Sammeln

Sammeln 1:43: Matchbox-Yesteryear-Kopien

Unbeachtete Oldtimerchen

Matchbox-Yesteryears aus dem Hause Lesney sind ein schönes, umfangreiches Sammelgebiet, einst gehypt, dann durch ein Tal der Tränen gegangen. Aber sie alle sind sattsam in der Szene bekannt. Weit weniger bekannt sind ihre Kopien, oftmals made in Hongkong, aber auch aus Westdeutschland oder aus dem Ostblock. Klaus Dörfer blickt weit zurück auf ein Themengebiet, das ziemlich nischig ist.

1956 begann Matchbox mit der Herausgabe der Serie Models of Yesteryear, anfangs überwiegend aus Nutzfahrzeugen bestehend, manchmal nicht mal aus Autos, sondern aus Dampfmaschinen, Lokomotiven, Pferdefuhrwerken. Ab Anfang der 60er Jahre erschienen dann in stärkerem Maße Personenwagen – wohl den Vorlieben der Käufer folgend. Diese waren nicht unbedingt Kinder. Die Models of Yesteryear gehörten zu den ersten Modellautos, die sich auch an Erwachsene richteten, also an Sammler. Auch in der damals noch kleinen Oldtimer-Sammlung des Autors, aufgewachsen und sozialisiert im Osten der Republik, zählten die wenigen vorhandenen Exemplare zu den Highlights. Für den Erwerb mussten schließlich jedes Mal ein paar Westmark in den Intershop gebracht werden.

Die Yesteryears waren der Initialschrei dafür, dass etliche Hersteller „all over the world“, auch in Frankreich und Westdeutschland, „Schnauferl“ auf den Markt brachten. Die späten 50er und frühen 60er Jahre waren schließlich der Beginn der Oldtimer-Bewegung, und was damals unter „Oldtimer“ verstanden wurde, war aus heutiger Sicht ur-uralt, prähistorisch, archaisch: Vor-Vorkrieg, Fahrzeuge aus dem Beginn der Motorisierung. Klar. Denn das, was wir heute unter „Oldtimer“ verstehen, lief damals noch fabrikneu vom Band.

Alles, was erfolgreich ist, wird kopiert. Es gibt immer Schlaumeier, Schweinehunde, Geschäftemacher, Trittbrettfahrer, die sich an einer genialen Idee anderer anhängen und partizipieren wollen. Letztlich ist das ihr gutes Recht. So funktioniert Marktwirtschaft.

Der „Oldtimer-Modellauto-Boom“ der 60er Jahre ist ein Thema für sich, ein umfassendes Thema. Wir wollen uns hier eine Nische desselben anschauen, die mehr oder weniger unautorisierten Yesteryear-Kopien aus Europa, aus Hongkong, auch aus Westdeutschland. Also jene Miniaturen, die keine originär konstruierten Oldtimermodelle darstellen, sondern die Yesteryears dreist kopieren – bis hin zum Maßstab, nämlich plus/minus 1:43. Denn auch für die Yesteryears gilt, was die Matchbox-DNA schon immer war: Der Maßstab richtet sich nach der vorgegebenen Verpackungsgröße („fit the Box“) und ist nicht einheitlich. Unter den Kopien gab es ziemlich „werkgetreue“ Nachbildungen, ebenfalls aus Zinkdruckguss, die auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden waren. Das andere Ende markierten billigste Weichplastik-Autos. Und dazwischen gibt es alles, von Hübschigheiten bis zu Hässlichkeiten.

Die frühen Yesteryears aus der zweiten Hälfte der 50er und den frühen 60er Jahren sind kleiner als die späteren, und wenigstens sie haben ein wenig an Wert behalten. Was sie in jedem Falle stets behalten werden, sind ihr Charme und ihre Würde.
Modellfoto: bat

