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News 1:18 Ixo Porsche 911 SC Gruppe 4 1979 Rallyeservicewagen Team Almeras

Die rote Eminenz rennt hinterher

Ein Rallye-Porsche, der nicht siegen will. Ein Rallye-Porsche, dessen Aufgabe es ist, hinterherzufahren. Das Team Alméras leistete sich den Luxus, einen ausgedienten Porsche 911 SC Gruppe-4-Rallyewagen als schnelle Notfallhilfe für seine aktiven Rallye-Porsche einzusetzen. Ixo würdigt diesen ungewöhnlichen Porsche mit einem 1:18-Modell.

Man kann es als Degradierung sehen, als Gnadenbrot für alternde Rallyewagen. Die einen kommen ins Museum, die anderen müssen weiter Rallye fahren, aber nicht in der Wertung. Man kann es aber auch als Beförderung sehen: Ein ex-Rallyewagen, der seinen nominierten Brüdern als schnelle Nothilfe hinterherfährt und ihnen das Vorankommen ermöglicht. Die Idee dahinter: Ein Rallyeservice-Fahrzeug, egal ob Pkw-Kombi oder Transporter, ist nie schnell genug zur Stelle, weil er den Sportwagen nicht folgen kann. Er ist irgendwo stationiert und muss gerufen werden. Ein veritabler Rallyewagen hingegen hat das Potenzial, mitzufahren, und macht das auch gerne. Das Eminence Racing Team der französischen Gebrüder Alméras leistete sich diesen Luxus und Ixo miniaturisiert ihn.

Die Améras’ sind eine Motorsportfamilie, so wie die Villeneuves, Hills, Schumachers, Rosbergs, Stucks oder McRaes. Aber international nicht ganz so bekannt. Jean-Marie und Jacques Alméras sind Gebrüder, die gemeinsam den Rennstall Eminence Racing Team in den 80ern und 90ern betrieben und auch als Fahrer sehr aktiv waren. Beide bestritten Touren- und Sportwagenrennen und waren Le-Mans-Teilnehmer, meist im Team und stets auf Porsche. Philippe Alméas, Jacques’ Sohn und somit Jean-Maries Neffe, begann seine Profikarriere im Jahre 2000 in der Formel-Renault-Meisterschaft, danach Porsche-Cup. Er schaffte in Le Mans 2004 einen 16. Platz auf Porsche 996 GT3 RS, sein Vater und Onkel erreichten gemeinsam einen 15. Rang 1983 auf Porsche 930.

Zur Alméras-Flotte gehörten diverse Porsche 911 SC Gruppe 4. Das Porsche-Werksteam hatte sich ab 1978 peu-à-peu und temporär zurückgezogen und es den privaten Teams überlassen, den Elfer rallyetauglich einzusetzen. Diese privaten Gruppe-4-Wagen waren sozusagen die evolutionäre Brücke zum späteren Porsche 911 SC/RS ab 1984. Durch klassisches Motortuning wurde der 3-Liter-Boxer auf 270 bis 300 PS getunt, dazu kurz übersetzte Fünfgang-Box und Differenzialsperre, entsprechendes Fahrwerk, 917er-Bremsanlage, stark verbreitete Karosserie, Gewichtsreduktion, innen Käfig und sonstiges Rallyegedöns, riesige Zusatzscheinwerfer auf der Stoßstange und eine Scheinwerfer-Batterie („Pod“) auf der Fronthaube für Nachtprüfungen. Die Lichterkette stammt von SEV Marchal, Markenzeichen Schwarze Katze, mittlerweile auch Geschichte weil von Valeo übernommen – ebenso wie die anderen französischen Lampen-Traditionalisten Cibié und Paris-Rhone, alle von Valeo geschluckt! Einen Elfer aus der Rallyeflotte musterte Alméras nicht aus und verkaufte ihn, sondern setzte ihn weiterhin ein, unnomminiert, als Hinterherläufer. Logisch: Der Schnellste, der den Rallyewagen hinterher rennt, war selbst mal ein Rallyewagen, ein veritabler Porsche 911 als Begleitwagen. Das leistete sich das Team Alméras. Und das war ziemlich einzigartig.

