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News 1:18 NZG Mercedes-AMG GLC 63 S E Performance 2023

Downsizing “am Rande des Möglichen”

AMG hat sich mit der Downsizing-Strategie selbst schachmatt gesetzt und schwenkt wieder auf V8 um. Der GLC 63 S E Performance ist ein veritabler Vertreter dieser Fehltaktik und aus gutem Grund in 1:echt ein Auslaufmodell. In 1:18 hingegen ist er eine Neuheit von NZG, gewohnt routiniert gemacht und endlich mal in einer anderen Farbe als dem ewigen Grau-Silber-Schwarz-Weiß lieferbar: Spectralblau Metallic.

Er ist das Paradebeispiel der vergangenen AMG-Strategie: Wenig Hubraum, wenig Zylinder, viel Elektropower, viel Synthesizer: Der Mercedes-AMG GLC 63 S E Performance ist in 1:zu echt gerade ausgelaufen. Die Kundschaft will anderes. Sie will V8-Power und -Sound, gerne unterstützt durch ein wenig Elektro – aber eben allenfalls unterstützt. Noch ist er bestell-, aber nicht mehr konfigurierbar, denn es stehen noch etliche Neuwagen beim Händler, und sie verkaufen sich eher zaghaft. NZG macht also kein „altes“ Auto, sondern ein gerade noch neues – was weder der Qualität noch der Anmutung des Modells abträglich ist. Ein aktueller Achtzehner, der alles kann und obendrein als Goodie noch verschiebbare Vordersitze aufweist, ist immer attraktiv. Als Modell vielleicht mehr denn als Original.

Immerhin verfügt er über einen Superlativ – in 1:echt: Der Fahrer dieses Autos kann von sich behaupten, den kräftigsten Vierzylinder-Serienmotor unter der Haube zu haben (680 PS Systemleistung). Schade nur, dass man ihm das nicht ansieht, wenn man die Haube öffnet. AMG tat viel für die Power, aber wenig für die Optik. Und so viel Mühe sich NZG bei der Umsetzung in 1:18 auch gab – wo keine enthusiastische Optik ist, kann auch keine nachgebildet werden. Ein ziemlich schwarzes Technikgebilde mit einer zarten roten Linie auf der oberen Motorabdeckung und einem etwas verlorenen „AMG“-Schriftzug daneben, ansonsten ein wenig Silber und ein paar Flüssigkeitsbehälter. NZG tat, was möglich ist. AMG hingegen wirbt mit den schönen Worten: „Am Rande des Möglichen“.

Das Modell punktet eher karosserietechnisch mit der AMG-spezifischen Kühlerverkleidung, der Frontschürze mit den riesigen Lufteinlässen, der Heckschürze in Diffusoroptik und den zwei mal zwei Auspuffendrohren. NZG gönnt dem Modell die 21-Zoll-Schmiederäder im Kreuzspeichendesign, sehr mattschwarz, aufgelockert durch ein silbernes Felgenhorn. Dahinter sieht der Betrachter leuchtendes Rot. Bei AMG sind die Bremssättel farblich streng codiert. Rot sind jene des Topmodells, also der S-Variante, mit der Hochleistungs-Verbundbremsanlage. Es ginge theoretisch noch bremsiger, das Rot würde dann von Goldbronze getoppt. Derart getünchte Sättel trägt wahlweise die Carbon-Keramik-Bremsanlage. Aber das braucht nur, wer den Nürburgring bezwingen will. Und das macht man nicht unbedingt mit einem SUV.

Dass der GLC proportional und dimensional fehlerfrei ist, darf bei einem mit Daimler’schen CAD-Daten unterstützten Konstruktion als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Das Modell ist all open, lenkbar und federt, die Vordersitze sind längsverschiebbar. Aus dem silber-schwarz-weiß-grauen Farbeinerlei, in dem die meisten NZG-AMGs lackiert sind, wählten wir ein Dunkelblaumetallic, das ein wenig heraus sticht (Spectralblau Metallic, ein Manufaktur-Lack, knapp 1000 Euro Aufpreis auf 122.000 Euro Grundpreis). Es ist zwar sehr dunkel und die schwarze Innenausstattung ist es auch und die geschwärzten hinteren Scheiben und die schwarze Dachreling („AMG Night Exterieur“) sind es erst recht und die schwarzen Felgen überdies, wozu das schwarze Panoramadach passt. Dass der Diffusor ebenso hochglänzend schwarz lackiert ist und auch die Frontsplitter glänzen, lässt auf das „AMG Design Plus Paket“ schließen, ebenso wie die Abrisskante oberhalb der Heckscheibe. Und dennoch ist Blau vorherrschend und das macht den Wagen ein bisschen außergewöhnlich und vor allem farbig. Die Türen am Modell schließen satt und klangvoll, federunterstützt, die Hauben hängen an konventionellen Doglegs, die hintere hält nicht in oberster Stellung auf, sondern gibt ein wenig nach. Innen Teppichboden im Fuß- und Kofferraum, hübsch glänzende Einstiegsleisten vorne, eine ausreichende (aber nicht optimale) Innenraumdekoration in Silber, und wahrlich Akzente setzen die knallroten Sicherheitsgurte.

Vielleicht werden die Sammler irgendwann sogar noch froh sein, ein paar Musterbeispiele der verfehlten AMG-Strategie in der Vitrine zu haben. Als Originale waren sie nur kurz am Markt, der C 63 (ebenfalls von NZG miniaturisiert, Caramini-online vom 29. Juli 2026) und der GLC 63 S E Performance, jeweils nur drei Jahre am Markt, vorzeitig beerdigt. Solche kurzlebigen Modelle haben das Potenzial, zu Sammlerstücken zu werden – zumal sie sich nicht gut verkauften und somit schon selten waren, als es sie noch neu zu kaufen gab.

afs

Auslaufmodell in 1:echt: Der GLC 63 S E Performance wurde zwischen August 2023 und April 2026 gebaut. Sein Marktabgang erfolgte verfrüht wegen der Portfolio-Straffung und der eher verhaltenen Nachfrage nach den komplexen Vierzylinder-Hybrid-Modellen. AMG-Kunden wollen acht Töpfe!
Modellfotos: bat
Kein V8, sondern ein längs eingebauter, kompakter 2-Liter-Vierzylinder-Turbo, zwar der stärkste Serien-Vierzylinder der Welt, aber wer eine AMG-Haube öffnet, erwartet Vau-Acht.

Steckbrief:

NZG 111000021 Mercedes-AMG GLC 63 S E Performance 2023 Spectralblau Metallic, 111000040 dito Opalithweiß, 111000050 dito Obsidianschwarz. Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP je 150 Euro.