1/87

News 1:87 Artitec-Neuheiten

Der Geschäftswagen

Artitec baut sein Angebot an Vorkriegspersonenwagen weiter aus. Neu im Sortiment ist das Modell des Opel 1,2 Liter in verschiedenen Karosserievarianten, von denen wir drei in Caramini-online zeigen können. Von den GMC CCKW-353 Militärlastwagen verblieben nach dem Zweiten Weltkrieg viele Fahrzeuge in Europa und wurden oft für zivile Aufgaben umgebaut und eingesetzt, so wie vom französischen Circus Pinder in einer farbenfrohen Lackierung. Ein Figurensatz ergänzt das Modell der im vergangenen Jahr ausgelieferten Tankstelle.

Früh schon mussten Opel-Wagen arbeiten. Den Opel-Lutzmann von 1899 gab es bereits als Lieferwagen. Dabei wurde dieses Genre eigentlich erst in den 30er Jahren erfunden. Opel war von Anfang an dabei. Die Lieferwagen auf Basis des 1,8 Liter und 1,2 Liter respektive P4 etablierten die lange Reihe der Opel-Geschäftswagen. Ein Riesenerfolg war der Opel Geschäftswagen auf Basis des 1,2 Liter und P4. Er hatte gegenüber dem kleinen Opel einen etwas verlängerten Radstand und auch ein weniger wohlhabender Geschäftsmann konnte sich seinen Unterhalt leisten. Technisch entsprach er dem Opel P4 (1073 cm³, 23 PS), und nach dessen Auslaufen bot ihn Opel weiterhin an, nun mit dem neu konstruierten 1,3-Liter-Motor aus dem Olympia (1288 cm³, 24 PS). Verblechte Lieferwagen auf Caravan-Basis waren für Opel bis in die 60er Jahre hinein eine tragende Säule des Programms. Zunehmend wurden sie aber von eigens konstruierten Transportern ersetzt. Diese boten mehr Laderaum und waren dennoch alltagstauglich wie ein Personenwagen. Opel baute unverständlicherweise nie einen Transporter in der 1-Tonner-Klasse à la VW Bulli, sondern konzentrierte sich mit dem Blitz auf die Klasse der leichten Lastwagen.

Als Nachfolger des Opel 4/12 PS mit dem Spitznamen „Laubfrosch“ brachte Opel den Opel 1,2 Liter auf den Markt, von 1931 bis 1935 produziert und dann vom weitgehend baugleichen P4 abgelöst. Der Personenwagen war eine gemeinsame Entwicklung von Opel und General Motors, nachdem der amerikanische Automobilkonzern Opel übernommen hatte. Zuvor erschien der Opel 1,8 Liter, das erste Opel-Automobil unter der Führung von General Motors. Die Karosserie saß, wie damals noch selbstverständlich, auf einem Leiterrahmen aus U-Profilen. Dieses Fahrgestell, vorne und hinten mit Starrachsen versehen, gab es mit zwei unterschiedlichen Radständen mit 2286 und 2337 Millimetern. Für den nochmals längeren Lieferwagen baute Opel ein Fahrgestell mit 2445 Millimetern Radstand.

Artitec liefert sein in bewährter Bauweise aus Resine mit Ätzteilen gefertigtes Modell als Limousine und offene oder geschlossene Cabriolimousine. Ein Lieferwagen mit verschiedenen Beschriftungen ergänzt zudem das Angebot. Die Miniaturen sind, wie von Artitec nicht anders zu erwarten, vorzüglich gestaltet, wozu auch die hauchdünne Lackierung mit einer leichten Patinierung einen großen Teil beiträgt. Besonders originell zeigt sich die Dachbedruckung beim Lieferwagen, der Opel-Ersatzteile im Schnelldienst transportiert. Aufgrund der extrem filigranen Ausführung sind die Modelle nicht rollfähig. Die schwarze Limousine trägt einen Koffer am Heck. Er war ein Zubehörteil. Damals hatten Autos keinen Kofferraum, sondern allenfalls eine hintere Gepäckbrücke, auf die mittels Lederriemen ein Koffer gespannt werden konnte, der dann Wind und Wetter ausgesetzt war. Findige Zubehörhersteller produzierten anschraubbare Kofferräume, so beispielsweise das Karosseriewerk Wendler in Reutlingen.

