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News 1:18 Norev Porsche 911 (Typ 992/II) 2024

Nächste Runde im Elfer-Streit

Nächste Runde im Widerstreit der Platzhirsche: der aktuelle Elfer, der 911 Typ 992/II. Minichamps macht ihn sealed, Norev all open. Nach den Industriemodellen beliefert Norev nun den Fachhandel mit Elfern vom Feinsten.

Ressourcenverschwendung? Marktwirtschaft? Gesunde Konkurrenz? Wahlfreiheit für den Sammler? Befriedigung einer riesigen Nachfrage? Es stellen sich etliche Fragen und es sind viele Antworten möglich, wenn sich zwei Modellautohersteller desselben Vorbildes widmen. Minichamps macht den aktuellen Porsche Typ 992/II, Norev macht ihn auch. Die Minichamps-Interpretation ist geschlossen, der Norev-Elfer lässt sich dort öffnen, wo am Vorbild auch etwas aufgeht. Das schließt den Motordeckel aus. Also Türen und vordere Haube. Den Minichamps-Elfer hatte Caramini-online am 25. Oktober 2025 zu Gast, zunächst als Coupé in zwei unterschiedlichen Konfigurationen, sealed, ungefedert, lenkbar, jedoch ohne Verbindung zwischen Vorderradeinschlag und Lenkraddrehung.

Nun stehen vier Norev-Elfer auf dem schwarzen Schreibtisch, mit Öffnungsfunktionen, mit Federung versehen, ebenfalls gelenkt, wobei die Einschlagbewegung der Räder mit dem drehbaren Lenkrad gekoppelt ist. Vom Layout her sind die Norev-Modelle also Welten über denjenigen von Minichamps angesiedelt. Preislich sieht es anders aus: Minichamps verlangt 120 Euro und Norev für seine weit aufwendigeren Modelle fünf Euro weniger. Aber das hat schlichtweg damit zu tun, wie die beiden Hersteller ihre Produkte positionieren und welche Ambitionen sie damit haben.

Ich-trau’-mich-nicht und ich-trau’-mich-schon

Mit seinen Porsche wird Norev von Modell zu Modell besser; verantwortlich ist der Product Manager Ben Schumacher. Die Porsche in allen drei Karosserieversionen (Coupé, Targa, Cabriolet) und bislang zwei Ausstattungen (Carrera und GTS) sind hervorragende Miniaturen, zunächst Anfang des Jahres an Porsche als Industriemodelle geliefert, nunmehr als Fachhandelsmodelle und gleichzeitig in anderen Farben und limitierter Auflage exklusiv im Norev-Onlineshop erhältlich. Unsere vier Muster sind Fachhandelsmodelle. Wie bei Norev üblich, überzeugen sie durch einwandfreie Lackierung, ausgezeichnete Spaltmaße und beste Detaillierung. Norev-Porsche machen einfach nur Freude.

Recht spannend ist die Farbauswahl, die Norev seinen Fachhandelsmodellen zugedeihen lässt. Der Carrera ist in Polarsilbermetallic 92E lackiert. Silber ist die ich-trau’-mich-nicht-Farbe der Unentschlossenen und Mutlosen, die alles richtig machen wollen und zu konservativ sind, um dem Leasingberater zu glauben, Kreide sei die beste Farbe bei Leasingrückläufern. Es ist eine technokratische Farbe, das glamouröse Moment bleibt völlig außen vor. Gleichsam ist es zeitlos und zitiert wichtige Porsche-Rennwagen, die mit dieser Farbe verbunden werden. Das eher kühle und blaustichige Polarsilber hingegen steht für die 90er Jahre, für 964 und 993. Das zweite Coupé, der Carrera GTS, kommt im klassischen Indischrot 80K daher. Keine Porsche-Farbe steht dem Elfer mehr – zumindest in den Augen der Mehrheit. Und damit ist die Mehrheit der Bevölkerung gemeint, die einen Porsche 911 schlichtweg in Indischrot vor Augen hat sowie die Mehrheit der Elfer-Fahrer, denn keine Porsche-Farbe ist mehr verbreitet. Bahamagelb 6805 ist die Farbe des Targa GTS. In Bahamagelb brachte Norev gleichzeitig zwei Elfer in 1:18, neben dem neuen 992/II auch einen GT3 der Baureihe 992/I von 2021. Eine Modefarbe in den späten 60ern, ein warmes Gelb in Richtung Orange oder, um die damalige Zeit korrekter zu zitieren, Bahamagelb ist in Wahrheit Ocker. Das Cabriolet trägt Yachtingblaumetallic M5S. Schon der Name suggeriert die große Welt des Jet-Set. Das dunkle Blaumetallic, ein tatsächlich maritimes Blau mit leichtem Grauton, erlebte seinen Initialschrei 2010 auf dem ersten Panamera, war bis 2016 auf der Porsche-Palette und ist nun, wie Bahamagelb und Polarsilber Metallic, einer der vielen klassischen Porsche-Farbtöne, die als PTS-Farben erhältlich sind. Die einzige Serienfarbe im Norev-Quadrumvirat ist Indischrot (plus 1980 Euro). Die PTS-Farben schlagen mit 10.500 Euro Aufpreis zu Buche.

