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News 1:18 MCG Opel Ascona A Irmscher Rallye

Alles Walter, oder was!

Eigentlich ein langweiliges Auto. Aber gerade deshalb war der Opel Ascona A populär. Und doch nicht langweilig. Weil er ein Gewinnertyp war. Weil er Opel so richtig sportlich machte. MCG huldigt dem ollen Ascona, der gar nicht oll ist, mit einer dickbauchigen Irmscher-Version.

Aus dem Hause Model Car World gab es schon mal einen Ascona A im Doppelpack, und zwar von BoS in 1:18, also Resinemodelle: die zivile Limousine, 2021 in Rot erschienen und formal perfekt gelungen, sowie den dickbauchigen Motorsport-Ascona im Livree der RAC Rallye 1973 im gelb-grünen Irmscher Livrée, drei Jahre zuvor 2018 auf den Markt gekommen und formal alles andere als zufriedenstellend. Damals hat BoS wohl mit unterschiedlichen Datensätzen gearbeitet. Gerade so, als wolle man den damaligen Fehler wettmachen, erscheint nun der Irmscher-Ascona erneut, nunmehr als Diecast-Modell von MCG (sealed, ein Geradeausläufer), und diesem Modell konstatieren wir, dass es äußerst wohl geraten ist. Die generelle Form passt, Proportionen und Dimensionen auch, die Details ebenfalls – das ist ein ganz und gar schöner Ascona A mit den typischen Kotflügelverbreiterungen.

MCG lässt mit diesem Modell einen ziemlich lauten Initialschrei los und lanciert es in gleich vier Versionen mit zwei unterschiedlichen Felgentypen. Der orangefarbene Zivile und der ’74er Lombard-Rallye-Ascona tragen ATS-Classic-Alus, die beiden anderen Rallyewagen fahren auf jenen Fuchs-Alus, die ursprünglich für das Manta-A-Sondermodell Black Magic konzipiert und an Opel geliefert, dann aber aus Kostengründen doch nicht aufgezogen wurden. Opel vermarktete den Lagerbestand als aufpreispflichtiges Extra und stattete seine Motorsportfahrzeuge damit aus, erst den Ascona A, später das Kadett C GT/E Coupé. Beide Felgen hat MCG bestens wiedergegeben.

Der zivile Ascona trägt ein ebensolches Interieur mit Serienausstattung und vier Sitzplätzen. Anders natürlich die Rallyeautos: keine Rücksitzbank, statt ihrer ein Ersatzrad, Überrollbügel, Sportsitze mit rot bedruckten Gurten, Vierspeichen-Sportlenkrad. Am Kofferraumdeckel verbaute MCG Schnellverschlüsse, die Front zieren je vier Hella-Zusatzscheinwerfer (beim Gelb-Grünen abgedeckt), dazu Zusatzhupen, ein martialischer Unterfahrschutz und beim Grün-Gelben extra Schmutzlappen. Da wurde also gut recherchiert, die Unterschiede der Originale sind fein wiedergegeben, und das trifft natürlich auch auf die Lackierung/Dekoration zu. Der Zivile ist in Orange mit schwarzem Flankenstreifen und „Irmscher Tuning“ auf den Vorderkotflügeln gehalten. Gelb-Grün bedeutet, dass dieser Ascona für das Irmscher-Team startet, die beiden gelben Wagen mit Graphiken in Seidenmattschwarz sind Opel-Werksfahrzeuge („Opel Euro-Händlerteam“). Den Fahrer des zivilen Ascona kennen wir nicht namentlich, denjenigen der drei Rallyefahrzeuge schon. Es ist Walter Röhrl, unser Walter, je nach Einsatz mit Herrn Geistdörfer oder Herrn Berger an seiner Seite.

Auf dem Opel Ascona A gewann Walter Röhrl nach einer sehr erfolgreichen Saison 1973 im Folgejahr die Rallye-Europameisterschaft. Nach sechs Gesamtsiegen in Folge war das Team nach der Rallye di Lugano vor noch drei ausstehenden Wertungsläufen bereits Titelgewinner. Das schaffte dem Wagen ein sportliches Image und Opel nützte dies auch werbewirksam aus. Dementsprechend war der Ascona A ein beliebtes Tuningobjekt Mitte der 70er Jahre. Die üblichen Verdächtigen nahmen sich seiner an: Hauptsächlich für das Ascona-Tuning verantwortlich waren Irmscher und Steinmetz, aber auch Lexmaul schuf beachtliche Ausbaustufen für Privatfahrer, die den Ascona A erfolgreich auf Rundkursen um die Ecken schleuderten oder auf Rallyepisten einsetzten. Damals wollte jeder sportlich ambitionierte Ascona-A-Pilot ein kleiner Walter Röhrl sein. Er war auf Opel abonniert, Röhrl und der Ascona wurden quasi gleichgesetzt.

