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News 1:87 Wiking Neuheiten Januar 2026

Von flachen Pritschen und mattschwarzen Hauben

Die erste Neuheitenauslieferung dieses Jahres von Wiking erreichte die Händler und unsere Redaktion noch vor dem Beginn der Spielwarenmesse 2026. Diese enthielt neben interessanten Farbvarianten und Bauteilkombinationen auch eine ausstehende Formneuheit von 2024, die lange Flachpritsche für Dreiachs-Lastwagen und -Anhänger.

Personenwagen

So wird einer biederen Mittelklasse-Familienkutsche Rasse eingehaucht: Gelbe Farbgebung, die Motorhaube mit einem schwarzen Mittelstreifen und schwarze ATS-Sportfelgen – das sieht nach Ascona SR aus. Der Opel Ascona B erschien bei Wiking im Jahr 1978, zunächst mit vier Lüftergittern vor der Windschutzscheibe. Dieser Fehler wurde schon ein Jahr später korrigiert und seitdem zeigen alle bisher erschienenen Opel Ascona B von Wiking vorbildgerecht nur zwei Lüftergitter. Wer jetzt denkt, solch einen gelben Ascona gab es doch schon einmal, hat nicht unrecht, denn zur Intermodell 2008 kam ein gelbes Modell mit schwarzem Vinyldach. Jetzt muss Wiking nur beide Modellvarianten kombinieren und das Ergebnis mit einem schwarzen Seitenstreifen versehen, dann könnte eine vorbildgerechte Verkleinerung des Opel Ascona B SR zu den Sammlern fahren – wobei man bedenken muss, dass die „Kriegsbemalung“ beim Ascona B stets optional war. Opel präsentierte den Ascona B auf der IAA 1975 – der letzte Vertreter der Ascona-Baureihe mit Hinterradantrieb.

Man kann es nicht oft genug loben, was die Formenbauer bei Wiking in den 60er Jahren leisteten. Gerade durch die heutige Lackierung und vor allem durch die Detailbedruckung wird erkennbar, wie authentisch die Formensprache der jeweiligen Vorbilder in dem Maßstab 1:87 oder 1:90 damals umgesetzt wurden. Dies zeigt sich auch beim Auto Union 1000 S Coupé de Luxe (von Wiking als „DKW Coupé“ bezeichnet) in seiner vorbildgerechten Lackierung in Elfenbeinbeige mit weißem Dach. Das historische Modell verweilte von 1960 bis 1964 im Programm, wie damals üblich ohne Inneneinrichtung und mit dunkel getönten Scheiben. Dieses Manko wurde jetzt behoben, endlich ist eine Inneneinrichtung vorhanden. Wiking zeichnet die Vorbildversion des Modelljahrs 1959 mit Panorama-Frontscheibe nach.

Daimler-Benz bot ab 1956 die Cabriolet-Version des Mercedes 220 S („Ponton-Mercedes“) an. Im gleichen Jahr kam auch das entsprechende Coupé auf den Markt. Vom Coupé verließen nur 1251 Einheiten die Werkshallen. Auch bei Wiking gab es ab 1959 ein Mercedes 220 S Coupé, allerdings entsprach die Gestaltung des vermeintlichen Coupé-Dachs eher dem des geschlossenen Verdecks des Cabriolets. Dennoch hat sich unter Wiking-Sammlern die Bezeichnung „Coupé“ eingebürgert. Ab 1963 war das hintere Kennzeichen nicht mehr Bestandteil der Karosserie, sondern des Fahrgestells. 2021 erhielten sowohl Cabriolet wie auch Coupé eine neue Inneneinrichtung, die das Modell deutlich aufwertete.

In den 80er-Jahre propagierte Wiking die so genannte Veteranen-Serie mit der Neuauflage von unverglasten Personenwagen in verglaster Ausführung, teils aus erheblich überarbeiteten Formen. So rollte 1984 der Ford Taunus 12m, die „Weltkugel“, in den Wiking-Katalog, worin er bis 1992 verweilte. Das bis dato letzte Modell in der Serie gab es im Jahr 2016. Mit dem Weltkugel-Taunus (benannt nach einer kleinen Kunststoff-Kugel über dem Kühlergrill) fand sich die Ponton-Bauweise auch im Programm von Ford wieder. In dieser Form wurde das Fahrzeug von 1952 bis 1955 produziert. Das Wiking-Modell trägt nun ein wasserblaues Farbkleid, das auch die scheibenförmigen Felgenabdeckungen umfasst.

Lastwagen und Einsatzfahrzeuge

Eine neue Bauteilkombination stellt die MAN Pausbacke mit Flachpritsche dar. So kann sie für vielfältige Transportaufgaben eingesetzt werden. Die Farbgestaltung in Silbergrau und Rot wirkt sehr ansprechend. Mit der Rekonstruktion des MAN Pausbacke-Fahrerhauses hat Wiking damals eine richtige Entscheidung getroffen.

