Das Fröschlein
„Ach, ist der süß!“ Das hauchten die kleinen Abiturientinnen dahin, wenn Papa ihnen einen Renault Twingo der ersten Serie vor die Türe stellte. Und dann hatten sie ihn ein Studentinnenleben lang lieb. So einen süßen Fatzke stellt uns nun Norev vor die Tür: Renault Twingo Phase II 1998 in 1:18. Ach, ist der süß!
Es gibt Autoformen, die Emotionen wecken. Emotionen ganz unterschiedlicher Natur, und so manche Kleinwagen sind so süß gestaltet, dass man sie einfach lieb haben muss. Dazu gehören der erste Renault Twingo, der Opel Corsa B und der Nissan Micra der dritten Generation 2003 bis 2010. Das sind allesamt Kleinwagen, bei denen die jungen Damen, also ihre hauptsächliche Klientel, in Verzückung ausbrechen und sagen: „Ach, wie süß!“ Bei allen dreien setzten die jeweiligen Designer auf den weiblichen Schlüsselreiz zum Beschützen des Kleinen, Lieben, Süßen. Der Twingo sieht richtig knuffig aus mit seinen Kulleraugen, dem babyartigen Kühlergrill und der tief herabgezogenen Motorhaube, die Erinnerungen an die hohe Stirn eines Kleinkindes (oder eben eines kleinen Frosches) aufkommen lassen.
Das Konzept eines Kleinwagens mit Mono-Box-Raumkonzept stammt aus Polen, und der von Krzysztof Meissner entworfene Beskid, der den in Polen gefertigten Lizenz-Fiat 126 hätte ablösen sollen (aber nie gebaut wurde) inspirierte den Renault-Chefdesigner Patrick le Quément, ausführender Designer war Jean-Pierre Ploué. Das Konzept war so gut, dass der Wagen knapp 15 Jahre lang ohne große Veränderungen angeboten wurde. Im Sommer 1998 gab es ein Facelift, die Franzosen nennen das „Phase II“, neue Stoßfänger, die nunmehr lackiert waren, in die Scheinwerfer integrierte Blinker, neues Armaturenbrett, Modifikationen unterm Blech. Der Norev-Twingo ist ein Phase-II-Auto, also ab Sommer 1998 bis zum zweiten Facelift im September 2004.
Der kleine Monospace ist nach dem Norev-Budgetmuster gestrickt, nichts zu öffnen, lenkbar. Die Form ist einwandfrei, die Details treffsicher, die Machart wie bei Norev üblich – ein Modell ohne Kritik. Die Leuchten prima, auch Seitenblinker und hoch gesetztes Bremslicht an der oberen Heckklappenkante sind separat, dazu eine Antenne aus halbwegs weichem Plastik, sodass sie nicht bei der ersten Berührung abbricht, insgesamt sauberes Finish mit guter Bedruckung. Sehr nett der charakteristische Innenraum mit mehrfarbig gestalteten Sitzflächen („Lucy-Polsterung“). Erstmals erschienen ist der Twingo vor sechs Jahren, nun kommt er in Jaune Anis 306, einem etwas trüben, aber warmen Gelb. Die Ausstattungsvariante ist Privilège, das Modell trägt Leichtmetallfelgen.
afs



Modellfotos: bat
Steckbrief:
Norev 185299 Renault Twingo 1998 Anisgelb. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UBP 59,95 Euro.