1973 gab es den ersten Kontakt zwischen Walter Röhrl und Opel, als er beim Opel-Tuner Irmscher einen Vertrag bekam, und prompt absolvierte er sein Premierenjahr mit dem Titel des Vize-Europameisters. Im Folgejahr gründete Opel das Opel-Euro-Händler-Team und übernahm den Regensburger. Dieser gewann auf Ascona A sechs von acht Läufen in der Saison 1974 und trug den Rallye-Europameisterschaftstitel nach Rüsselsheim. Spätestens jetzt war er ein Star am Rallye-Himmel. 1977 trennte er sich von Opel und fuhr für Fiat, rannte zwischendurch auch mal auf der Rundstrecke, und bei der Rallye Monte Carlo 1980 jubelte die Presse: Endlich wieder ein deutscher Monte-Sieger. Walter Röhrl sorgte für die Renaissance des Rallyesport-Fiebers in Deutschland. Die Saison verlief wunderbar für ihn und endete mit dem Weltmeistertitel. Die Fachwelt war sich einig: Dieser Mann ist ein Jahrhunderttalent am Steuer. 1981 gab er seine Rückkehr zu Opel bekannt. Auf Ascona B 400 wurde Walter Röhrl das zweite Mal Weltmeister. Er fuhr danach wieder für Lancia, dann für Audi, zuletzt als Testfahrer. Seit 1993 ist er Repräsentant und Versuchsfahrer bei Porsche und bestreitet nach wie vor mit großer Freude und großem Können Wettbewerbe im historischen Rennsport. Und er signiert mit Freuden alles, was man ihm hinhält. Kaum jemand schreibt so gerne seinen Namen wie Walter Röhrl. Spötter behaupten, er signiere sogar die Seife im Bad.

Die drei Röhrl-Asconas im Einsatz: Ausfall RAC-Rallye 1973, fünfter Platz RAC-Rallye 1974, Sieg Rallye Akropolis 1975. Mit diesem Sieg endete die Werkkarriere des Ascona A fulminant. Danach kam der Kadett C GT/E als Werksrallyewagen, und der hielt nicht, was sich Herr Opel und Herr Röhrl von ihm versprachen.

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Die Irmscher-Straßenversionen basierten auf dem 1,9-Liter-cih-Motor und brachten zwischen 115 und 130 PS (statt serienmäßig 90). Deshalb sind wir vom Heckschriftzug des Orangefarbenen, „Ascona 1.6“, etwas irritiert. (Und das ist alles, was wir an diesen schönen Modellen zu bekritteln haben!) Die Gruppe-2-Rallyewagen wurden auf 2 Liter aufgebohrt, hatten eine mechanische Kugelfischer-Einspritzung und einen Querstromzylinderkopf. Sie leisteten 200 PS oder ein bisschen mehr.
Modellfotos: bat
Walter Röhrl, der Ascona-Dompteur schlechthin, strahlte 1974 als neuer Stern am Rallye-Olymp, nachdem er Opel die Europameisterschaft gesichert hatte. Nach sechs Gesamtsiegen in Folge war das Team nach der Rallye di Lugano noch vor drei ausstehenden Wertungsläufen bereits Titelgewinner.
Foto: Archiv Opel
Walter Röhrl und Helmut Berger mit ihrem meisterlichen Ascona, begleitet vom speziellen Admiral Caravan, erstellt im Opel-Auftrag vom Karosseriebauer Vogt für das Opel-Euro-Händlerteam als Servicewagen. Ihn gibt es auch als 18er aus Resine, von Premium Classixxs, 2019 erschienen und heute als Gebrauchter ziemlich gefragt und selten am Markt.
Foto: Archiv Opel

Steckbrief:

MCG 839 Opel Ascona A Irmscher 1973 orange, 346R dito RAC Rallye 1973 (# 26, Walter Röhrl/Jochen Berger) gelb/grün, 345R RAC Rallye 1974 (# 4, Walter Röhrl/Christian Geistdörfer), 344R dito Rallye Akropolis 1975 (# 2, Walter Röhrl/Christian Geistdörfer). Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP 64,95 Euro (orange) bzw. 69,95 Euro (Rallye-Versionen).