Alles Stuttgart, oder was!
Ziemlich württembergisch dominiert, zumindest im Pkw-Bereich, präsentiert sich das Juli-Neuheiten-Paket von Wiking. Elf H0-Modelle und ein Zubehörset beinhaltet es, interessante neue Bauteilkombinationen und attraktive Farbvarianten. Eine Formneuheit gibt es auch, allerdings im Maßstab 1:43, ein Rosenbauer Flugfeldlöschfahrzeug des Typs Panther 6×6 electric. Dieses stellen wir in einem eigenen Bericht vor. Hier stehen die Wiking-Modelle im Maßstab 1:87 im Mittelpunkt.
Personenwagen
Gleich im Dreierpaket legt Wiking attraktive Mercedes-Modelle neu auf – wobei „wiederaufgelegt“ nicht nur eine Farbvariante bedeutet, nein, sondern auch viel Chromzierrat oder auch schwarze Zierleisten. In gepimpter Version gibt es den Mercedes 280 SL W113, auch „Pagode“ genannt, den „Baby-Benz“ 190 E W201 und die chromig-barock anmutende S-Klasse 450 SE W116. Wiking stellte die „Pagode“, den Mercedes 230 SL, im Jahr 1965 als Neuheit vor. Wohl jeder Wiking-Sammler besaß ein Modell dieses Typs in seiner Sammlung, und der 230 SL (später auch mit 250 SL oder 280 SL bedruckt) avancierte mit einer kleinen Unterbrechung zum Dauerläufer im Wiking-Sortiment. Beim aktuellen Modell in Horizontblau haben die Modellbauer aus Lüdenscheid alle Register in Sachen Bedruckung gezogen, was besonders an den Chromzierleisten erkennbar ist. Zusammen mit den Weißwandreifen stellt das Modell sicher die bisher attraktivste Ausführung dar. Daimler-Benz baute das Vorbild von in 48.912 Exemplaren von 1963 bis 1971, heute sind die Fahrzeuge begehrte Klassiker.
In der absoluten Oberklasse war der Mercedes 450 SE W116 zuhause, von 1972 bis 1980 gebaut und von Daimler-Benz erstmals als S-Klasse bezeichnet. Der Automobilhistoriker Werner Oswald bezeichnet das Fahrzeug als „einen Meilenstein in der Geschichte des Hauses“, und nicht umsonst wurde der Mercedes 450 SE zum Auto des Jahres 1974 gewählt. Auch die Produktionszahl von 473.035 zeugt vom Erfolg der ersten S-Klasse. Von der Baureihe W116 gab es sehr viele Ausführungsvarianten, Wiking hat sich 1974 für die Verkleinerung des Mercedes 450 SE entschieden (bei der Bedruckung des Einlegers ist ein kleiner Fehler unterlaufen, dort steht 450 SEL, Wiking kommuniziert das Modell aber korrekt als 450 SE). Auch dieses Modell aus dem Dreierpaket brilliert durch einen umfangreichen Chromzierrat, der auf der oxidroten Farbgebung bestens zu Geltung kommt.
Keinen Chrom, außer beim Kühlergrill, weist dem Zeitgeist entsprechend das Modell des Mercedes 190 E auf. Wiking stellte das Modell im Jahr 1983 vor, ein Jahr nach dem Produktionsbeginn des Originals. Zierleisten, Fensterrahmen unter weitere Details sind in Schwarz abgesetzt. Mit dem 190 W201 baute Daimler-Benz zum ersten Mal ein Fahrzeug der Mittelklasse und erzielte einen großen Erfolg damit. Bis 1993 verließen über 1,8 Millionen Einheiten die Werkhallen.
Nach den drei Württembergern mit dem Stern folgt nun ein klassischer Sportwagen, ebenfalls aus Stuttgart, das Porsche 911 SC Cabriolet. Wiking stellte das entsprechende Modell im Jahr 1984 vor. Es belegte damals, dass sich die Marke Wiking zunehmend in Richtung von mehr Vorbildtreue entwickelte. Begeisterung rief zur damaligen Zeit das in Rottransparent eingesetzte Rückleuchtenband hervor. Die aktuelle Version ist atemberaubend, die Lackierung in Rauchquarzmetallic gepaart mit der beigefarbenen Inneneinrichtung ergibt einen tollen Gesamteindruck, der durch die Felgen noch verstärkt wird. Der Porsche 911 SC ist eine Evolutionsstufe des G-Modells, zunächst nur als Coupé und Targa produziert. Erst 1982 präsentierte der Sportwagenhersteller aus Stuttgart-Zuffenhausen nach ungefähr 20 Jahren wieder ein Cabriolet.
