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News 1:87 Brekina Neue Busmodelle

Busse aus Budapest, Düsseldorf und Ulm

Brekina beweist mit den beiden formneuen Busmodellen wieder einmal sein großes Können in diesem Metier. Unseren Redaktionstisch haben der Ikarus 250 und die lange Version des Mercedes O 309 nach kurzer Reise von Flörsheim aus erreicht, beide Miniaturen nach Vorbildern von Reisebussen. Begleitet hat diese neuen Modelle ein rosafarbener Schnellbus der Hamburger Hochbahn.

Ikarus Busse stammen aus Ungarn, sie wurden von dort aus im Rahmen eines Abkommens des „Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe“ in viele Staaten des Ostblocks exportiert. Ikarus war quasi für die Busse des Ostblocks zuständig. Die Bauart Ikarus 250, ein Teil der sogenannten 200er-Reihe und deren erster Vertreter, wurde von 1968 bis 1996 produziert. Von Beginn an bis zum Jahr 1989 bestellten die Verkehrskombinate der DDR über 200 Exemplare in Ungarn. Das Fahrzeug besaß einen selbsttragenden Aufbau, der in seiner Gestaltung der „Mode“ der beginnenden 70er Jahre entsprach – halt ziemlich kantig. Zwei Türen, jeweils eine im vorderen und eine im hinteren Bereich, sorgen für ein bequemes Ein- und Aussteigen der Fahrgäste. Von diesen fanden 42 bis 46 im Bus Platz, es gab auch Ausführungen als Konferenzbus. Angetrieben wurde der Ikarus 250 von Motoren der Hersteller Rába, die in Lizenz von MAN gefertigt wurden. Damit erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von 106 Stundenkilometern. H0-Sammler sind mit diesem Ikarus äußerst vertraut. Das Espewe-Modell ist gut gemacht, wurde lange produziert, und schon zu DDR-Zeiten fand es durchaus auch seinen Weg in westliche Sammlungen.

Brekina liefert am Anfang neben drei neutralen Ausführungsvarianten noch Modelle nach Vorbildern der Berliner Verkehrs-Betriebe der DDR (BVB), der Sovtransavto, einem Busunternehmen mit Sitz in Moskau, und von Malév Air Tours aus Ungarn. In Ost-Berlin war der Ikarus 250 sowohl im Stadt- und Reiseverkehr als auch im Sonder- und Transitverkehr im Einsatz. Das russische Unternehmen, das auch für den Warenverkehr mit Lastwagen bekannt ist, verwendete das Fahrzeug ab 1988 für internationale Fernreisen. Bei der ungarischen Fluglinie Malév Hungarian Airlines diente der luxuriös ausgestattete Fernreisebus zur Beförderung von VIPs und besonderen Fluggästen. Hier trug er die markante Lackierung in Weiß und Blau mit dem Schriftzug „Malév Air Tours“. Brekina hat eine perfekte Verkleinerung des Ikarus 250 auf die vier Räder gestellt.

Seit dem Jahr 1926 verlassen Autobusse die Werkhallen von Daimler-Benz. Heute lautet die Unternehmensbezeichnung „Daimler-Buses“ und ist ein Tochterunternehmen von Daimler-Truck. Im Jahr 1967 ersetzte Daimler-Benz den mittlerweile in die Jahre gekommenen Kleinbus O 319 durch eine Neukonstruktion auf der Basis des Kleintransporter T2, dem „Düsseldorfer“, benannt nach seinem Produktionsort. Die Gestaltung orientierte sich an den kubischen Fahrerhäusern, mit denen die Lastwagen zu dieser Zeit ausgestattet wurden. Der Kleinbus wurde von 1967 bis 1979 in der ursprünglichen Ausführung angeboten. Es gab ihn mit kurzem und langem Radstand und mit Motoren von 60 bis 80 PS Leistung. Das Platzangebot reichte für 17 Fahrgäste, und als Kinder spielten wir mit einem circa-H0-Modell aus Zinkdruckguss, von Corgi Juniors.