Der 1979er Porsche 911 SC ist ein ex-Gruppe-4-Rallyewagen des Teams, der schon etliche Rallyes hinter sich hatte: Juan Fernández Garcia/Joan Aymami fuhren darauf die Rallye 2000 Virages in Spanien 1979, Francis Vincent startete in Antibes 1980, Alain Coppier bewältigte die Tour de Corse 1980, Philippe Touren den Critérium des Cévennes, und Jacques Alméras selbst steuerte den Porsche bei der Monte 1981. Später in diesem Jahr begann das zweite Leben dieses Porsche: Er rannte fortan den Rallyeautos hinterher, eine Art Notdienst. Er behielt sein komplettes Rallye-Equipment inklusive der Zusatzscheinwerfer, bekam aber einen Dachgepäckträger aufgesattelt, der vier Ersatzräder tragen konnte. In der Saison 1982 starteten im Team Alméras drei Porsche 911 SC (Alain Coppier/Josépha Laloz, Jacques Alméras/Christian Gilbert unter dem Pseudonym „Tilber“, Hannu Mikkola/Arne Hertz), und der Service-Porsche war der Vierte im Bunde.

Formal hat Ixo den Porsche 911 SC mit dem Entenbürzel des seligen Carrera 2.7 RS prima getroffen. Er trägt die schmale Karosserie (also ohne dicke „Turbo“-Kotflügel) mit nachträglich angebrachten Kotflügelverbreiterungen für die breiten, dreiteiligen Gotti-J-55-Felgen (auch „Gotti A Stella“ genannt). Die vier montierten Felgen haben einen schwarzen Stern und einen verchromten Rand. Auf dem Dachgepäckträger sind vier Ersatzräder, zwei normale Fuchs-Alus und zwei Gotti J 55, diese aber einfarbig mattsilbern lackiert.

Beschriftet ist der Wagen mit „Alméras Fres.“. Letzteres ist die im Französischen gebräuchliche Abkürzung für „Frères“, also Gebrüder. Im Deutschen gibt es das auch, da kürzt man zwei Brüder mit „Gebr.“ ab. Ansonsten: Grundfarbe Rot, vorderer und hinterer Karosserieabschluss Weiß, Hauptsponsor ist Esso und sehr hübsch nachgebildet ist der Esso-Tiger längs des Heckdeckels. Ixo arbeitet nicht mit Drucken, sondern mit Decals. Auffällig sind drei Auspuffendrohre, zwei mittige und links ein seitliches. Im Renn-Modus sind die beiden mittleren Rohre komplett geöffnet und das seitliche ist verstopft. Das erhöht die Leistung und sorgt für den typischen Boxer-Rennsound. Für Verbindungsetappen im öffentlichen Straßenverkehr ist das zu laut. Dann sind die mittleren Rohre mit Kappen verschlossen und das Auspuffgas muss den längeren Weg durch die Dämpferkammern des Endschalldämpfers nehmen und tritt durch das seitliche Rohr aus. Das ist sozusagen der mechanische Vorläufer der heutigen, elektronisch gesteuerten Klappenauspuffanlagen. Die Gruppe-4-Porsche gehörten schlussendlich eben zu jenen Rallyefahrzeugen, die eine Straßenzulassung hatten, und der Alméras-Porsche ist vorbildgerecht im Département Hérault mit der Ordnungsnummer 34 zugelassen, denn in der dortigen Hauptstadt Montpellier war das Alméras-Team beheimatet.

Natürlich bleibt es nicht beim Rallye-Servicefahrzeug. Ixo beschränkt sich nie auf eine Variante. Angekündigt ist der Porsche 911 SC Gr. 4 auch in einer Variante seiner aktiven Zeit im Team Alméras, Teilnehmer der Rallye Monte Carlo 1980 (# 16, Jacques Alméras/“Tilber“ Christian Gilbert, Rang 12) in derselben Lackierung wie das Servicefahrzeug sowie in Blau/Rot, Monte 1981 (# 23, Jacques Alméras/ „Tilber“ Christian Gilbert, Rang 9). Diese beiden sind noch nicht lieferbar.

afs

Mit Sicherheit der schnellste Rallyeservicewagen, der 1979er Porsche 911 SC des Teams Alméras. Er war zuvor selbst ein Rallyewagen gewesen. Für Elfer-Sammler ein absolutes Muss. Ein ehemaliger Rallyewagen als nachmaliger Rallyeservicewagen ist eine ziemlich einzigartige Erscheinung.
Modellfotos: bat

Steckbrief:

Ixo 18RMC233X Porsche 911 SC Gruppe 4 1979 Rallyeservicewagen „Team Almeras“. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP 72,95 Euro.