Die von Daimler-Benz im Jahr 1984 eingeführte „Leichte Klasse (LK)“ unterschied sich von den früheren Baureihen durch das erstmals kippbare Fahrerhaus. Die kleinste Lkw-Baureihe von Mercedes war zunächst mit einem Sechszylinder-, später mit einem Vierzylinder-Motor versehen. Gebaut wurde der Lastwagen bis 1998. Wiking stellte den Mercedes 814 LK 1987 vor und bot ihn bis 1994 an. Ab 1995 erschienen sehr viele Sondermodelle auf der Basis des 814. Bei der Neuauflage in der von Mercedes standardmäßig lieferbaren Farbgebung Türkis ist Wiking ein kleiner Fauxpas unterlaufen, die Pritsche wurde seitenverkehrt montiert. Inwieweit sich das korrigieren lässt, dies hat der Verfasser noch nicht untersucht.

Der Hanomag L 28 Pritschenlastwagen erscheint in der Ausführung der Spedition Bernhard Klein-Wiele aus Bocholt als Lieferfahrzeug für den Nahverkehr. Das Unternehmen startete 1902 mit einem Pferdefuhrwerk für Kohlentransporte. Später wurden auch Produkte der Textilbranche transportiert. Im Jahr 1936 standen bereit 35 Lastwagen auf dem Betriebshof. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste das Unternehmen neu aufgebaut werden, was auch gelang. Im Lauf der Jahre wurde der Fuhrpark beträchtlich erweitert und auch internationale Transporte wurden durchgeführt. Erst 1961 ging das letzte Fuhrwerk in Ruhestand. Die Übernahme des Unternehmens erfolgte durch die Spedition Fiege.

Beim dreiachsigen Flachpritschenanhänger ist der Aufbau formneu, das Fahrgestell ist ein alter Bekannter. In der Farbgebung Moosgrün und Purpurrot ergänzt das Modell die Forst-Flotte des kleinen Wiking-Ladens von Michi Bloeßl auf beste Weise. Hier sind viele Kombinationen möglich – stets unter der Voraussetzung, man besitzt diese Modelle auch. Aber Michi Bloeßl wird seine Forst-Edition sicher wieder mit interessanten Modellen, auch passend zum neuen Anhänger, ergänzen.

Vorbilder von Offroad-Wohnmobilen auf der Basis des Unimog U 1700 L sind sehr viele zu finden. Meist wurden diese auf gebrauchten Basisfahrzeugen aufgebaut, entweder mit selbst konstruierten oder mit fertigen Camping-Aufbauten. Wiking hat sich für die zweite Variante entschieden und auf seinen Unimog U 1700 L den Alkoven vom VW T4 gesetzt. Eine attraktive und durchaus vorbildnahe Kombination. Farbgebung und Bedruckung orientieren sich an den bereits früher erschienen Weltenbummler-Fahrzeugen auf Basis Mercedes Kurzhauber und Unimog U 404 S.

Letzterer steht im Mittelpunkt der letzten Modellbeschreibung dieser Präsentation. Daimler-Benz produzierte den allradgetriebenen Alleskönner ab 1955, vorwiegend für die damals entstehende Bundeswehr. Die Produktion endete erst im Jahr 1980. Aber nicht nur die Bundeswehr nutzte den Unimog U 404 S auf vielfältigste Weise, viele Fahrzeuge gingen auch an Feuerwehren, den Katastrophenschutz, den Bundesgrenzschutz und die Bereitschaftspolizei. Hier erhielt das Fahrzeug einen Kofferaufbau und war als Funkwagen mit entsprechender Ausrüstung im Einsatz. Wiking hat sein Modell in Anlehnung an das Original gestaltet.