Kopien seltener als Originale

Yesteryears haben unter Sammlern eine recht wechselhafte Geschichte erlebt. Anfangs begeistert aufgenommen, pushte der neue Matchbox-Eigentümer Mattel die Yesteryear-Serie ab 1997 gewaltig, versuchte, sie exklusiv und teuer zu gestalten. Es gab extra Matchbox-Stores, die Modelle waren zeitweise nur im Direktverkauf zu haben und Mattel produzierte absichtlich in kleinster Serie Abweichungen von der Großserie, um deren Seltenheit und potenzielle Wertsteigerung marktschreierisch zu propagieren. Das überforderte (und ärgerte!) die Sammler und sie wandten sich von den Yesteryears ab. Die Serie durchlief ein Tal der Tränen, vulgo: der Wertlosigkeit. Yesteryears waren zeitweise nicht nur spottbillig, sondern nahezu unverkäuflich. In den vergangenen rund zehn Jahren hat sich die Serie wieder etwas erholt und ist in der Sammlergunst gestiegen. Gerade die ersten Modelle ab 1956 sind sogar wieder gefragt und haben einen gewissen Wert. Dennoch sind Yesteryears nach wie vor ein recht preiswertes Vergnügen – vor allem die Modelle aus den 60er und frühen 70er Jahren, die in Unmengen produziert wurden und vielfach überlebten, weil sie nie in Kinderhand gelangten.

Bei den Kopien sieht das ganz anders aus. Nicht, dass die nun besonders teuer wären. Aber es gibt kaum noch welche, denn sie wurden zerspielt oder achtlos entsorgt. Sammlerstatus erlangten allerdings einige Modelle, die als Werbebeigaben verwendet wurden. Sie haben ihren eigenen Freundeskreis. Die meisten der Kopien stammen aus Hongkong, oft ungemarkt, was eine Zuordnung erschwert. Die hier gezeigten Exemplare erheben bei weitem nicht den Anspruch der Vollständigkeit. Es gibt sicherlich noch (viel) mehr, was dem Autor bisher noch nie begegnet ist.

Bunt, billig, oftmals Plastik

Eine kleine Serie von Druckgussmodellen stammt aus Hongkong, ist gemarkt mit „Hongkong“, der Typbezeichnung und einer Nummer 6101 bis 6104, also vier unterschiedliche Modelle. In Deutschland wurde die Serie von der Firma Plasty in Neulußheim vermarktet, die nicht nur Plastikspielzeug herstellte, sondern auch diverse Hersteller importierte (darunter auch Airfix-Bausätze). Es gab den Rolls-Royce Silver Ghost, den Mercedes 28/220 PS, den Cadillac 1913 und den Ford T, wobei dieser etwas aus der Rolle fällt, denn er ist etwas größer geraten als sein Yesteryear-Vorbild.

Yesteryear-Plagiate, aus Hongkong nach Westdeutschland importiert von von Plasty aus Neulußheim.
Modellfoto: Klaus Dörfer

Weitere Metallmodelle, die eindeutig Yesteryears kopieren, fertigte Estetyka (Spoldzielnia Pracy w Warszawa) aus Polen (Cadillac 1913). Old Cars aus dem italienischen Quarona machte den Opel Doktorwagen 1909. Dann gab es noch die Firma Osul aus Portugal, gegründet 1931 von Manuel und Artur Henriques in Espinho, die mit Plastikspielzeug anfing und in den 70ern auf Diecast umstellte. Zu diesem Anlass wurde das Präfix Met- (für Metall) dem Markennamen vorangestellt, aus Osul wurde Metosul, und aus dieser Serie existiert der dem Yesteryear größengleich geschaffene Rolls-Royce Silver Ghost.

Die GM-Topmarke fand Interesse in Polen: Cadillac Model Thirty Roadster 1913 aus Warschau, sogar in Metalliclack getaucht.
Modellfoto: Klaus Dörfer
Wirkt wie ein billiges Spielzeug aus dem Souvenirshop und war wahrscheinlich auch nichts anderes: Opel 4/8PS Doktorwagen 1909 von Old Cars aus Italien.
Modellfoto: Klaus Dörfer
Mit vollem Namen heißt er Rolls-Royce Silver Ghost 40/50PS Semi-Roi des Belges (Barker) 1906 und wurde von Lesney gleich zwei Mal gemacht: Y-15-a in Hellgrünmetallic ist ein wenig kleiner und älter als Y-10-c, und das dunkelblaue Metosul-Modell kopiert den älteren.
Modellfoto: bat