Drei der vier Porsche tragen aufpreispflichtige 20/21-Zoll-RS-Spyder-Räder in Darksilver, der Targa ist, seiner Ausstattung entsprechend, auf den GTS-Alus mit Zentralverschluss unterwegs. Da Norev-Modellautos Vollgummireifen tragen, benötigen sie keine Luft und können auch keine verlieren. Deshalb brauchen die Felgen keine Luftventile. Schön sind die beschrifteten Reifenflanken und richtig großartig die fotogeätzten Bremsscheiben. Die Bremssättel sind schwarz, also Basisbremsanlage, außer beim roten GTS mit roten Sätteln, der gelbe Targa, auch GTS, trägt schwarze – jeweils hübsch mit „Porsche“ beschriftet.

Mit der Innenraumfarbe macht es sich Norev zunächst einfach. Drei Mal schwarz, nur ein Mal Farbe, beim Cabriolet Classic Cognac.

Die Türen schließen mit sattem Ton, die vordere Haube muss mit konventionellen Scharnieren auskommen. Aber sie zu öffnen, ist auch keine Offenbarung: alles ein schwarzes Einerlei mit beflockter Kofferwanne, allenfalls der Entriegelungshebel ist gerötet. Wir fragen uns, wo das Warndreieck geblieben ist. Bei der Vorgängergeneration von Norev, dem 992/I, war es vorhanden.

Innen variiert Norev gar trefflich, mal mit, mal ohne Rücksitze im Coupé, unterschiedliche Sitze mit oder ohne Carbonrückseite – umso schader (gibt es dieses Wort? Wohl kaum!), dass alles schwarz und somit uneinsichtig ist. Schick ist die generelle Ausstattung, auch hier differenziert Norev, bedruckte Sitznähte oder nicht, und kein Piktogramm wurde vergessen. Nett am Roten und Bahamagelben sind rote Stoffgurte und nett an allen ist das Lenkrad mit aufgerautem Kranz. Aber auch das sieht man, weil schwarz in schwarz, kaum, am besten natürlich am Cabriolet. Und auch sonst variiert Norev. Da gibt es einen Kühler unter dem vorderen Kennzeichen bei Coupés und Cabriolet, beim Targa hingegen sehen wir die Radarsensoren und er trägt auch einen klassischen „Porsche“-Schriftzug an der Türunterseite. Die Auspuffendrohre, typgerecht unterschiedlich, mal mit sattem Chrom, mal mattschwarz, die Scheinwerfer Basis oder Matrix-LED, unterschiedliche Stoßstangeneinsätze. Sogar den Aufkleber unter der Türschlossplatte an der B-Säule hat Norev nachgebildet („ECE-Homologationsaufkleber“), worauf auch die Fahrgestellnummer/FIN zu finden ist. Allerdings finden wir sie nicht direkt hinter der Windschutzscheibe auf Fahrerseite am Armaturenbrett.

Norev liefert also nicht nur Aufbauvarianten, sondern definiert sie durchaus auch im Detail. Offenkundig ist, dass die Modelle mit Fachkunde, Liebe und Hingabe konstruiert sind. Wer mit diesen Porsche nicht glücklich wird, benötigt dringend ein Antidepressivum und sollte seinen Psychotherapeuten konsultieren. Denn die Dinger sind wirklich klasse. Applaus!

afs

Mit dem Slogan „Bunte Vielfalt“ warb die Supermarktkette Edeka vor zwei Jahren. Er passt auch zur Norev-Fachhandelsauswahl an Porsche 992/II, Carrera und GTS, unterschiedliche Felgen, unterschiedliche Details. Ihnen gemein ist eine hingebungsvolle Konstruktion mit viel Liebe zu jeder Kleinigkeit.
Modellfotos: bat
Nach so viel Schwarz im Inneren wird es Zeit für etwas Farbe, und diesen Mut hatte nur der Cabriolet-Konfigurierer. Hier sieht man das Können von Norev, die Bedruckung, das Stitching, das digitale Display, den Teppichboden, das schöne Wappen auf dem aufwendig dekorierten Lenkrad. Ein Cabriolet hat durchaus Vorzüge. Aber es fehlt ihm etwas Wesentliches: das Blechdach.

Steckbrief:

Norev 187170 Porsche 911 (Typ 992/II) Carrera 2025 silber, 187171 dito Carrera GTS rot, 187190 dito Carrera GTS Targa ockergelb, 187180 dito Carrera S Cabriolet dunkelblaumetallic. Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP je 115 Euro.