Tagesaktuell zur WM: 50 Jahre alter Teambus
Die Wiking-Neuheiten des Monats Juni müssen ohne eine Formneuheit auskommen – leider. Viele Sammler hatten den Mercedes Kipper mit dem „langen“ Kurzhauber-Fahrerhaus erwartet. Da bleibt nur die Vorfreude, denn dass dieses begehrte Modell erscheinen wird, steht außer Frage. Als Ausgleich erwarten uns dafür attraktive Farbvarianten im Personenwagen- und Kleintransporterbereich, ein Lastwagen, entstanden aus einer neuen Bauteilkombination sowie als farbliches Highlight ein Mercedes O 302 Bus, der an die Fußballweltmeisterschaft 1974 in Deutschland erinnert.
Personenwagen und Kleintransporter
„The Thing“, so nennen die Amerikaner den VW 181, oft auch als Kübelwagen bezeichnet. Ursprünglich war das Fahrzeug als Ersatz für den DKW Munga der Bundeswehr konzipiert, Doch das als Kurierwagen eingesetzte Käfer-Derivat hatte ein Manko, es besaß keinen Allradanrieb. Seine Premiere erlebte der VW 181 auf der IAA 1969. Volkswagen baute einen robusten Plattformrahmen und pflanzte den Boxer-Motor aus dem VW Käfer darauf. Nicht nur bei der Bundeswehr, sondern auch bei Feuerwehren, beim THW und bei den Rettungsdiensten standen VW 181 im Einsatz. Aber auch Privatpersonen konnten das Fahrzeug erwerben und als Freizeitmobil nutzen, viele ausgemusterte Bundeswehrfahrzeuge leben in dieser Funktion bis heute weiter. Insgesamt 140.768 VW 181 liefen von 1969 bis 1980 von den Montagebändern in Wolfsburg, Hannover, Emden und zuletzt in Mexiko. Bei Wiking erschien der VW 181 mit offenem Verdeck 1972, sieben Jahre später folgte die geschlossene Version. Diese legt Wiking aktuell in Blau wieder auf, natürlich mit einer umfangreichen Bedruckung und VW-Radkappen. Ein Modell in Capriblau gab es schon 1981, es erschienen zusammen mit der orangegelben Version. Beide sollten Fahrzeuge des THW und des Zivilschutzes darstellen. Passende Beschriftungen lieferten damals einige Zubehörhersteller.
Das Opel Rekord C Coupé ist ein Dauerläufer im Wiking-Sortiment. Die Karosserieform ist den damaligen Modellbauern besonders gut gelungen. Bei Wiking lief das Modell zunächst als Opel Commodore A Coupé. Die Lüdenscheider Modellbauer haben sich diesmal für die Miniaturisierung der Vorbildversion mit der Zusatzbezeichnung „Sprint“ entschieden, die im November 1967 eingeführt wurde. Der Motor leistete 106 PS. Der seitliche Doppelstreifen war damals einer der optischen Hinweise auf die Sportlichkeit des Fahrzeugs. Dazu kommen schwarz hinterlegte Front- und Heckpartien sowie Sportfelgen. Das alles gibt es auch beim neuen Wiking-Modell, dazu noch einen umfangreichen Chromzierrat und den „Rekord Sprint“-Schriftzug im seitlichen Zierstreifen. Im Original endet die Produktion des Opel Rekord C Coupés im September 1971. Wir Modellautosammler dürfen uns freuen, im H0-Maßstab lebt das Fahrzeug weiter.
Zwei klassische Mercedes-Miniaturen aus dem Wiking-Sortiment erleben ebenfalls eine Neuauflage mit umfangreichem Chromzierrat und vollständiger Detailbedruckung. Es handelt sich um die Mercedes-Klassiker 200/8 (W114 und 115) und dessen Nachfolger in Kombiversion 250 T (S 123). Beide Modelle hat Wiking in edlen Rotfarbtönen abgespritzt, den Mercedes 200/8 in Signalrot, den 250T in Braunrot, jeweils mit den passenden Felgen. Beim Strich-Acht sind die Lamellen des Kühlergrills schwarz, beim T-Modell in Lichtgrau hinterlegt. Letzterer hat noch schwarz bedruckte Gummilippen auf den Stoßstangen spendiert bekommen. Das alles gab es beim Erscheinen der Modelle (Mercedes 200/8 im Jahr 1969, der 250 T im Jahr 1980) längst noch nicht. Wiking kann mit der entsprechenden Bedruckung diese historischen Miniaturen auf den aktuellen Standard anheben. Sehr erfreulich.
Ein Klassiker, der Citroën 15 CV 6 von 1938, wird ebenfalls wieder aufgelegt, zur Freude vieler Freunde dieser Modellreihe im Wiking-Programm. Eigentlich nur ein schwarzes Modell, aber durch die weiße Lackierung der seitlichen Flanken, den silbernen Rahmen der Frontscheiben und die Silberung der Schutzbleche an den Kotflügeln wird ein kleines Schmuckstück daraus. Der Kühlergrill ist schwarz hinterlegt und die tollen Felgen sind die Kirsche auf der Sahne. Dieses Modell ist sicher eine der schönsten Varianten des Citroën 15 Six, der seit 1983 den Wiking-Kosmos bereichert.