Die westdeutschen Plastikkopien: Sie stammen von der Kunststofffabrik des Dr. Adolf Kürschner aus Fürth, Markenzeichen AK. Kürschners Betrieb wurde Mitte der 60er Jahre von seinem Schwiegersohn Heino Stelter übernommen, hieß dann Stelter & Co und stellte der Marke AK noch Stelco hinzu. Aus Kürschners Zeiten stammen die Yesteryear-Kopien, bekannt sind uns Daimler 1911, Benz 1910 und Maxwell 1911. Diese Plastik-Kopien bestechen durch sehr bunte, oftmals nicht zusammenpassende Farben, die Messingteile sind goldverchromt. Die Räder sind recht breit und haben einen eckigen Querschnitt. Räder und Achse sind in einem Teil gespritzt, eine Felge ist extra eingesetzt. Auf dieser sind die Zwischenräume der angedeuteten Speichen schwarz bedruckt – ein Alleinstellungsmerkmal dieser Modelle. Die Kühlergrills sind zweiteilig gestaltet und damit auch zweifarbig. Auch die Marke „AK“ ist vorhanden.

Sehr bunt, sehr lustig, ein nettes Kinderspielzeug: Yesteryear-Kopien von AK Kürschner aus Fürth, in der originalen Blisterverpackung, hat noch niemand je in Händen gehalten.
Modellfoto: bat
Der Daimler Type A12 1911 ist die Kopie von Yesteryear Y-13-b.
Modellfoto: Klaus Dörfer

Auch Manurba (Manfred Urban, Bamberg) war mit Plastik-Yesteryear-Kopien vertreten. Bekannt sind dem Autor Set-Packungen zu 20 Stück und mit neun verschiedenen Modellen: Benz 1910 mit und ohne Dach, Daimler 1911, Maxwell 1911, Mercer 1913, Opel 1909 mit und ohne Verdeck, Renault AX 1911 und Stutz Bearcat 1913. Letzterer entspricht jedoch nicht dem Yesteryear-Vorbild und muss eine andere Herkunft haben. Die Modelle sind mit „Made in w. [sic!] Germany“ und einem kleinen, winkendem Männchen gemarkt. Von den Manurba-Oldtimern gab es Werbemodelle für Meinl Kaffee mit bedruckten Motorhauben. Hierfür wurde anscheinend auch ein zehntes Modell verwendet, der Opel mit einer Windschutzscheibe. Die Räder sehen denen der AK-Modelle sehr ähnlich, sind allerdings einzeln gespritzt und mit einer Metallachse verbunden. Die ebenfalls einzelnen Felgen sind nicht bedruckt.

Viele, viele bunte Manurbas, durchaus charmant für den, der’s mag, aber in erster Linie billig, plastikhaft, spielzeughaft. Immerhin erkennt man sofort die Yesteryears, die Pate standen.
Modellfotos: Klaus Dörfer
Ein „Give away“ aus Zeiten, als man noch vom Werbegeschenk oder der Dreingabe sprach: Julius Meinl gründete 1862 in Wien sein Lebensmittelgeschäft, Kerngebiet war Herstellung und Vertrieb von Kaffee. Um die Jahrtausendwende verkaufte Meinl seine Lebensmittelfilialen peu-à-peu und konzentriert sich heute auf das Kaffeegeschäft.
Modellfoto: Herwig Oberlerchner (www.lindefiguren.at)

Weitere Werbemodelle gab es für Titze-Kaffee (Feigen-Ersatzkaffee aus Linz). Neben den beiden Personenwagen Mercer 1913 und Rolls-Royce 1906 existieren in dieser Serie auch Kopien sehr früher Yesteryears, so der pferdegezogene Londonbus von 1909, das pferdegezogene Feuerwehrfahrzeug Shand Mason von 1905, die Lokomotive „Santa Fe Loco“ von 1862 und die Dampfwalze. An ihnen wurde die Werbebotschaft mittels eines Papieraufklebers angebracht. Die Modelle sind sehr bunt und sie sind auch ohne Werbung bekannt, als Räder wurden bei den Personenwagen einteilige, nicht durchbrochene Speichenräder verbaut. Es ist keinerlei Markung angebracht, die eigentliche Herkunft ist also nicht bekannt.