Im Jahre 2011 erschien das Ford Mustang Hardtop-Coupé im Wiking-Katalog und hat seitdem erst vier Modellvarianten erlebt, darunter eine Sonderausgabe für die Spielwarenmesse 2012. Nach Braunrot, Weiß und Schwarz (zusätzlich auch mit Flammendekor) gibt es jetzt eine Farbversion in Moosgrün mit zwei weißen Längsstreifen, welche die sportliche Erscheinung betonen. Der Ford Mustang der ersten Serie von 1964 war immer schon eines der Lieblingsautomobile des Verfassers, sein Matchbox-Modell als Coupé in Weiß hütete er wie einen kleinen Schatz. Und diese Einstellung teilt er sicherlich mit vielen Autoenthusiasten. Mit dem Ford Mustang begründete Ford das Genre der sogenannten Ponycars. Er ist das Pony schlechthin.
Lastwagen, Bau- und Kommunalfahrzeuge
Die Faun F 610/36 SA Sattelzugmaschine darf zum ersten Mal den Flachpritschenauflieger ohne Rungen ziehen, und dies in einer Farbkombination, die sehr attraktiv wirkt. Güter zum Beladen gibt es mittlerweile genug, damit der Sattelzug nicht so „nackt“ daher kommt.
Irgendwie müssen die Kisten mit Seefischen von den vielen Wiking-Lastwagen und -Transportern abgeladen werden. Dafür gibt es jetzt endlich auch ein Hubgerät in Gestalt des ME DG2 Gabelstaplers in passendem Himmelblau. Schön ist, dass Wiking gleich zwei himmelblaue Stapelkästen beigelegt hat. Auf dem Stapler und auf jedem Stapelkasten findet sich das typische Wiking-Fisch-Symbol.
Das Schweizer Transportunternehmen Friderici ist Wiking-Sammlern nicht unbekannt. Bisher gab es zwei Modelle nach dem Vorbild des bereits zu Ende des 19. Jahrhunderts gegründeten Unternehmens, einen Henschel HS 140 Tiefladesattelzug und einen Hanomag-Henschel Alupritschenhängerzug. Wer auf die Webseite von Friderici nach der Firmengeschichte schaut, findet ein Foto vom Betriebshof aus den 60er Jahren, auf dem fast ausschließlich Henschel-Fahrzeuge zu sehen sind. So ist es mehr als logisch, dass die neueste Miniatur nach einem Vorbild von Friderici ebenfalls einen Henschel nachzeichnet. Es handelt sich um einen F 261 K Absetzkipper, der bei Wiking im Jahr 1975 unter der Bezeichnung „Schuttwagen mit Kipp-Mulde“ erschien. Möglicherweise stand das Originalfahrzeug auch zum Abtransport von Bauschutt und Schrott im Einsatz.
Das Modell des Terex Atlas 2205 M Mobilbaggers findet sein Vorbild aus der Zeit von 2002 bis 2019, als die 1919 gegründete Firma von der Terex-Gruppe übernommen wurde, die ihren Hauptsitz in den USA hatte. Terex verkaufte die Geschäftsbereiche Bagger, Krane und Zylinder im Jahr 2010, die seither wieder unter dem Namen Atlas mit drei Standorten firmieren. Wiking bringt jetzt das Modell des Mobilbaggers 2205 M in der perlweißen Lackierung aus der Terex-Ära, die deutlich attraktiver wirkt als die rote Lackierung bei den früheren Bagger-Miniaturen.
Vermutlich verkaufte Gmeinder-Kaelble seine Planierraupen auch in den Nahen Osten für den harten Wüsteneinsatz. Erkennbar ist dies an der weißen Lackierung des Schutzdachs, das die Sonnenstrahlen reflektieren soll. In seiner beigefarbenen Farbgebung passt die Planierraupe bestens zu den bekannten Kaelble- und Magirus-Flachpritschensattelzügen in Wüstenausführung.
