1/43

News 1:43 Maxichamps Mercedes 500 E W124 1990

Porsche-Lebensretter

Heute geht es Porsche nicht besonders gut. Es gab auch frühere Zeiten, zu denen dieser Satz galt. Ende der 80er Jahre beispielsweise. Da ging es Porsche gar nicht gut. Das wichtige USA-Geschäft schwächelte wegen des ungünstigen D-Mark-Dollar-Wechselkurses, der 928 war kein allgemein akzeptierter Porsche, überhaupt ließ sich die Palette mit den drei gänzlich unterschiedlichen Autos (Vierzylinder-Reihenmotor und V8 mit Frontmotor, Elfer mit Sechszylinder-Boxer im Heck) nicht effektiv produzieren, und dann noch der Börsencrash 1987. Verkaufszahlen, Umsatz und Gewinn waren allesamt tieftraurig. Porsche war ein Übernahmekandidat. Es war die Porsche-Zeit vor Wendelin Wiedeking, als Porsche Geld, gute Ideen und Support von außen brauchte.

Damals stimmte noch die Chemie zwischen Daimler-Benz und dem Sportwagenbauer in der Nachbarschaft. Man mochte sich. Denn man kam sich nicht ins Gehege. Es galt das Gentlemen’s Agreement, wonach keiner im Revier des anderen wilderte. Das sollte sich ändern, aber erst Jahrzehnte später, als Porsche mit dem Panamera einen Viertürer und Mercedes mit dem AMG-GT einen Elfer-Schreck baute. Werner Niefer, damaliger Daimler-Benz-Vorstandsvorsitzender, scharrte mit den Hufen: Porsche wäre für seinen Konzern eine herrliche Ergänzung gewesen, und genügend D-Mark waren auch auf dem Daimler-Benz-Konto. Mercedes zählte zu den guten Kunden im Porsche-Entwicklungszentrum Weissach. So ließ Niefer seine Stuttgarter Nachbarn beispielsweise prüfen, ob aus dem Mercedes 190 ein Roadster entwickelt werden könnte. Er wollte auch dafür sorgen, dass die Zuffenhausener Fabrik einigermaßen ausgelastet ist. Es kam bekanntlich zu keiner Übernahme Porsches, aber es kam zur Montage des Mercedes 500 E in Zuffenhausen. Weissach war nicht involviert, die Entwicklung oblag gänzlich Daimler-Benz.

Ein faszinierendes Automobil, über das viel gesprochen und geschrieben wurde. Auch in Caramini-online, denn Norev hat es im 1:18-Programm, und somit war es schon in etlichen Farbvarianten Redaktionsgast. Nun fuhr es in 1:43 vor, eine Maxichamps-Reedition eines zeitgenössischen Minichamps-Modells, im Frühjahr 2009 erstmals erschienen. Maxichamps macht die 1990er Version, also den Wagen mit dem traditionellen Kühlergrill. 1993 hielt der Plakettengrill Einzug, die E-Klasse wurde geboren, die Typbezeichnung lautete nicht mehr 500 E, sondern E 500.

Das Maxi- = Minichamps-Modell ist keine Variante des normalen W124, sondern eine komplette Neukonstruktion, denn nicht nur die Innenausstattung mit der Sportsitzanlage und die Räder sind anders, sondern auch die Karosserie mit ihren charakteristischen, vorn breit ausgestellten Radläufen. Der 500 E entsprach ab seiner Geburt der Mopf 1-Version, das heißt, er erschien nach der ersten Modellpflege. Da waren der Flankenschutz und die Schürzen stets in komplementär passenden Farben lackiert. Maxichamps bringt den Wagen in Unischwarz 040, die Anbauteile in Altogra 7700, sowie in Almandinrot Metallic 512 mit Kunststoffteilen in Navarrarot 5321. Beide Farben passen auf den 500 E, Almandinrot war von 1988 bis 1996 Bestandteil der Mercedes-Farbpalette und Unischwarz ist es seit 1953 bis heute. Der 500 E war in allen für den W124 gängigen Farben lieferbar.

Das Modell ist, wie ein Maxichamps-Mercedes sein soll und eben ist: Es ist formgenau, detailliert, bestens verarbeitet, exakt bedruckt, innen schwarz, sämtliche Leuchten (auch kleine wie die Nebelscheinwerfer) sind separate Formteile, die für den 500 E neu entworfenen Achtloch-Alus sind prima nachgebildet und mattsilbern lackiert und auf dem Kühler, dem einzigen Chromteil, thront ein Fotoätzstern.

Er fasziniert nach wie vor, dieser Hochleistungssportler in Gestalt eines Taxis – eigentlich fasziniert er mehr denn je, denn Understatement wirkt heute wie aus der Zeit gefallen, da jeder posen und prahlen muss und die meisten Autos als mehr erscheinen wollen, als sie tatsächlich sind. Im 500 E jubeln 326 Pferde (der 5-Liter-V8-32-Ventil-Motor aus dem 500 SL) in derselben Außenhaut, die auch ein 75 PS starker Mercedes 200 Diesel trug.

afs

Die meisten 500 E und E 500 waren schwarzmetallic lackiert, wer es dezenter liebte, votierte für Champagnermetallic. Minichamps wählte Schwarz Uni sowie Almandinrot Metallic aus.
Modellfotos: bat
 

Steckbrief:

Maxichamps 37160 Mercedes 500 E W124 1990 schwarz und 37161 dito rotmetallic. Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:43. UVP je 37,95 Euro.