Und wieder österreichischer Kaffee, nunmehr Titze: Rolls-Royce Silver Ghost 1906, Mercer Typ 35R Raceabout 1913, die Santa-Fe-Lokomotive und der pferdegezogene London-Bus von 1899.
Modellfotos: Herwig Oberlerchner (www.lindefiguren.at)

Ebenfalls eine Serie von Modellen wirbt ab 1965 für die französische Speiseöl-Marke „Huilor“ sowie die belgische Backwarenfabrik „Vandermoortele“. Hersteller sind die französischen Plastikautofirmen Clé, DEL und eventuell auch Injectaplastic, alle aus Oyonnax. Die meisten dieser Modelle sind Kunststoff-Kopien von Originalen der französischen Firma Rami, drei sind ziemlich sicher als Yesteryear-Kopien anzusehen: Mercedes 36/220 Sports Tourer 1928 von Clé, Bentley „Blower“ von Clé und Mercer Raceabout 1913 von DEL.

Französische, von Yesteryear inspirierte Modelle von Clé und DEL in durchaus schöner Machart und in seriösen Farben. Nicht jede Yesteryear-Kopie muss billig wirken.
Modellfoto: Klaus Dörfer

Keine Bilder können wir von einer Hongkong-Serie zeigen, die mit „MINI- MITE“ gemarkt ist, da hiervon nichts in unseren Sammlungen vorhanden ist. In den USA wurden diese Modelle u.a. auch als Gordy Mite und Toy House vermarktet. Die Modelle sind bis auf die Markung den Manurbas sehr ähnlich. Von der Hongkong-Firma Kelly Toys kennt der Autor nur ein Modell, den Thomas Flyabout 1909, eine bis auf seine übertriebene Farbenpracht recht ordentlich gemachte Miniatur.

Ein Auto, das „Thomas“ heißt: Der amerikanische Thomas K-670 Flyabout von 1909 imitiert Yesteryear Y-12-b. Wahrscheinlich wäre die E. R. Thomas Motor Car Co. aus Buffalo, existent zwischen 1896 und 1918, heute total vergessen, wenn es nicht das Yesteryear-Modell gegeben hätte.
Modellfoto: Klaus Dörfer

Nun sind wir beim am meisten verbreiteten Hongkong-Hersteller angekommen, der Marke „Unknown“, denn die meisten Hongkong-Produzenten verblieben im Dunkeln, weil sie sich ihrer Schandtaten, unerlaubt zu kopieren, wohl bewusst waren. Einer dieser Hersteller ist mit einer Serie vertreten, die in Deutschland unter dem Label „Europa“ vertrieben wurde. Uns bekannt sind vier Modelle: Benz, Maxwell, Mercer und Renault. Das Plastikmaterial ist ziemlich weich, die Machart einfach. Räder und Achse sind wieder ein Teil, die Räder schmaler und mit runderem Querschnitt als bei den deutschen Modellen; die auch hier einzeln eingesetzten Felgen weisen eine andere Speicheneinteilung auf.

Ob „Europa“ der Herstellername ist oder ob die Modelle nur in Europa unter „Europa“ vermarktet wurden, ist unbekannt. Sie sind recht nett gemacht, der Goldchrom als Darstellung für Messing ist nicht zu dick aufgetragen und das Plastikgranulat ist nicht zu knallig.
Modellfoto: Klaus Dörfer
Weil das Wort „Oldtimer“ typisch deutsch ist, auch wenn es englisch klingt (ein Scheinanglizismus, wie so vieles in der deutschen Sprache), ist anzunehmen, dass dieser Renault Type AX 8CV Roadster 1911 und all seine Gebrüder in dieser Verpackung und unter dem Namen „Europa“ in Westdeutschland vermarktet wurden. Seinerzeitiger Preis: 75 Pfennige.
Modellfoto: bat
Eine kleine Bastelei: Weil der Maxwell von Europa in genau der gleichen Farbe gehalten ist, wie sein Matchbox-Original, aber einen gebrochenen Windschutzscheibenrahmen hatte, bot sich an, einem Yesteryear den Rahmen sowie die Kühlergrill/Schweinwerfer-Einheit zu rauben und an das Plastikmodell zu montieren. Resultat ist eine charmante Mischung aus Plagiat (links) und Original (rechts), aus Kunststoff und Zinkdruckguss.
Modellfoto: bat