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Bieder zeigt sich das Premierenmodell des Wiking Opel Ascona B, noch mit vier Lüftergittern auf der Motorhaube. Die heiße Version besitzt eine umfangreiche Bedruckung und keinen Chrom – außer dem Opel-Logo im Kühlergrill.
Modellfotos: kr
Endlich keine getönten Scheiben mehr, die das Fehlen einer Inneneinrichtung kaschieren müssen. Die Neuauflage des Auto Union 1000 S Coupé wird dem Zusatz „de Luxe“ mehr als gerecht. Das grüne Coupé stellt ein sehr seltene Farbversion des historischen Wiking-Modells dar.
Eine wichtige Veränderung gibt es beim Mercedes 220 S Coupé: Bedruckter Scheibenrahmen und angedeutete Scheibenwischer, klasse. Das macht richtig was her. Natürlich hat auch das Modell aus den 60ern seinen Charme. Manche Hardcore-Sammler verteufeln allerdings die Neuauflagen, nur warum?
Richtig schick ist die blau abgesetzte Weltkugel an der Front des Taunus 12m, der das Fahrzeug seinen Spitznamen verdankt. Auch hier gewinnt der Veteran aus den 80er Jahren ungemein durch den umfangreichen Chromzierrat.
Seit vielen Jahren (mit einer Unterbrechung durch eine Verunstaltung des Fahrerhauses im US-Stil) ein wichtiger Bestandteil des Wiking-Programms: die MAN Pausbacke. Neu ist die Version mit Flachpritsche, die noch auf eine passende Ladung wartet. Aber die Hersteller von Beladungen für Waggons haben sicher etwas Passendes in Petto.
Erfreulich, dass Wiking die „Leichte Klasse“, den Mercedes 814 LK, wieder auflegt, und dies in einer Farbe, die standardmäßig ab Werk lieferbar war. Weniger erfreulich, dass die Pritsche seitenverkehrt montiert wurde. Geschickte Bastler werden das Defizit sicher schnell behoben haben. Die frühen Modelle dienten nicht nur als Basis für Sondermodelle, sondern auch für viele Pseudowerbemodelle.
Ein Hanomag L 28 Pritschen-Lkw als Lieferwagen im Nahverkehr in Diensten der Spedition Bernhard Klein-Wiele aus Bocholt. Die Farbgestaltung wirkt sehr authentisch.
Formneuheit: Das bekannte dreiachsige Hängerfahrgestell erhält die neu konstruierte Flachpritsche in der längeren Ausführung. Wiking hat sich für Moosgrün und Purpurrot entschieden und macht damit viele Kombinationen mit den Forst-Modellen des kleinen Wiking-Ladens von Michi Bloeßl möglich. Wir haben den Unimog U 1700 L aus dem Set „Schwere Jungs II“ davor gespannt.
Nochmal der Unimog U 1700 L, diesmal als allradgetriebenes Wohnmobil für Globetrotter. Der Alkoven des VW T4 passt erstaunlich gut auf das Unimog-Fahrgestell. Die Weltreise kann beginnen.
Bei der Bereitschaftspolizei war der Unimog U 404 S vorwiegend als Funkfahrzeug im Einsatz. Der Kastenaufbau war vollgestopft mit entsprechender Technik und Ausstattung. Wiking realisiert das Modell in Anlehnung an das Original auf der Basis des Unimog U 404 S Feuerwehr-Allradlöschfahrzeugs (TLF 8/8).

Steckbrief:

Wiking 0080 04 Opel Ascona B 1975. Karosserie signalgelb. Motorhaube teilweise schwarz bedruckt. IA, FG und Felgen schwarz. UVP 14,99 €.

0125 04 Auto Union 1000 S Coupé de Luxe 1959. Karosserie elfenbeinbeige. Dach weiß. IA dunkelgrau. FG und Felgen silbern. Weißwandreifen. UVP 15,99 €.

0144 22 Mercedes 220 S Coupé 1956. Karosserie und Felgen lindgrün. Dach maigrün. IA schwarz. Lenkrad weiß. FG silbern.  UVP 21,99 €.

0821 48 Ford Taunus 12M 1952. Karosserie und Felgen wasserblau. IA papyrusweiß. FG silbern. Weißwandreifen. UVP 16,99 €.

0416 05 MAN 10.212 F Pausbacke Flachpritschen-Lkw 1960. FH, Pritsche und Kotflügel silbergrau. IA mausgrau. FG, Kühlergrill und Trilex-Felgen rot. UVP 19,99 €.

0431 21 Mercedes  814 LK Pritschen-Lkw 1984. FH und Pritsche türkis. IA dunkelbraun. FG und Felgen oxidrot. Kotflügel und Stoßstange schwarzgrau. Plane silbern. Pritscheneinlage silberne Pappe. UVP 20,49 €.

0345 06 Hanomag L 28 Pritschen-Lkw „Bernhard Klein-Wiele Spedition Bocholt“ 1955. FH und Pritsche resedagrün. IA, FG, Kotflügel, Kühlergrill und Felgen beigebrau, Plane moosgrau. UVP 18,99 €.

0477 02 Flachpritschenanhänger dreiachsig. Pritsche moosgrün. FG, Kotflügel und Trilex-Felgen purpurrot. UVP 18,49 €.

0375 03 Mercedes Unimog U 1700 L Wohnmobil 1975. FH und Alkoven beige. IA, FG, Kotflügel, Ansaugstutzen und Felgen schwarz. Verglasung des Aufbaus getönt. UVP 19,99 €.

0360 03 Mercedes Unimog U 404 S „Polizei“ 1955. Alle Bauteile tannengrün. Lenkrad schwarz. Ein blautransparentes Warnblaulicht. UVP 20,99 €.