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News 1:43 Maxichamps Fiat Barchetta 1995

Italodesign aus griechischer Hand

Latin Lover: In der zweiten Hälfte der 90er verzauberte der Fiat Barchetta die Frauen, vor allem die deutschen. Die Hälfte aller Barchetta wurde hier zugelassen. Maxichamps bringt ihn erneut, nun in Rosso Corsa und Blu Elisir.

Schon mal etwas von Ανδρέας Ζαπατίνας gehört? Oder, um es in lateinische Lettern zu fassen, von Andreas Zapatinas? Ein griechischer Automobildesigner, 1957 in Athen geboren und im Fiat Centro Stile angestellt. Dort entwarf er den Fiat Barchetta und traf Chris Bangle. Der Barchetta gefiel den Herren in Milbertshofen und Zapatinas gefiel Chris Bangle, sodass er, als er BMW-Designchef wurde, Herrn Zapatinas einfach mitnahm. Der BMW Z8 trägt seine Handschrift. Aber ihm gefiel es an der Isar gar nicht, und so kehrte er 1998 zu Fiat zurück. Dort schuf er die Formen der Alfa-Romeo-Typen 166 und 147. 2002 dann ging er weit weg, nach Japan, und wurde Subaru-Designchef. Dann hatte er genug von Autos und kümmerte sich bei Kleemann Lifts um Aufzugskabinen und -türen. Auch die müssen gestaltet werden. War wohl nichts auf Dauer, seit 2010 zeichnet Zapatinas wieder Autos, und zwar für die chinesische Marke Changan, die ihr Designstudio in Turin hat. Also ist er wieder dort, wo seine Karriere begann. Wahre Barchetta-Fans laden Andreas Zapatinas auf ihre Treffen ein und zollen ihm Respekt. Das Höchste der Gefühle für sie ist, wenn er mit einem wasserunlöslichen Stift ihre Autos signiert.

Anfang 1995 erschien der Barchetta auf technischer Basis des ersten Punto und wurde bis Juni 2005 gebaut, zunächst beim Karosseriebauer Maggiora in Chivasso, nach dessen Bankrott 2003 im Fiat-Werk Mirafiori, insgesamt 57.521 Exemplare. Die einen sind vom rundlichen Design begeistert, die anderen sehen darin den verzweifelten und misslungenen Versuch, das Euro-Einheits-Leberwurst-Design mit dem Faszinosum eines zweisitzigen Roadsters zu vereinen. Jedenfalls wollte Fiat damit an alte Traditionen (124 Spider) anknüpfen und vor allem dem Mazda MX-5 Paroli bieten. Den Barchetta gab es mit genau einer Motorisierung, ein 1,8-Liter-Vierzylinder mit 131 PS, der den Wagen in 8,9 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und 200 km/h schnell macht. Ein Erfolg war der offene Fiat vor allem in Deutschland. Rund die Hälfte der Produktion wurde hier abgesetzt.

Als der Barchetta noch fließbandaktuell war, im September 2000, erschien das Minichamps-Modell, der Erstling in Rot, schlichtweg ein Muss für einen italienischen Sportler. 2020 kam er erneut nun unter dem Label Maxichamps, in seinen beiden attraktivsten Farben Rosso Corsa und Giallo Ginestra mit schwarzem Interieur, typisch, sportlich, barchettös. Sechs Jahre ist das her, längst ausverkauft sind sie, und Maxichamps legt den Barchetta nun wieder auf. Erneut in Rot, weil dafür ganz einfach die Nachfrage da ist, und als neuen Ton gibt es Blu Elisir, ein dunkles Blaumetallic. Maxi- = Minichamps ist für die Umsetzung nur Lob zu zollen. Von den Klarglasscheinwerfern bis zum Doppelauspuffendrohr alles prima, die Außenspiegel in Wagenfarbe, eine Radioantenne, gute Felgen, hübsche Bedruckung. Schön, mal wieder an den Fiat Barchetta erinnert zu werden.

afs

Ein in jeder Hinsicht Emotionen weckendes Auto: Fiat Barchetta, damals ein Latin Lover, der den Frauen gefiel. Allerdings führte er zumindest in seinen ersten Jahren auch die Hitliste der ADAC-Pannenstatistik an. Aber einem Latin Lover verzeiht man so einiges.
Modellfotos: bat

Steckbrief:

Maxichamps 121930 Fiat Barchetta 1995 rot und 121932 dito dunkelblaumetallic. Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:43. UVP je 37,95 Euro.