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News 1:18 Minichamps BMW M5 G90 2024

Der Höhe- und Endpunkt

Und noch ein M5. Als gäbe es nicht schon genug. Genug gibt es so lange nicht, bis das Produkt in gewünschter Qualität vorliegt. Das ist nun der Fall: Der Minichamps BMW M5 ist der Höhe- und Endpunkt aller der Emm-Fünf, die da kreuchen und fleuchen.

Sind wir des aktuellen BMW M5 in 1:18 überdrüssig? Ist der Caramini-online-Leser seiner überdrüssig? Während des vergangenen Dreivierteljahres war der Wagen in unterschiedlichen Ausführungen acht Mal Gast in der Redaktion, als Limousine und Touring, als echter M5 und als elektrischer i5, die M5 Limousine als schöner sealed-Resiner von GT Spirit und als Einfachmodell von Solido (als Limo und als Touring), der Elektro-i5 von Minichamps als hervorragendes all-open-Modell ebenfalls als Limousine und Touring. Viele davon in Isle of Man Green, der absolut passenden und kultigen Farbe dieses Wagens, die aber auf Grund ihrer inflationären Verwendung (auf der Straße ebenso wie in 1:18) allmählich abgedroschen wirkt. Manch einer mag sagen: „Ich kann Isle of Man Green auf dem M5 nicht mehr sehen!“

Und jetzt wieder einer, nunmehr die Interpretation von Minichamps. Ist das „boring“? Nein, im Gegenteil. Es ist quasi der Höhe- und Endpunkt der Reihe. Es ist der bislang beste M5, gleiches Niveau wie der Minichamps i5. Und wir haben ihn absichtlich und provokant in Isle of Man Green als Muster geordert – ganz der humorvollen Verdrehung des Luther-Zitates gehorchend: „Hier stehe ich. Ich kann auch anders.“ Wer M5-Fan ist, und derer gibt es sehr viele, braucht das Minichamps-Modell als Krönung, und wer noch keinen M5 hat, benötigt es erst recht, denn es ist das schönste von allen. Also Vorhang auf für den Minichamps M5 – und danach ist wahrscheinlich und hoffentlich bald Schluss mit M5 & Co. in 1:18, denn was sollte noch kommen? Es ist ja alles mehrfach da. Fehlt nur noch der M5 Touring von Minichamps. Der ist angekündigt und wird auch real erscheinen.

Potenz, um der Masse Herr zu werden

Es ist immer wieder erstaunlich, wenn man sich mit dem aktuellen Fünfer auseinandersetzt, wie groß und massig das Auto ist – auch im Modell. Es ist so lang wie eine alte Mercedes S-Klasse (der schwarze Norev W126, neulich hier besprochen, steht noch auf unserem Schreibtisch), aber deutlich breiter. Dabei ist der Fünfer doch, chronologisch betrachtet, eine Klasse kleiner als die Mercedes S-Klasse. Von wegen! Diese Massigkeit, gepaart mit hoher Potenz (welche nötig ist, um der Masse Herr zu werden), also den Charakter des M5, hat Minichamps perfekt eingefangen. Nicht nur optisch, auch haptisch. Das Modell ist schwer. Das ist ein Resinemodell (GT Spirit) natürlich auch. Aber es ist ja nicht alleine das schiere Gewicht, das Eindruck hinterlässt, sondern auch die Beschaffenheit desselben, und Zinkdruckguss ist nun einmal wertiger als dehydriertes Naturharz. Qualitativ gibt es am Minichamps M5 nichts zu bemängeln, Lackierung, Finish, Spaltmaße, Rolleigenschaften, satte Akustik der beweglichen Teile beim Schließen, vordere Haubenkinematik, einklappbare Außenrückspiegel – alles bestens. Ein wenig verwundert sind wir, dass Minichamps an einem Auto die Carbonoberfläche unterschiedlich nachbildet. Das Dach ist etwas rau und nur ganz leicht strukturiert, was mit bloßem Auge kaum zu sehen ist; es trägt keine wirklich sichtbaren Gewebestrukturen der Kohlenstofffasern, sondern wirkt wie ein mattschwarz lackiertes Dach. Anders beispielsweise die Außenspiegelkappen. Hier zeichnet Minichamps das Sichtcarbon wie gewohnt nach, die Fasern sind als winzige, goldene Punkte ausgeführt. An anderen Stellen ist das Carbon schlichtweg glanzschwarzer Lack. Eine unterschiedliche Nachbildung desselben Werkstoffs in 1:x ist legitim bei unterschiedlichen Autos. Aber unterschiedliche Nachbildung an einem einzigen Auto ist irritierend.

