Little Hot Hatch
Hot Hatch nennen die Briten die heißen, kleinen Kompakten. Eine Nummer kleiner als Golf GTI & Co. kämpfte der Ford Fiesta XR2 ab Ende 1981 um Ruhm und Ehre, und die Ehre ward ihm zuteil, der erste deutsche Hot Hatch in dieser Klasse gewesen zu sein. Norev zeichnet ihn in schickem Cosmosblaumetallic nach.
Variantenreich ist dieses Modell nicht. Norev zeigte seinen ’81er Ford Fiesta XR2 als Rohling auf der Spielwarenmesse 2020 und gut ein Jahr später erschien er in den Läden, Sonnenrot lackiert, ein Jahr später folgte er in Schwarz. Dann tat sich vier Jahre lang nichts, bis nun die dritte Farbvariante erschien, Cosmosblaumetallic.
Die Norev-Miniatur ist ein klasse gemachtes Modell, sealed, lenkbar, vorbildgerecht, ein wohl geratenes Kind engagierter Eltern, zu dem man sie beglückwünschen kann. Und den Sammler auch. Ein Metallauto, das man bedenkenlos anfassen kann, das gut in der Hand liegt, das einen soliden Eindruck macht, das rundum gefällig ist und das mit 70 Euro durchaus erschwinglich ist. Er widerspiegelt genau jene jugendliche Wildheit, mit der er in den frühen 80ern punktete. Denn der Kleine ist ein Kleiner, nämlich eine Nummer kleiner als der Golf GTI, der ja das Maß aller Dinge ist. Und die Idee, einen GTI oder wie auch immer er heißen mag auch in der kleineren Klasse zu bringen, war nicht nur gut, sondern auch konsequent und vorbildlich. Bei Opel gab es 1981 noch keinen Corsa SR, bei Volkswagen keinen Polo GT, aber bei Ford den Fiesta XR2. Er spielte nicht in der 110-PS-Liga wie Golf GTI & Co. (dafür hatte Ford den Escort XR3), sondern hatte 84 Pferde. Aber er war ja auch entsprechend leichter, das Temperament also nicht von schlechten Eltern. Und er war ein paar Scheine preiswerter. Da er vor allem junge Leute ansprach, spielte das eine Rolle. Dem Vorbild des XR2 mussten die Mitbewerber folgen, und peu-à-peu erstarkten die Kraftzwerge bis an die 100 PS dank Einspritzung.
Norev gab sich viel Mühe mit der Detailrecherche. Der XR2 hat den richtigen Stand auf dem Schreibtisch, er steht tiefer auf den Rädern als ein braver Fiesta. Null Chrom, alles mattschwarz, dazu das charakteristische Seitendekor (kein Druck, sondern ein Decal) und die schwarze Umrahmung der Seitenfensterpartie, zusätzlich zu den Scheibenrahmen. Spoiler hinten und vorne, verbreiterte Radhäuser, alles in Mattschwarz, ebenso wie die Türschweller, dazu Zusatzscheinwerfer auf der Vorderstoßstange, die gelochten Alufelgen (deren Design man vom 1981er Capri bereits kannte und das der Escort XR3i 1983 erben sollte), zwei in Wagenfarbe lackierte Außenspiegel, formintegrierter Rückfahrscheinwerfer, eine zusätzliche Nebelrückleuchte links und ein sehr fein gezeichnetes, zweifarbiges Interieur. Mit diesem Modellauto hat Norev alles richtig gemacht, keine Kritikpunkte sind zu verzeichnen.
afs




Foto: Vauxford
Steckbrief:
Norev 182744 Ford Fiesta I XR2 1981 Cosmosblaumetallic. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP 69,95 Euro.