Bislang war uns die Schörling-Straßenkehrmaschine nur auf dem Mercedes NG-Fahrgestell bekannt, und dies in vielen Farb- und Beschriftungsvarianten. Nun bringt Wiking den Aufbau in neutraler Ausführung auf dem Chassis des kubischen Mercedes LP 1317, oft als „Toastbrot“ bezeichnet. Das Modell ist beileibe kein Phantasieprodukt, denn ein Vorbildfahrzeug ist Bestandteil der Lkw-Sammlung des PS-Speichers in Einbeck. Wiking hat das Vorbild also korrekt recherchiert, was alle Freunde von kommunalen Müll- und Reinigungsfahrzeugen erfreuen wird.
Als neues Zubehör liefert Wiking die Planen für die VW T2 Doppelkabine Pritsche in vier Farben. Damit können nun die planenlosen Modelle nachgerüstet werden.
kr




Modellfotos: kr


Das Porsche 911 SC Cabriolet in Rauchquarzmetallic ist ein echter Hingucker. Zusammen mit der beigefarbenen Inneneinrichtung und den schwarzen Felgen mit silbernem Felgenrand entstand die bisher schönste Version dieses Modells, das zwar schon über 40 Jahre hinter sich hat, aber dennoch nicht alt aussieht. Die beiden weißen Längsstreifen auf der moosgrünen Karosserie des ’64er Ford Mustang sollen die sportliche Erscheinung des Ponycars noch verstärken.







Steckbrief:
Wiking 0142 48 Mercedes 280 SL Cabriolet 1963. Karosserie und Felgen horizontblau. IA und Persenning nachtblau. Lenkrad schwarz. FG chromsilbern. UVP 23,99 €.
0151 01 Mercedes 450 SE 1972. Karosserie oxidrot. IA braunbeige. FG schwarz. Stoßstangen, Kühlergrill und Felgen silbern. UVP 21,49 €.
0145 01 Mercedes 190 E 1982. Karosserie signalrot. IA und FG schwarz. Kühlergrill und Felgen silbern. UVP 18,99 €.
0162 04 Porsche 911 SC 3.0 Cabriolet 1983. Karosserie rauchquarzmetallic. IA beige. FG, Verdeck und Felgen schwarz. UVP 21,99 €.
0205 04 Ford Mustang Hardtop-Coupé 1964. Karosserie moosgrün mit zwei weißen Längsstreifen. IA und FG schwarz. Stoßstangen und Felgen silbern. UVP 18,49 €.
0554 09 Faun F 610/36 SA Flachpritschensattelzug 1965. FH, Pritsche und Felgen gelborange. IA basaltgrau. FG und Kotflügel braunrot. Sattelplatte silbern. Beiliegende Peilstangen. UVP 36,99 €.
1170 03 ME DG2 Gabelstapler „Seefische“ 1960. Aufbau und Hydraulik himmelblau. Lenkrad schwarz. Gabel und Felgen saphirblau. Beiliegend zwei himmelblaue Stapelkästen. UVP 12,99 €.
0645 06 Henschel F 261 K Absetzkipper „Friderici“ 1965. FH, FG und Absetzmulde staubgrau. IA zeltgrau. Felgen silbern. UVP 25,99 €.
0661 04 Terex Atlas 2205 M Mobilbagger 2004. Kabine silbergrau. IA, Luftgitter und Auspuff schwarz. Aufbau und Ausleger perlweiß. FG, Baggerschaufel und Felgen eisengrau. UVP 21,99 €.
0655 10 Gmeinder-Kaelble PR 610 Planierraupe mit Dach 1952. Aufbau und Fahrwerk beige. Dach, Räumschild und Auspuff elfenbeinbeige. Dach weiß bedruckt. UVP 15,49 €.
0642 06 Mercedes LP 1317 Straßenkehrwagen 1965. FH und Aufbau tieforange. IA, FG, Kotflügel, Innenleben und Kühlergrill schwarz. Besen und Saugschlauch silbern. UVP 24,99 €.
0018 17 Zubehörpackung Planen für VW T2 Doka (vier Stück). Farben: silbergrau, schiefergrau, graubeige, elfenbein. UVP 8,99 €.