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News 1:18 Norev Porsche 911 Turbo 1984 im Martini-Look

Martini Bianco

Ein Aperitif, ein Wermut, heute auch alkoholfrei oder schäumend, klassisch aber nur Rosso oder Bianco. Das ist Martini. Aber ein legendäres Racing Team ist Martini auch, mit tiefen Verbindungen zu Porsche. Norev macht seinen alt gedienten 911 Turbo nunmehr in reinem Weiß im Martini-Look, also einen klassischen Martini Bianco. Und spendiert ihm neue Räder.

Das legendäre Martini-Dekor wird hauptsächlich mit den beiden Marken Porsche und Lancia in gedankliche Verbindung gebracht, und Porsche ist heute noch stolz auf die legendäre Tradition. Die Zuffenhausener Merchandising-Abteilung bietet nach wie vor die Martini Racing Kollektion an, Kleidung, Sonnenbrillen, Taschen, sogar Thermoskannen und einen Trolley-Reisekoffer gibt es im Martini-Design bei Porsche. Ja, bei Porsche erinnert man sich gerne der seligen Tage, als Martini Hauptsponsor war. Zunächst hatte Porsche keinen Sponsor für die Rennsportabteilung, die Werksfarbe war dunkelrot. So waren die Renntransporter und Servicefahrzeuge lackiert. Dann trat Martini auf den Plan. Zunächst war die Grundfarbe Weiß, kombiniert mit den Martini-Streifen in Rot, Dunkelblau und Hellblau, die Grundfarbe wechselte 1973 zu Silbermetallic.

Dieses Martini-Design war so ikonisch, dass auch Kunden von Straßenfahrzeugen sich damit identifizierten und es zur Schau tragen wollten. Sie bezahlten dafür, die Martini-Streifen spazieren zu fahren (nicht umgekehrt!). An einem Straßen-Porsche war das Martini-Design erstmals an einem Ausstellungswagen auf der Earls Court Motor Show 1976 in London zu sehen. Das fand einen riesigen Anklang und war fortan als Option für alle Elfer-Coupés lieferbar, also auch für den Turbo, dem Norev nun dieses Streifendesign angedeihen lässt. Die meisten Martini-Elfer waren Grandprix-Weiß lackiert, aber auch schwarze Wagen wurden damit versehen. Und eventuell auch andere. So genau ist das nicht dokumentiert, weil einige Wagen ihre Streifen nicht im Werk, sondern erst beim Händler bekamen. Ob ein Porsche jemals Martini-Streifen ex factory hatte, sieht man anhand der „Option M42“ auf dem Neuwagen-Bestellformular – sofern diese Papiere noch vorhanden sind.

Der Porsche 930 Turbo von Norev ist eine Art Urgestein und gehört zu den frühen Achtzehner-Schöpfungen. Norev ist in diesem Segment seit 2005 unterwegs. Mit dem Auto waren immer alle glücklich – bis auf die Räder. Die zogen die Kritik auf sich, sie seien zu voluminös, die Reifen wurden mit Ballonreifen verglichen. Der stete Tropfen der Kritik höhlte den Stein der Norev-Konstrukteure: Die Aachener Filiale nahm sich des „Oldtimers“ nochmals an und gönnt ihm nun neu konstruierte Räder, die erstmals beim Martini-Turbo zum Einsatz kommen. Und jetzt sieht er richtig gut aus, der alte Turbo. Die Räder haben nun die richtige Größe, die Reifen die richtige Flankenhöhe, die Räder passen zum Auto und werten es ungemein auf. Richtig schöne, runde Füchse, innen mattschwarz, auf der Nabenkappe das Porsche-Logo, das Felgenbett in seidenmattem Silber, also nicht poliert. Der Rest vom 930 Turbo (all open, gelenkt und gefedert) sieht aus, wie er immer aussieht, mit Ausnahme der Streifendekoration, die sich an die Form des Elfers anschmiegt. Norev macht einen 930 Turbo der Baujahre 1984 bis 1989, zu erkennen an der Auspuffanlage mit doppeltem Endrohr (ab 1980) und den in den Bugspoiler integrierten Neblern (ab 1984). Die offizielle Norev-Baujahresbezeichnung „1980“ ist also nicht korrekt.

Martini ist seit 100 Jahren aktiv im Sport

Martini-Racing hat eine 100jährige Tradition. 1925 wurde die erste Martini & Rossi Cycling Trophy, ein Radrennen, organisiert, zehn Jahre später startete das Unternehmen Werbekampagnen im Rahmen des Giro d’Italia, danach auch bei Radrennen in ganz Europa. Das Martini Racing Team gibt es seit 1968. Nun war Martini nicht mehr nur Sponsor, sondern griff aktiv ins Sportgeschehen ein, und zwar gleich mit Porsche als Partner in Langstreckenrennen. 1971 gewann das Team erstmals in Le Mans (Porsche 917 K), später dann die Konstrukteursweltmeisterschaften 1976 und 1977. Zwischen 1980 und 1986 war Martini der Partner von Lancia, 1981 Gewinn der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. In die Formel 1 stieg Martini 1972 ein, zusammen mit dem italienischen Teco-Rennteam, 1975 bis 1978 zusammen mit Brabham, 1979 mit Lotus. Von 2006 bis 2008 kehrte Martini als Formel-1-Sponsor in die Formel 1 zurück (Ferrari), und zwischen 2014 und 2018 war Martini Partner von Williams. Bei Rallyes engagierte sich Martini ebenso, zunächst 1978 bei Porsche, aber die größten Erfolge wurden 1982 bis 1992 zusammen mit Lancia gefeiert (Titelgewinne in Folge 1987 bis 1992). Dann 1994 bis 1996 trug der Ford Escort das Martini-Dekor, ab 1999 der Focus bis 2002. Und selbst die Tourenwagen trugen Martini-Streifen in Rot, Hellblau und Dunkelblau, Martini sponserte den Alfa Romeo 155, zunächst in der italienischen Tourenwagenmeisterschaft, danach in der DTM. Das 20 Jahre andauernde Martini-Engagement bei Motorbootrennen ab 1973/74 sei erwähnt, interessiert uns Auto-Leute aber weniger.

afs

Die ikonischen Streifen in Rot, Hellblau und Dunkelblau schmiegen sich den Karosserieformen an. Und die neuen, richtig dimensionierten Räder geben dem alt gedienten Norev Porsche 911 Turbo eine ganz neue Anmutungsqualität.
Modellfotos: bat
Das Martini-Dekor: Der Turbo-Fahrer sonnte sich in den Erfolgen des Werksteams. Wer die Farbe Grand-Prix-Weiß mit der Option M42 orderte, bekam diesen Wagen.
Foto: Archiv Porsche

Steckbrief:

Norev 187668 Porsche 911 Turbo 3,3 Coupé 1984 im Martini-Look. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP 75 Euro.