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News 1:87 Brekina/SAI Collections Set „Zieleinlauf Le Mans 1966“ mit drei Ford GT 40

Zieleinlauf im Dreier-Pack

Der neue Rennsportwagen Ford GT 40 von Brekina feierte seine Premiere nicht bei uns in Deutschland, sondern beim französischen Vertriebspartner SAI Collections. Bei SAI gibt es zur Erinnerung an den legendären Dreifach-Sieg der Ford-Renner vor 60 Jahren in Le Mans eine schöne Displaybox mit drei Modellen, ebenso präsentiert, wie auf dem ikonischen Zielfoto der 24-Stunden von Le Mans 1966 abgebildet.

Die Modelle sind wunderbar lackiert und tragen alle Schriftzüge der großen Vorbilder. Ganz großes Kino! Wer originale Fotos des Zieleinlaufs mit dem kleinen Diorama von Brekina beziehungsweise SAI im Maßstab 1:87 vergleicht, wird feststellen, dass die Anordnung und die Abstände der drei Rennwagen authentisch dargestellt sind. Also ein Modellset mit Rennsportminiaturen, die das Herz eines jeden Modellautosammlers erfreuen sollten.

Nun kommt aber das große Aber: Ein Modell ist per Definition ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit und natürlich gibt es Modellautosammler, die sich intensiv mit den 1:1-Vorbildern der kleinen Abbilder und deren Historie beschäftigen. Brekina datiert seine Modelle auf das Jahr 1966, in dem Ford GT 40 Mk II die ersten drei Plätze beim großen 24-Stunden-Rennen in Le Mans erzielten. Dazu weiter unten mehr. Aus welchem Grund auch immer hat sich Brekina dazu entschieden, die Version des Ford GT 40 von 1969 zu verkleinern. Die Ford GT 40 Mk I und Mk II wurden zu jeder Rennsaison aufgrund der gewonnenen Erfahrungen angepasst, dies galt auch für die Karosserie. Und Fahrzeuge von 1969 können leider kein Rennen im Jahre 1966 gewonnen haben. Man muss dem Hersteller aus dem Schwarzwald wohl zugute halten, dass nur Experten die Unterschiede auf den ersten Blick bemerken. Zum Glück hat Caramini-online Redakteure, die sich in diesem Metier auskennen (siehe die Berichte zum Ford GT vom 7. und 8. Mai 2026). Tatsächlich stellt das neue Modell von Brekina die Version des J.W.A.-Ford GT Mk I von 1969 dar, die sich in der Heckpartie deutlich vom 1966er Ford GT 40 Mk II unterscheidet. Der 1966er Mk II besitzt zusätzliche Lüftungsöffnungen auf der Motorhaube, die hinteren Kotflügel sind nicht bauchig verbreitert, statt der einzelnen Heckleuchten des J.W.A.-Ford GT zieren doppelte, übereinander angeordnete Heckleuchten die Rückseite der 1966er Ford GT. Brekina hat dies bei der Modellierung nicht berücksichtigt. Die Brekina-Ford GT 40-Rennversionen tragen beidseitig Außenspiegel, was in Le Mans weder das Mk II-Siegertrio 1966 noch der Mk I-Siegerwagen von 1968 und 1969 verwendeten.

Nachdem Ford Ende 1966 die Produktion von Rennwagen für das Langstrecken-Sportwagenprogramm in die USA verlegte (der Ford GT Mk IV entstand und holte 1967 einen weiteren Sieg in Le Mans), übernahm John Wyer mit seiner Neugründung J.W.Automotive (J.W.A.) das Ford GT 40 Mk I-Kundensportprogramm. Auf den weniger erfolgreichen, auf dem GT 40 Mk I basierenden Mirage M1-Prototypen im Jahr 1967 folgte 1968 der J.W.A.-Ford GT MK I. Ein J.W.A.-Ford GT Mk I mit der Chassis-Nr. 1075 gewann sowohl 1968 als auch 1969 in Le Mans, bereift mit Firestone-Pneus. Die Ford GT Mk II des Jahres 1966 gewannen das Rennen in Le Mans auf Goodyear-Gummis. Dieses Detail hat Brekina vorbildgerecht nachgebildet, ein kleiner Lichtblick. Damit soll es jetzt mit der Kritik genug sein. Für das Gros der Modellautosammler stellt der neue Ford GT 40 ein sehr schönes Modell dar, und die mittlerweile bei Brekina erschienenen Kundenversionen des J.W.A.-Ford GT passen zu hundert Prozent.