Ebenfalls mit „Made in Hongkong“ gemarkt ist ein gut gemachtes Opel Coupé mit zweiteiligen Speichenrädern. Sehr simpel gehalten ist nochmals ein Cadillac. Er hat einteilige Räder ohne Andeutung einer Speichenstruktur und ist deshalb sicherlich einem weiteren, unbekannten Hongkong-Hersteller zuzuordnen. Und noch ein einfacher Rolls-Royce Silver Ghost in der Sammlung; Er verschweigt seine Herkunft gänzlich, ist aber sehr wahrscheinlich ebenfalls ein Hongkong-Modell einer anderen, unbekannten Firma. Seine Räder entsprechen stilistisch jenen der Manurbas.

Fast schon seriös wirkt der Opel Doktorwagen von 1909, so weiß wie Yesteryear Y-4-c. Die vielfältigen Kleberückstände verschandeln das Modell und belegen, wie billig es gemacht ist.
Modellfoto: Klaus Dörfer
Fast schon eine Karikatur, der 1913er Cadillac Roadster, aber gerade der übertrieben spielzeughafte Charakter hat schon wieder seine eigenen Reize.
Modellfoto: Klaus Dörfer
Ein dem Yesteryear entlehnter Rolls, eine schlechte Kopie. Der Radstand ist viel zu lang, der Proportionen sind verhunzt.
Modellfoto: Klaus Dörfer

Zum Abschluss nochmals zurück nach Ost-Europa. Während Estetyka aus Polen Zinkdruckguss als Werkstoff wählte, war das Metier der tschechoslowakischen Firma Šmer zunächst Bakelit, später Kunststoff. Šmer ist mit zwei Modellen nach Yesteryear-Vorbild in der Sammlung vertreten, dem Opel und dem Ford T, jeweils mit und ohne Verdeck. Und auch in der ehemaligen Sowjetunion wurde ein Yesteryear kopiert, der Stutz Bearcat 1931. Hersteller war das Instrumentenwerk Sewerodonezk in Donetsk, einer Stadt in der Ukraine, die heute im Zentrum anderer Schlagzeilen steht.

Tschechoslowakische Yesteryear-Plagiate in üblicher Machart von Šmer, aber lange nicht so wild und bunt wie so manche Hongkong-Kopie.
Modellfoto: Klaus Dörfer
Der Stutz Bearcat Boattail Speedster 1931, Yesteryear Y-14-c aus dem Jahre 1974, stand Pate für das sowjetische Modell aus Donetsk. Es gab dort drei Versionen, den Boattail Speedster sowie das Cabriolet mit offenem und geschlossenem Verdeck, letzteres im Bild: Kotflügel aus Zinkdruckguss, Aufbau aus Kunststoff.
Modellfoto: bat

Diese Yesteryear-Kopien sind nicht sonderlich teuer, weil sie kaum bekannt und deshalb auch kaum gefragt sind. Es sind Yesteryear-Sammler, die sie sich gerne als Kuriosum zu den Originalen stellen. Es sind Hongkong-Sammler, die sie zur Ergänzung brauchen. Wer „Vintage Motor Cars“ sammelt, braucht sie nicht, denn die Originale aus dem Hause Lesney sind stets schöner. Konkret auf Ebay suchen kann man die Yesteryear-Kopien kaum. Welchen Suchbegriff sollte man auch eingeben? Sie zu finden, ist meist das Ergebnis von planlosem Stöbern. Oder es sind Zufallsfunde auf Börsen. Die Preise variieren. Es gibt Anbieter, die sie zu Exoten hochstilisieren und Phantasiepreise fordern. Die bleiben meist auf ihrem Angebot sitzen. Letztlich waren, sind und bleiben die Yesteryear-Kopien billig – sofern man ihrer habhaft wird. Auf jeden Fall ein schönes Sammelgebiet am Rande und, vor allem: so schön bunt!

Klaus Dörfer/afs