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News 1:18 Norev Mercedes SLK 200 R170 1996

So typisch Mitt-90er!

Plötzlich waren die Autos in nachdrücklichem und fast aufdringlichem Grünmetallic lackiert, rund fünf Jahre lang, Anfang bis Mitte der 90er. Eine Trendfarbe, ausgelöst vom legendären Porsche Panamericana. Solch eine Lackierung wollten sie alle, das war der Trend. Norev erinnert mit Vivianit Grün Metallic auf dem SLK R170 an die Daimler-Benz-Interpretation dieser kurzzeitigen, aber intensiven Modeentwicklung.

Dass automobile Farben in Mode und anschließend out sein können, ist keine neue Erkenntnis. Sind sie diskret, so nimmt es nur der Fan zur Kenntnis, nicht aber die Allgemeinheit. Aber es gab und gibt auch Modefarben an Autos, die für allgemeinen Gesprächsstoff sorgen, auch jenseits der Autoszene, und die so sehr en vogue geraten, dass sie dem Hersteller, der sie „erfunden“ hat, nicht lange exklusiv bleiben. Andere nehmen sie auf, geben ihnen andere Namen, lackieren Fahrzeuge anderer Klassen damit. Und so greift die Modefarbe um sich. Oft dominiert sie das Straßenbild durch ihre Auffälligkeit, manchmal so lange, bis sie niemand mehr sehen kann. Dann ist sie out und eine Gebrauchtwagenfarbe. Werden aus dem Gebrauchten im Verlaufe der Zeit Youngtimer oder Klassiker, so freut sich der Betrachter, einen solchen wieder mal in der damals so populären Farbe wiederzusehen. Oder auch nicht. Manch einer mag denken: „Das hat mir früher nicht gefallen. Warum sollte es mir heute gefallen, nur weil es alt ist?“

Eine solche Farbe ist das intensive, dunkle Grünmetallic mit einem Stich ins Türkisfarbene, mal mehr, mal weniger grün, manchmal auch in Richtung Blau tendierend, das Anfang/Mitte der 90er Jahre anschwoll. Plötzlich waren die Straßen dunkelgrünmetallic, Marke Tannenwald oder Lagune, und in der Rückschau verbindet man mit diesem Farbton sogar spezielle Fahrzeugtypen. Einige Beispiele, mitnichten eine vollständige Liste: Den Reigen eröffnete 1989 die legendäre Porsche-Studie Panamericana in einer Farbe, die keinen Namen hatte, ein dunkles Blaugrünmetallic. Ihn erhielt Ferry Porsche zum 80sten Geburtstag und er geisterte durch sämtliche Gazetten. Die Farbe faszinierte und reproduzierte sich bei anderen Herstellern. Bei Porsche selbst wurde es Türkismetallic 25C, vor allem auf den Elfern Typ 964 und 993, bei BMW zu Boston Grün Metallic, der Präsentations- und Volumenfarbe des damals neuen Dreiers E36, VW lackierte den ebenfalls viel diskutierten Golf II Country vorwiegend in Montanagrünmetallic LB6Z. Opel hatte einen ähnlichen Farbton, ordnete ihn aber in die Blautöne ein: Karibikblaumetallic 277, sehr populär auf dem Corsa B und in Erinnerung auf einigen Calibra-Sondermodellen. Und schließlich Daimler-Benz mit Vivianit Metallic 279. Das war, eben dem Yellowstone der Präsentation, die Farbe schlechthin auf dem ersten SLK, der Norev-Farbneuheit, aber wurde auch gerne auf der C-Klasse W202 getragen.

Ob Vivianit Metallic nun schön ist und dem SLK steht, ist heute ebenso Geschmackssache wie damals. Aber es ist eine absolut zeittypische Farbe, die obendrein in der Vitrine ins Auge sticht. Die Miniatur, klassisch konstruiert, also all open, gelenkt und gefedert, erschien im Sommer 2025 als Industrie- und ein halbes Jahr später als Fachhandelsmodell und war bisher zwei Mal zu Gast in der Redaktion (Caramini-online vom 17. Juni und 7. Dezember 2025). Erwähnenswert an diesem Modell ist, dass es zu den ersten Norevs mit besonders fein gearbeiteten Haubenscharnieren (zumindest hinten) gehört, dass der Motor zwar nach wie vor eine Platte ist, aber weit mehr Tiefe aufweist als zuvor, und dass es ein rudimentäres Variodach im Kofferraum hat – das herausgenommen, aber nicht aufgesetzt werden kann, denn Norev bildete nur die Dachhaut nach, wie sie der Betrachter zu sehen bekommt, wenn er den Kofferraum öffnet. Norev legt allerdings auch ein komplettes Variodach bei, auf dass der SLK bei Regen in der Vitrine geschlossen parken kann. Immer wieder schön (und in den vergangenen Rezensionen ausgiebig gelobt) ist das zweifarbige Interieur, das tatsächlich in zwei Farben gehalten ist und nicht nur Sitzflächen oder gar nur „Akzente“ in einer anderen Farbe beinhaltet.

Wer es weniger auffällig mag, wer gar das Gegenteil von Auffälligkeit liebt, der bekommt den gleichen SLK zum gleichen Preis in einer zweiten, seit Ende 2025 lieferbaren Farbe, Brillant-Silber. Diskreter geht wohl kaum. Die Steigerung von Brillant-Silber kann allenfalls lauten: absolute Unsichtbarkeit.

afs

Sichtbar bis zum Exzess. Heute noch. In Vivianit Metallic haben erstaunlich viele SLK der ersten Generation überlebt. Vielleicht, weil sie besonders geliebt und somit gepflegt worden sind.
Modellfotos: bat

Steckbrief:

Norev 183021 Mercedes SLK 200 R170 1996 dunkelgrünmetallic. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP 109,95 Euro.