Das kleine BMW i Blue macht den Unterschied
Der Casus knacksus ist und bleibt die Frage: Soll ein Elektroauto weitgehend gleich aussehen wie sein Verbrenner-Bruder, um das neue Antriebskonzept zumindest optisch nicht zu sehr herauszustellen und somit das Althergebrachte komplett über Bord zu werfen? Oder soll ein Elektroauto komplett anders aussehen als sein Verbrenner-Äquivalent im Portfolio desselben Herstellers, um das Alleinstellungsmerkmal der neuen Mobilitätsform visuell zu unterstreichen und um zu demonstrieren: Außer vier Rädern und einem Innenraum zum Personentransport haben Verbrenner und Batterieauto keine Gemeinsamkeiten? Diese Frage beantworteten BMW und Daimler-Benz höchst unterschiedlich, und die „Langzeitstudie“ (seit 2021/22) gibt BMW recht. In München unterscheiden sich die Karosserien mit beiden Antriebsformen kaum voneinander, in Stuttgart ganz eklatant. BMW verkauft den i7, also den elektrischen Siebener, ganz ordentlich. Der Mercedes EQS als elektrisches S-Klasse-Pendant hingegen ist ein Ladenhüter, verstopft als Leasingrückläufer Gebrauchtwagenplätze und muss schon als Neuwagen rabattiert werden. Das kannte man in Stuttgart nicht. Damit musste Daimler-Benz erst mal umzugehen lernen. Der Chefdesigner ging (auch) deswegen. Und des Vorstandsvorsitzenden Stuhl geriet ins Wanken.
Der i7 kommt im Rahmen der BMW-Novitäten-Offensive von Minichamps nun als 43er, nachdem die 1:18-Version bereits vor vier Monaten erschien und zwei Mal auf dem schwarzen Schreibtisch stand (Caramini-online vom 6. März und 5. Mai 2026, letzterer in der zweifarbigen Version). So ist beim geneigten Leser also das Hintergründige zum Vorbild noch recht präsent und muss nicht wiederholt werden. Minichamps macht den „kleinen“ i7 in der gewohnten Qualität und schließt damit eine weitere Lücke im Portfolio aktueller BMW. Zunächst erscheint das Modell in drei Farbvarianten: mattes Dunkelblaumetallic (Frozen Tanzanite Blue Metallic) für die Adepten des Zeitgeistes, Oxidgrau Metallic für die Leasing-Käufer mit Blick auf kurze Verweildauer auf dem Gebrauchtwagenplatz, wenn nach 36 Monaten der nächste Wagen ausgeliefert wird, und Aventurinrot Metallic für jene, die sich ein wenig mehr trauen, über ein wenig mehr Geschmack verfügen und durch ein wenig mehr Geld vielleicht sogar Barzahler sind. Der i7 trägt die Serienfelgen 20 Zoll LMR Sternspeiche 905 Bicolor und innen verhältnismäßig helles Leder (Veganza Cognac). Ein qualitativ hervorragend gemachtes Miniaturauto, phantastisch lackiert und dekoriert, die Leuchten sehr fein herausgearbeitet. Ein unerwarteter Farbklecks ist die kleine, blaue Fläche an den Vorderkotflügeln unten seitlich, das dezente Designmerkmal, das auf die Vollelektrizität verweist („BMW i Blue“). Ja, das ist auch nötig, um einen i7 von „The 7“ mit Verbrenner zu unterscheiden. Denn… (siehe oben).
afs


Modellfotos: bat
Steckbrief:
Minichamps 042200 BMW i7 G70 2023 anthrazitmetallic, 042201 dito mattdunkelblaumetallic und 024202 dito rotmetallic. Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:43. Auflage je 336 Exemplare. UVP je 59,95 Euro.