Gemeinsamkeiten im Unterschied
Zum Jahresende 2025 fuhren nochmals zwei Sondermodelle von Wiking auf den Redaktionstisch. Äußerst spezielle Modelle, die zu bekommen für den Sammler nicht einfach ist. Zumindest muss(te) er weit mehr dafür tun, als nur einen schnöden Bestellbutton beim Online-Händler drücken.
Unterschiedlicher können zwei Automobile kaum sein als diese beiden: Der Mercedes 300 SL W198/II Roadster von 1957 als absoluter Weltklasse-Oldtimer und der in Jugoslawien gefertigte Caddy als schnöde Lieferwagen-Version des ersten VW Golf. Und doch haben sie Gemeinsamkeiten. Die erste ist, dass sie im Dezember erschienene Wiking-Sondermodelle sind. Und die zweite ist, dass man sie nicht kaufen kann. Den Mercedes gar nicht, den VW nicht mehr – abgesehen von überteuerten Angeboten auf Ebay & Co.
Die 105. Spezialauktion für Wiking-Modelle (und andere) des Auktionshauses Saure fand vom 7. bis 9. Dezember 2025 statt, wie immer ausschließlich im Internet. Nur die 100. Jubiläumsauktion bildete da eine Ausnahme als Präsenzveranstaltung in der seit einem Jahr geschlossenen Siku//Wiking-Welt, dem Werksmuseum in Lüdenscheid. Als 42. Modell der Reihe an Sondermodellen, die an Katalogabonnenten und gleichzeitig Gewinner mindestens eines Loses verteilt wurden, gab es diesmal einen Mercedes 300 SL Roadster in der Farbe Lehmbraun. Die Basis des Modells bildet die nach Jahrzehnten wiedererstandene, historische Miniatur des legendären Sportwagens. Einzige Farbtupfer auf dem Modell sind die gesilberten Scheinwerfer und die roten Rücklichter, ganz wie zu den glorreichen Peltzer-Zeiten. Natürlich fanden alle von Carsten Saure angebotenen Lose einen Käufer. Einige Highlights aus der Ergebnisliste: Jaguar XK 120 mit Cellonscheibe in Rot (3200 €), Stromlinienbus T7 in Cremeweiß (3000 €), Unimog 411 offen Typ 1 in Orangegelb (1500 €), Figurengruppe Landwirte mit Magd (1100 €) und zu guter Letzt Mobilkran mit Raupen in Betongrau (1100 €). Weitere Ergebnisse können auf der Webseite des Auktionshauses Saure nachgelesen werden.
Eine besondere Geschichte kann das zweite Wiking-Sondermodell unserer Präsentation, der VW Caddy der IG T2, aufweisen. Das Vorbild befand sich einst beim „Golfsrudel Museum“, beheimatet im österreichischen Stockerau. Von dort wurde der VW Caddy ins Land der aufgehenden Sonne verkauft und sollte dort restauriert werden, unter der Federführung von Kenji Yokokawa, dem neuen Eigentümer. Das Restaurierungsprojekt unter dem Motto „Project Caddy“ konnte in diesem Jahr abgeschlossen werden, und zur Feier dieses Ereignisses hat Yokokawa in Kooperation mit der Interessengemeinschaft T2 bei Wiking ein entsprechendes Sondermodell in Auftrag gegeben, um es an japanische VW-Fans abzugeben. Da es aber auch in Deutschland „ein paar“ VW-Enthusiasten gibt, wurden 150 Modelle von der Gesamtauflage für den Verkauf hierzulande abgezweigt. Natürlich reichte diese Menge nicht aus, alle Interessenten zu befriedigen. Das Sondermodell entspricht exakt dem Vorbild, nicht nur wegen der Originalfarbgebung in Gambiarot LA38. Die umfangreiche Bedruckung umfasst Details wie VW-Logo im Kühlergrill, Caddy-Schriftzug am Heck, farblich abgesetzte Türgriffe und schwarz bedruckte Außenspiegel. Der Clou ist der nachgebildete Steinschlagschutz an den hinteren Radausschnitten. Da ist fast schon selbstverständlich, dass Scheinwerfer und Rücklichter (diese mehrfarbig) farblich gestaltet sind – also der bislang am aufwendigsten gemachte aller Wiking VW Caddys. Die Rückseite des Einlegers der Verpackung zeigt die gesamte Restaurierungsmannschaft und japanische Schriftzeichen. Glücklich kann sich der schätzen, der ein solches Modell ergattert hat.
kr


Modellfotos: kr


Steckbrief:
Wiking 8233 01 Mercedes 300 SL W198/II Roadster 1957. Karosserie und Lenkrad blassbraun. IA beige. FG silbern. Auflagenhöhe nicht bekannt. Kein Verkauf.
0991 41 VW Caddy 1983. Karosserie gambiarot. IA und FG schwarz. Hardtop cremeweiß mit transparenter Heckscheibe. Felgen silbern. Auflage 750 Stück. UVP 26,50 € (ausverkauft).