Im Jahr 1966 startete die 34. Auflage des 24-Stunden-Rennens von Le Mans auf dem Circuit de la Sarthe. Es fand am 18. und 19. Juni in acht Rennklassen statt. Gemeldet waren 112 Fahrzeuge, von denen sich 55  auf die 13,461 Kilometer lange Rennstrecke begaben. Nach vielen Ausfällen wurden letztendlich nur 15 Rennwagen gewertet. Vor rund 350.000 Zuschauern schwenkte Henry Ford II. als Ehrenstarter die Startflagge. Die größte Rennarmada stellte Ford mit acht Siebenliter-GT 40 Mk II, verteilt auf die drei Werksteams Shelby American Inc., Holman & Moody sowie Alan Mann Racing Ltd., und fünf Fünfliter-GT 40 Mk I. Die beiden Ford GT 40 Mk II des Teams Shelby American mit den Startnummern 2 und 1 überquerten in dieser Reihenfolge mit nur wenigen Metern Abstand die Ziellinie, ein inszenierter Einlauf auf Wunsch des für das Ford-Rennprogramm verantwortlichen Leo Beebe. Der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen war so gering, dass die Rennkommissare überprüften, welches Fahrzeug die längste Distanz nach Ablauf der 24 Stunden zurückgelegt hatte. Der Wagen mit der Nr. 2 auf Startplatz 4 begann das Rennen einige Meter hinter der Nr. 1 (Startplatz 2), hatte am Ende die längste Strecke bewältigt und wurde als Sieger mit nur 20 m Vorsprung gewertet. Beide Fahrzeuge erreichten dieselbe Durchschnittsgeschwindigkeit von ungefähr 210,80 km/h und absolvierten eine nahezu identische Renndistanz von etwas über 4843 Kilometern. Den Triumph von Ford komplettierte der Wagen mit der Startnummer 5, der angeschlagen den dritten Platz mit 12 Runden Rückstand erreichte. Hier die erfolgreichen Piloten: Sieger Bruce McLaren und Chris Amon (Shelby-American Inc.) mit der # 2, zweiter Platz Ken Miles und Denis Hulme vom gleichen Rennteam mit # 1. Dritte wurden Ronnie Bucknum und Dick Hutcherson mit # 5 (Holman & Moody).

Trotz der Unstimmigkeiten bei der Vorbildauswahl zeichnet das Set von Brekina und SAI ein bedeutendes Stück Rennsportgeschichte aus Le Mans nach.

kr/spy

Ein sehr attraktives Set in einer Kunststoff-Box hat SAI hier zusammengestellt. Es zeigt sehr authentisch den Zieleinlauf von Le Mans 1966. Leider hat Brekina für seine Modelle die Version des Ford GT 40 aus dem Jahr 1969 ausgewählt – ein Paradoxon.
Modellfotos: kr
Die drei Modelle sind bei SAI auch einzeln erhältlich. Die Heckansichten lassen deutlich erkennen, dass das Modellvorbild der J.W.A.-Ford GT MK I ist. Wunderschöne Modelle, aber in dieser Farbgestaltung unpassend.

Steckbrief:

Brekina/SAI 5515 Set mit drei Ford GT 40-Modellen in Schwarz (# 2), Hellblau (# 1) und Goldfarben (# 5) Le Mans 1966. Verpackt in Kunststoff-Box. Limitierte Auflage. UVP 68,85 €.