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News 1:43 Ixo Dodge Charger 1966

Attackeeee!

Der Dodge Charger, das Muscle Car, die Ikone: Das ist der zweite Charger, das 1968er Modell, der General Lee aus The Dukes of Hazard. Es gab auch einen ersten, den 1966er Charger, den Unbekannten, den Vergessenen. Den macht nun Ixo. Eine Form der Erinnerungskultur.

Das englische Wörtchen „to charge“ und sein dazu gehöriges Substantiv „Charger“ haben viele Bedeutungen. The charge ist die Gebühr, aber auch die Anklage (im juristischen Sinne) und (im moralischen) der Vorwurf und die Beschuldigung, es ist die Belastung (im finanziellen Sinne), aber auch die Verantwortung und Obhut. Und dann bedeutet Charge die Sprengladung, den Angriff, die Attacke. Woran Chrysler dachte, dürfte klar sein: Angriff, Attackeeeee!

Der Charger ist ein Pony Car, das etwas größer als das eigentliche Pony Car ist. So wie der Mercury Cougar im Verhältnis zum Ford Mustang. Der erste Charger sollte kein Muscle Car werden, sondern eher eine Alternative zum Olds Toronado oder Ford Thunderbird. Erst mit der zweiten Generation, dem General Lee, wandelte sich das radikal. Der Ur-Charger ist die Coupé-Version des Dodge Coronet und hat eine Fastback-Karosserie, die der Mode des Rambler Marlin (you remember, das Corgi-Toys-Modell!) folgte. Dodge wandte sich an sportliche Erwachsene, während Muscle Cars nach dem damaligen US-Marketing-Verständnis eine Sache für jugendliche Heißsporne waren. Angeboten wurde alles Motorische aus dem Chrysler-Konzern, was unter die Haube passte, vom 5,2- bis zum 7-Liter-Hemi-V8. Das Auto wurde zum Flop. Es war eher altbacken, unattraktiv, vor allem die relativ schmale Spur machte es zum Watschler, und das Design war auch eher plump. Ein sportliches Hatchback passt einfach nicht auf den Körper eines ausgewachsenen Wagens von 5,17 Metern Länge (der Designer ist Carl „Cam“ Cameron, muss man kennen, denn mit dem ’70er Dodge Challenger übertraf er sich selbst). Chrysler dachte um und schaltete um: Der zweite Charger war der Hit.

Ixo macht den ersten (und den zweiten sowieso). Dieser erste Charger kommt in einem schönen Silbermetallic mit Grünstich, trägt eine mattschwarze Motorhaube und verchromte Stahlsportfelgen im Magnum- 500-Stil, in Europa als Rosyle Wheels bekannt und damals der letzte Schrei. Die Seitenscheiben sind geschlossen, was schade ist, denn ein Hardtop-Coupé mit offenen Seitenscheiben ist immer reizvoll. Ixo wusste, warum, denn das Interieur ist undekoriertes, schwarzes Plastik. Wäre es farbig und bedruckt, würde man seine Besonderheiten sehen, damals einzigartig: Der Charger ist ein Viersitzer mit hinteren Einzelsitzen und einer bis hinten durchgängigen Mittelkonsole. Ixo spricht vom 1967er Modell, macht aber tatsächlich einen 1966er. Der zweite Jahrgang hatte kleine Positions-Höcker auf den Vorderkotflügeln, das Ixo-Modell nicht. Und das ist die einzige optische Unterscheidung zwischen 1966 und 1967.

Der Rambler Marlin war ein Misserfolg, trotz des Corgi-Spielzeugs und des 1:25-AMT-Bausatzes, und der erste Charger war es in seiner Folge auch. Das Fastback-Design passt nicht zu einem großen Auto. Er ist zu recht vergessen. Aber ebenso zu recht erinnert Ixo an ihn.

afs

So sehen Loser aus: 1966 verkaufte Chrysler 37.344 Charger, 1967 nur noch 15.788. Für damalige US-Verhältnisse waren das Peanuts, war das beschämend. Zum Vergleich: Der erfolgreiche Nachfolger verkaufte sich 1968, in seinem Premierenjahr, fast 100.000 Mal.
Modellfotos: bat

Steckbrief:

Ixo CLC605N Dodge Charger 1966. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:43. UVP 24,95 Euro.