Mit etlichen Details punktet der BMW, so dem geprägten Logo an der C-Säule oder den schön gemachten Schriftzügen, welche die BMW-Motorsportfarben zitieren, die Felgen (über deren Design und Größe am Original sich trefflich diskutieren lässt) sind hervorragend nachgebildet, zweifarbig, mit Ventil versehen, die Bremssättel sind in mattem Gold gehalten. Der Motorraum ist ein solcher und zeigt, was das Vorbild zu zeigen hat, nämlich nahezu nichts – dieses Nichts ist mit ein wenig roter Farbe auf der Motorabdeckung und einem gelben Sticker an prominenter Stelle aufgelockert. Nett auch die Aufkleber in den Türbetten, da hat Minichamps offenbar von Norev gelernt. Aber nicht nur da: Einen allemal 45-Grad-Öffnungswinkel der Motorhaube bemängeln wir traditionell bei Norev, und nun auch beim Minichamps M5. Der Kofferraum ist öd’ und leer, aber mit Auslegware versehen, wie der Innenraumfußboden. Innen viele Drucke, viele Piktogramme, viele Details, wenngleich alles in unterschiedlichen Schwarz- und Dunkelgrautönen gehalten ist, angereichert durch viel Sichtcarbon, aber das ist eben auch schwärzlich-dunkelgräulich. Aber etwas Farbe sticht doch hervor, zuvorderst die von Minichamps unseres Erachtens etwas zu leuchtend dargestellte, blaue Ambientebeleuchtung rings um die Türverkleidungen und am Armaturenbrett, etwas Rot findet sich auch, beispielsweise die 12-Uhr-Markierung am Lenkrad und einige Details am Armaturenbrett (wir müssen uns bei modernen Autos diesen altmodischen Ausdruck endlich abgewöhnen. Hier gibt es weder Armaturen noch ein Brett).

Es ist schon erstaunlich: Die jüngsten BMW werden selbst von absoluten Fans der Marke für ihre Optik gescholten, aber aktuelle BMW-Miniaturen verkaufen sich wie warme Semmeln – selbst wenn dasselbe Auto in derselben Farbe von drei Herstellern in unterschiedlicher Qualität in unterschiedlichen Preisregionen angeboten wird. Da der Modellautomarkt ein weltweiter ist, sich die Sammler aber zumeist national austauschen, könnte man fast zu dem Schluss kommen: Das BMW-Design mag in Deutschland schwer polarisieren. Aber weltweit kommt es offenbar ganz gut an.

afs

Wer mit Alpinweiß Uni leben kann, bekommt den M5 des Jahrgangs 2026 ab 145.200 Euro. Isle of Man Green ist eine BMW Individual Lackierung gegen 5.900 Euro Aufpreis. Die Minichamps-Felgen sind serienmäßig und aufpreisfrei, 20/21-Zoll-M LMR Doppelspeiche 951M in Silber/Midnightgrey.
Modellfotos: bat
Passt farblich zusammen: 2026er M5 in Isle of Man Green mit viel Carbon inmitten einer schwarzen Landschaft auf grauem Asphalt.
Foto: BMW

Steckbrief:

Minichamps 110023800 BMW M5 G90 2024 grünmetallic, 110023801 dito schwarzmetallic, 110023802 dito estorilblaumetallic (noch nicht ausgeliefert). Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP je 209,95 Euro.