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News 1:18/1:43: Minichamps-Katalog 2026

Kommt er oder kommt er nicht?

Für die Einen ein lieb gewonnenes Ritual, für die anderen der Höhepunkt des Sammeljahres: der neue Minichamps-Katalog. 2026 wird wohl/vielleicht/wahrscheinlich das erste Jahr seit der Existenz von Minichamps sein, in dem kein Katalog erscheint.

Die wahren Sammlerprofis schafften es jedes Jahr auf die Spielwarenmesse, und wenn die Messe noch so sehr eine Fachbesucherveranstaltung ist und Privatleute ausschließt. Wege und Mittel fanden sich immer. Zu den ersten Wegen gehörte jener zum Minichamps-Stand, Neuheiten anschauen, den Katalog kaufen und begierig aufsaugen. Der Minichamps-Katalog gehörte für viele zu den Messe-Highlights. Dort war er jedes Jahr erstmals erhältlich. Danach konnte er über den Fachhändler bezogen werden – aber eben erst mit ein paar Tagen Verzögerung. Diese wenigen Tagen Informationsvorsprung war so manchem die Reise nach Nürnberg wert.

Minichamps existiert als Hersteller fertiger Diecastmodelle seit 1990. Zuvor schon verkaufte Paul Günter Lang Minichamps-Modelle. Das waren fertig gebaute Weißmetall-Rennsport Miniaturen in 1:43. Sie fanden sich im Danhausen-Katalog, einer absoluten Modellautoinstanz, seit 1971. Das war der Versandkatalog von Spielwaren Danhausen (Inhaber: Familie Lang), quasi der erste (halbwegs) vollständige Katalog aller weltweit verfügbarer Modellautos. Ihn gab es bis 1993.

Die Minichamps-Kataloge seit 1990 sind ebenfalls Legende, gebunden, hochwertig, professionelle Fotografien, echte Sammlerstücke. In den besten Jahren gab es mehr als einen Katalog pro Jahr. Da kam im Herbst eine (etwas dünnere) Edition 2, und in der Zeit, als Minichamps auch mit dem Werkstoff Resine spielte, gab es einen extra Katalog für die Resinemodelle. Seit 2016 existiert obendrein ein kleiner Katalog für die Maxichamps-Reihe, in Orange gehalten, und die Siebenundachtziger-Serie hat auch ihr eigenes Printmedium.

2019, vor Korona, war Minichamps bis dato zum letzten Mal mit einem Stand auf der Spielwarenmesse vertreten. Seitdem ist der Katalog nicht mehr auf den Tag genau zu Messebeginn erschienen, aber stets recht nah an diesem, meist im Verlaufe des Monats Februar. Heuer nicht. Wir warten und warten, und nun ist bereits Hochsommer. Grund genug für Caramini-online, bei Paul Günter Lang nachzufragen: Wo bleibt der Katalog? Die Antwort fällt eindeutig und doch nicht so eindeutig aus.

Das Interesse am gedruckten Katalog, so Lang, sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich und signifikant zurückgegangen. In den „goldenen Zeiten“ hatte Minichamps eine Auflage von 40.000 Exemplaren gedruckt. Vom 2025er Katalog waren es gerade mal 3000, und die sind noch nicht mal komplett verkauft. Das ist natürlich nicht wirtschaftlich, denn nicht nur die Druckkosten (gewaltig gestiegen, Papier ist teuer geworden!) sind ein wichtiger Aspekt, auch die Erstellung des Kataloges ist ein großer Aufwand. Deswegen, sagt Lang, sei bisher kein 2026er-Katalog erschienen. Kommt er noch? Kommt überhaupt jemals wieder ein Minichamps-Katalog? Paul Günter Lang antwortet mehrdeutig: „Wir haben noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob wir wirklich keinen Katalog mehr produzieren. Ende des Jahres wissen wir mehr.“

Wer seit Anfang an sämtliche Minichamps-Kataloge aufgehoben hat, füllt damit ungefähr einen Regalmeter. Das sind herrliche Nachschlagewerke, es ist das Papier gewordene Zeugnis des größten Modellauto-Portfolios in 1:43 und 1:18 (und einigen Nebenmaßstäben). Man kann träumen und man kann schwärmen, man sieht Farbvarianten von Straßenfahrzeugen oder Rennversionen, die man gerne hätte, darüber hinaus nie realisierte, aber angedachte Prototypen. Ein Durchblättern der alten Kataloge bringt stets Neues hervor, denn wohl niemand kennt das Minichamps-Programm des vergangenen Vierteljahrhunderts auswendig. Wenn das nun vorbei sein sollte, wäre das schon eine traurige Nachricht. Aber, so Paul Günter Lang, die endgültige Entscheidung steht noch aus. Und die Hoffnung stirbt zuletzt.

afs

Willkürlich aus dem Regalmeter herausgegriffen und auf Terrazzo ausgelegt: einige Minichamps-Kataloge und der ’77er Danhausen-Katalog. Anlässlich des Fotos mal wieder darin geblättert, daran hängen geblieben, über eine Stunde geschmökert.
Foto: bat