmal Zweitürer-Limousinen. So wie der Commodore selbst, entsteht auch das MCG-Modell quasi aus dem Baukasten. Die Grundform der Miniatur lobten wir schon bei der Besprechung der „Witwe“ und wiederholen nur das Wort „bestens gelungen“. Bei den Details allerdings hat MCG ein wenig geschludert. Das macht das Modell nicht weniger schön, aber ein paar Kleinigkeiten stimmen einfach nicht. Da ist das Heckblech in Karosseriefarbe, in Saharagoldmetallic 402. Es müsste mattschwarz lackiert sein. Da sind die (super miniaturisierten!) Stahlsportfelgen in Silber. Die Inletts müssten mattschwarz ausgelegt sein. Sodann vermissen wir die feine „Coach Line“, also den schwarzen Zierstreifen entlang der Lichtkante. Ferner trägt das Modell rund um die Radausschnitte und am Türschweller die Chromzier des Opel Rekord L, aber nicht jene des Commodore. Der „Commo“, wie ihn seine Fans nennen, hat nämlich zusätzlich zur Rekord-Zierleiste am Schweller eine zweite, noch breitere Zierleiste. Sie setzt sich hinter dem hinteren Radausschnitt fort, und kurioserweise hat MCG diese Fortsetzung mit einem Druckwerk gewürdigt. Das alles ist nicht schlimm. Aber es ist schade. Dass der Commodore innen kein Holz trägt, übersehen wir generös und begründen es mit Kostenreduzierung bei der Herstellung. Schön gemacht und lobenswert sind der typische Commodore-Grill mit (etwas zu groß geratenen) Zusatzscheinwerfern und die „Commodore GS“-Schriftzüge auf dem Kofferraumdeckel und an den Vorderkotflügeln.

Der Commodore A von MCG ist also ein prinzipiell sehr gutes Modell, formal und was die gesamte Erscheinung betrifft, aber es leidet ein wenig unter Recherchefehlern im Detail. Das heben wir auch deswegen hervor, weil wir es bei MCG-Neuerscheinungen der jüngeren Vergangenheit einfach nicht mehr gewohnt sind.

afs

Der GS trug nie die absolute Kriegsbemalung des GS/E, sondern trat wesentlich diskreter auf. Das Saharagoldmetallic passt wunderbar zu ihm, eine gute Farbwahl von MCG. Damals war kaum ein Commodore A ohne Vinyldach unterwegs. Wer sich den „Commo“ leisten konnte, stieg vom Rekord auf und hatte auch das Geld für schöne Extras.
Modellfotos: bat
Landläufig werden die Sportversionen mit der Coupékarosserie verbunden. Aber es gab den GS natürlich auch als Stufenhecklimousine, hier im gleichen Saharagoldmetallic mit schwarzem Kunstlederdach wie das MCG-Modell, aber als Viertürer (und obendrein aus Schweizerischer Produktion, made in Biel, nicht made in Rüsselsheim).
Foto: Wolfgang Diem

Steckbrief:

MCG 559 Opel Commodore A GS Zweitürer-Limousine 1967 goldmetallic. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP 64,95 Euro.