Der GMC CCKW-353 wurde von General Motors ab 1941 als Militärlastwagen geländegängiger Militärlastwagen im Werk in der Stadt Pontiac im US-Staat Michigan in großen Stückzahlen hergestellt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verblieben viele der Fahrzeuge in Europa und erlebten eine zweite, zivile Verwendung. So gelangte eines dieser Fahrzeuge zum 1854 in Großbritannien gegründeten Circus Pinder, wo er zum Werkstattwagen umgebaut und in den Farben des Zirkus in Rot und Gelb lackiert wurde. Seit der Gründung wechselte der ab 1904 in Frankreich beheimate Zirkus mehrmals den Besitzer. Als ab dem Jahr 2016 die Arbeit mit Wildtieren zunehmend eingeschränkt wurde (ab 2029 ist die Mitnahme von Elefanten und Großkatzen auf Tourneen grundsätzlich verboten), brach für den Zirkus ein wesentlicher Teil seiner Attraktivität weg. Das Unternehmen geriet in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Doch die Witwe des letzten Besitzers, Renèe Edelstein, ist seit 2022 Inhaberin der Marke „Cirque Pinder“ und führt das Unternehmen weiter. Modellautosammler ist der Cirque Pinder durch die vielen Modelle des französischen Händlers SAI wohlbekannt. Jetzt trägt auch Artitec seinen Teil zum Fuhrpark bei. Auf das bekannte Fahrgestell des GMC CCKW-353 setzen die niederländische Modellbau einen Werkstattaufbau aus feingeätztem Metall mit sehr feinen Gittern an den Fenstern. An der Front sitze eine Seilwinde. Ein sehr attraktives Modell.

Im November 2025 stellten wir Ihnen das filigrane Modell einer historischen Tankstelle von Artitec vor. Passend dazu gibt es jetzt einen Figurensatz mit zwei Tankwarten und einem Herrenfahrer. Ein Tankwart kann mit dem beiliegenden, geätzten Tankschlauch vervollständigt werden.

kr

Neben der Opel 1,2 Liter Limousine, der Cabriolimousine und dem Lieferwagen gibt es bei Artitec noch die offene Cabriolimousine, die uns nicht als Modell vorlag. Die Miniaturen sind sehr hochwertig und authentisch gestaltet, besonders gefällt und der filigrane Gepäckträger am Heck. Artitec beherrscht das Metier der Vorkriegspersonenwagen perfekt. Klasse wirkt auch die Dachbedruckung beim Lieferwagen. Modellfotos: kr
Bis auf den anders gestalteten Grill glichen sich der Opel 1,2 Liter und sein Nachfolger P4. Opel P4 Spezial (September 1935 bis Dezember 1937) mit vom Karosseriewerk Wendler in Reutlingen nachgerüstetem Kofferraum.
Foto: Archiv afs
Geschäftswagen auf P4-Basis (1935 bis 1937) mit dem Motor aus dem Opel 1,3 Liter beziehungsweise dem ersten Olympia.
Foto: Archiv afs
Nach dem Kriege vom Karosseriebauer Hägele aus Mössingen neu aufgebaut: Opel Geschäftswagen 1937. Die Großbäckerei Bubeck in Fellbach bei Stuttgart existierte von 1932 bis 1993.
Foto: Archiv afs
Ein Zirkusfahrzeug auf der Basis eines ehemaligen Militärlastwagens, nach den Zweiten Weltkrieg nichts Ungewöhnliches. Der Werkstattkofferaufbau besteht aus geätztem Metall, Fahrerhaus und Fahrgestell aus Resine, verfeinert mit weiteren Ätzteilen. Wer sich an die Spielzeugkiste seiner Kindheit erinnert fühlt, liegt richtig. Genau dieses Modell gab es seinerzeit von Dinky Toys France.
Der Figurensatz mit drei „Leutchen“ ergänzt die historische Tankstelle von Artitec. Artitec liefert viele weitere Figurensätze, die ideal zu deren Modellautos passen.

Steckbrief:

Artitec 387.642 Opel 1,2 Liter Limousine mit Koffer. Karosserie schwarz. IA grau. Kennzeichen „VB-51088“. 387.643 dito Cabriolimousine mit geschlossenem Verdeck, rot. Kotflügel schwarz. IA und Verdeck beige. Kennzeichen „IZ-81782“. UVP jeweils 39,90 €. 387.651 dito. Kastenwagen „Schnelldient für original Opel-Teile“, gelb. Dach, Kotflügel und IA schwarz. Kennzeichen „IP-35989“. UVP 49,80 €. Resine-Standmodelle mit Ätzteilen.

387.613 GMC CCKW-353 Werkstattwagen „Pinder”. FH und FG rot. Kofferaufbau (aus geätztem Metall) gelb, Dach weiß. Kennzeichen „546 BF 17“. Resine-Standmodell mit Ätzteilen.UVP  53,70 €.

5870140 Figuren-Set „Personen an Tankstelle“. Zwei Tankwarte. Ein stehender Kunde. 3D-Druck. Beiliegend geätzter Tankschlauch. UVP 13,90 €.