Neben einer neutral gehaltenen Version bietet Brekina zwei Modelle nach realen Vorbildern. Der in Weiß und Blau gestaltete Mercedes O 309 des „Mercedes-Benz Olympia Service“ beförderte während den Olympischen Spielen 1972 in München Sportler, Offizielle und Journalisten im Zubringerdienst. Dazu erhielten die Fahrzeuge eine spezielle Ausstattung. Bei den Hannoverschen Verkehrsbetrieben (ÜSTRA) stand der Mercedes O 309 ebenfalls im Einsatz und bediente weniger verkehrsreiche Linien. Die ÜSTRA betreibt heute nicht nur Busse, sondern auch Stadtzüge und sogar Schiffe. Sehr lobenswert, dass sich Brekina einmal eines kleineren Vorbilds angenommen und dieses in den Maßstab 1:87 verkleinert hat. Und während die Transporterversion des Düsseldorfers bereits vielfach miniaturisiert wurde, hat die Busversion als gutes H0-Modell bislang gefehlt.

Das Vorbild des letzten Modells unserer Präsentation, ein Magirus-Deutz Saturn II, fuhr in der Hansestadt Hamburg als sogenannter Schnellbus bei der Hamburger Hochbahn, der direkte Verbindungen quer durch Hamburg anbot. Diese Einsätze gehören seit 2021 der Vergangenheit an und wurden durch ein Xpress-Bus-Netz und Metrobuslinien ersetzt. Busse der Baureihe Magirus-Deutz Saturn II standen nicht nur in Hamburg, sondern unter anderem auch in Bamberg im Einsatz. Und natürlich in Ulm, aus Gründen des Lokalpatriotismus’. Sie wurden im Original von 1959 bis 1963 hergestellt.

kr

Gleich sechs Ikarus-250-Versionen lieferte der Schwarzwälder Hersteller zum Start aus. Neben drei neutral gehaltenen Versionen gibt es Verkleinerungen von Originalfahrzeugen der Berliner Verkehrsbetriebe aus Ost-Berlin, des russischen Transportunternehmens Sovtransavto und der ungarischen Fluggesellschaft Malév Air. Einer schöner als der andere.
Modellfotos: kr
In natürlicher Umgebung: Ikarus 250-59 Reisbus in Russland.
Foto: Archiv afs
Auch der Mercedes O 309 Kleinbus stellt eine Formneuheit dar, die Sammler von Busmodellen hochwillkommen begrüßen werden. Von diesem Modell können wir drei Ausführungsvarianten zeigen, die alle gut gelungen sind. Das alte Corgi-Juniors-Modell fällt dagegen etwas ab. Aber es hat Charme.
Auf dem Roten Platz in Moskau: Anlässlich der Ausstellung ’Werkzeugmaschinen aus der BRD’ im Jahre 1973 stellte Daimler-Benz den westdeutschen Ausstellern eine so genannte Weiße Flotte zur Verfügung, darunter auch etliche O 309.
Foto: Archiv afs
An die Zeit der historischen Schnellbuslinien in Hamburg erinnert das Modell des Magirus-Deutz Saturn II Stadtbusses in seiner auffälligen Lackierung in Rosa und Cremeweiß. Diese Fahrzeuge bedienten Direktverbindungen innerhalb Hamburgs.
In den 60er Jahren eine typische Szenerie in Ulm: Magirus Saturn II Linienbus der Ulmer Stadtwerke in der Neuen Straße, und in dem Haus am rechten Bildrand befand sich Spielwaren Sindel.
Werksfoto Magirus-Deutz, Archiv afs

Steckbrief:

Brekina 59820 Ikarus 250 Reisebus 1968. Aufbau weiß mit roter Bauchbinde. IA olivbraun. 59821 dito weiß mit blauer Bauchbinde. 59822 dito oben rot, unten weiß. 59823 dito weiß mit roter Bauchbinde „BVB“. 59825 dito oben rotorange, unten cremeweiß „Sovtransavto“. 59826 dito weiß mit blauen Streifen „Malév Air Tours“. Beiliegende Seitenspiegel. UVP jeweils 29,95 €.

36751 Mercedes O 309 Reisebus lang 1967. Aufbau cremeweiß mit orangeroten und goldfarbenen Streifen. IA rot. 36752 dito weiß mit blauen Streifen „Mercedes-Benz Olympia Service“. IA braun. 36753 dito resedagrün „Üstra“. Beiliegende Seitenspiegel. UVP jeweils 27,95 €.

59541 Magirus Deutz Saturn II Stadtbus „Hamburger Hochbahn AG – Schnellbus“ 1958. Aufbau oben cremeweiß, unten rosa. IA blau. Beiliegende Seitenspiegel. UVP 29,95 €.