Der VW T3 hat sich schon längst als begehrter Youngtimer etabliert, nachdem gut erhaltene Exemplare der Vorgänger VW T1 und T2 immer teurer geworden sind. Der VW T3 war der letzte Bulli mit Heckantrieb, vielleicht macht ihn dies so interessant. Auch das Wiking-Modell des VW T3 erfreut sich großer Beliebtheit unter den Sammler, seit der Premiere im Jahr 1983 (vier Jahre nach dem Produktionsbeginns des Originals) sind bis heute viele Varianten erschienen. Das neue Modell stellt ein Novum dar, denn es ist erstmals zweifarbig gestaltet. Das Vorbild hatte die Bezeichnung „Bus L“ (Typ 255) und stellt die höherwertige Pkw-Ausführung mit bis zu neun Sitzplätzen dar. Die Luxusvariante bezeichnete Volkswagen als Caravelle CL, ein Name, der bis heute erhalten blieb. Eines der Highlights im Juni-Neuheitenpaket.
Lastwagen und Busse
Das Modell des dreiachsigen Mercedes LP 2223 mit mittellangem Fahrerhaus gab es bisher mit Hochbordpritsche und Kabeltrommelladung sowie als Pritschenlastwagen mit Plane (nur als Sondermodelle von Wasmus und dem PMS). Nun setzt Wiking eine Flachpritsche auf das Fahrgestell und kreiert damit eine Fast-Neuheit. Manche Sammler wünschten sich, dass das Modell in Olivgrau erscheinen hätte sollen, damit es zur Modellreihe von Wasmus passt. Aber die grünbeigefarbene Ausführung sieht auch sehr attraktiv aus.
Nicht nur im Original, sondern auch als Modell erfreut sich der Mercedes L 608 großer Beliebtheit. Viele der „Düsseldorfer Transporter“, benannt nach dem Produktionsort, wurden als Wohnmobile umgebaut. Im regulären Transportdienst sind sie von unseren Straßen längst verschwunden, gut erhaltene Exemplare sind sehr gesucht. Auch Modelle mit „Seefische“-Beschriftung sind bei den Wiking-Sammlern gerne gesehen, deshalb bringt Wiking nun den Mercedes L 608 Lieferwagen quasi nach dem Motto „never change a running system“ in dieser geschichtsträchtigen Ausführung. Die erste Version des Mercedes L 608 Lieferwagens erschien 1978, und viele Beschriftungsvarianten folgten, darunter einige als Kühlwagen für Fische.
Bei der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland 1974 kamen als Mannschaftsbusse die Mercedes O 302 Reisebusse zum Einsatz. Die Grundfarbe war immer Zinkgelb, auf allen Seiten wurden die Nationalfarben und Ländernamen der teilnehmenden 16 Teams angebracht. Nach dem Turnier nahm Mercedes die Busse zurück und verkaufte sie an Reiseunternehmen. Somit blieb keines der Originalfahrzeuge erhalten. Zum 30-jährigen Geburtstag der WM 74 ließ Mercedes ein Fahrzeug aufwendig rekonstruieren. Der authentisch aufgebaute Bus steht heute im Mercedes-Museum in Stuttgart. Einen kleinen Haken gibt es beim Wiking-Modell jedoch, denn das Vorbildfahrzeug ist ein Mercedes O 302-13 R Üh mit 13 Sitzreihen und Klimaanlage auf dem Dach. Zudem fehlt beim Wiking-Modell das „WM 74“-Logo auf den Seiten, vermutlich waren die Lizenzgebühren zu hoch (es ist ja bekannt, dass die FIFA sehr geldgierig ist). Egal, der Mercedes O 302 in WM-Gestaltung ist ein wunderschönes Modell, sogar mit bedrucktem Mittelsteg in der Frontscheibe und aufgedruckten Scheibenwischern. Ein Muss für jede Modellbussammlung.
kr

Modellfotos: kr









Steckbrief
Wiking 0039 03 VW 181 geschlossen 1969. Karosserie blau. IA und FG schwarz. Verdeck fenstergrau, Felgen lichtgrau. Radkappen silbern. UVP 16,99 €.
0084 03 Opel Rekord C Coupé „Sprint“ 1967. Karosserie rot mit schwarzen Zierlinien. IA rot. FG silbern. Kühlergrill und Heckblende schwarz. Felgen gesilbert. UVP 20,99 €.
0141 03 Mercedes 200/8 1968. Karosserie und Felgen signalrot. IA kieselgrau. FG silbern. Kühlergrill schwarz hinterlegt. UVP 18,99 €.
0155 01 Mercedes 250 T 1978. Karosserie und Felgen braunrot. IA beige. FG silbern. Kühlergrill lichtgrau hinterlegt. UVP 23,49 €.
0822 04 Citroën 15 Six 1938. Karosserie schwarz mit weißen Flanken. IA kupferbraun. FG silbern. Felgen weiß mit schwarzen Abdeckungen. Radkappen silbern. UVP 20,49 €.
0292 02 VW T3 Bus 1979. Karosserie unten rot, oben hellelfenbein. IA beigebraun. FG schwarz. Felgen lichtgrau mit silbernen Radkappen. UVP 20,49 €.
0447 04 Mercedes LP 2223 FlachpritschenLastwagen 1963. FH und Pritsche grünbeige. IA braungrau. FG, Felgen und Kühlergrill oxidrot. Kotflügel und Stoßstange schwarz. UVP 23,49 €.
0274 02 Mercedes L 608 Lieferwagen „Seefische“ 1967. FH und Kofferaufbau himmelblau. IA schwarz. FG und Felgen saphirblau. UVP 18,99 €.
0709 02 Mercedes O 302 Reisebus „BR Deutschland (WM’74)“ 1964. Aufbau zinkgelb mit allseitiger Bedruckung in Schwarz, Rot und Goldgelb. IA leuchtrot. FG, Kühlergrill und Lenkrad schwarz. Felgen silbern. UVP 28,99 €.