Verführung im Supermarkt
Ein Gang in den Supermarkt, Wochenendeinkauf. Da plötzlich liegt etwas im Einkaufswagen, das nicht in den Kühlschrank gehört, sondern in die Vitrine. Ein Mätschbox-Autole! Ein Unimog U406. Und der erinnert ganz gewaltig an seinen Ahn aus seligen Matchbox-Zeiten der Kindheit.
Vielen unsrer Lesern wird es schon oft so gegangen sein: Man geht zum Einkaufen in den Supermarkt, um den Wochen- oder Wochenendeinkauf zu tätigen, und man kommt zwangsläufig an der Spielzeugabteilung vorbei. Und schon wird es kritisch, denn an den Regalen hängen Metallautos von Matchbox, Hot Wheels und auch Majorette. Deren Niveau hat sich in den letzten Jahren vom reinen Spielzeugauto zum detaillierten Sammlermodell entwickelt. So wandert meist nicht nur ein, sondern oft mehrere dieser Modelle den Einkaufswagen. Auch der Verfasser ist nicht gefeit vor solchen spontanen Käufen, seine Sammlung wächst und wächst. Kürzlich ist es wieder passiert, in der Matchbox-Abteilung des Regals strahlte dem Verfasser ein blauer Unimog U 406 entgegen. Es schien, als rief er „Kauf mich!“. Das war überhaupt nicht notwendig, denn in Sekundenschnelle wanderten die beiden verfügbaren Unimogs in den Einkaufswagen.
Nachdem der Einkauf daheim verräumt war, lagen noch die beiden Unimog auf dem Küchentisch. Da kam der Gedanke auf, eine kleine Story für Caramini-online zu schreiben. Begleitete doch ein Wiking Unimog U 406 den Verfasser seit seiner Kindheit, er war eines der ersten Wiking-Modelle, das er geschenkt bekam. Sofort begann die Suche nach den historischen Matchbox-Modellen des Unimog U 406 in der Sammlung des Verfassers, und er wurde schnell fündig. Matchbox brachte seinen Unimog U 406 unter der Katalognummer 49 im Jahre 1967 in der 1-75-Reihe auf den Markt, zunächst in Beige mit türkisfarbenem Fahrgestell, später in Helltürkisblau mit rotem Chassis. Um 1970, als Reaktion auf die schnelllaufenden Mattel-Spielzeugautos von Hot Wheels (in Deutschland „Heiße Räder“), wurde auch der Unimog U 406 auf leichtlaufende Räder umgebaut und wurde Bestandteil der Superfast-Reihe. Im Jahr 1972 verschwand das Modell aus dem Matchbox-Katalog. Einen kurzen Auftritt hatte er noch in Militärausführung im Jahr 1976 als Bestandteil eines „Twin-Packs“ (Seit mit zwei Miniaturen in Blisterverpackung). Nach 50 Jahren gibt es nun wieder einen Unimog U 406 aus neuen Formen von Matchbox, seit langem Teil des Mattel-Imperiums, natürlich nicht mehr „Made in England“, sondern produziert in Thailand. 2026 liefert Matchbox nach eigenen Angaben 125 neue Miniaturen aus, der U 406 stellt das 81. Modell dar. Der Maßstab dürfte wie beim historischen Modell bei ungefähr 1:68 liegen.
Die Produktionszeit des Unimog U 406 dauert von 1963 bis 1989. In dieser Zeit entstanden insgesamt 37.069 Fahrzeug im Daimler-Benz-Werk Gaggenau. Der Unimog U 406 stellt die erste mittelschwere Unimog-Baureihe dar. Sein Einsatzgebiet war die Land- und Forstwirtschaft, er war zudem bei Behörden und der Feuerwehr zu finden. Auch bei der Bundeswehr fand er neben dem Unimog U 404 Verwendung. Für viele Unimog-Freunde gilt der U 406 als der Unimog schlechthin.
kr

Früher waren die Matchbox-Autos in Schachteln verpackt, die an Streichholzschachteln erinnern. Daher auch die Bezeichnung „Matchbox“, denn dies ist das englische Wort für Streichholzschachtel. In der Epoche der Selbstbedienungsmärkte sind heute Blisterverpackungen zum Aufhängen natürlich viel praktischer. Dies gilt auch für die Serie, die Matchbox mit einer Schachtel ausliefert, diese werden zusätzlich in einem Blister verpackt.
Modellfotos: kr

