Nachdem wir uns gestern an der ruhmreichen Geschichte des Porsche 917 in seinen Varianten laben konnten, werfen wir noch einen Blick auf eine Auswahl der bislang für die Porsche-917-Fans produzierten kleinen Ebenbilder und freuen uns schon auf den von Brekina angekündigten 917/10. „Quer durch die Maßstäbe“ verwenden wir gerne als Begriff, halten uns aber in diesem Fall nicht daran und richten den Fokus auf H0, mit einem kleinen Seitenblick auf antiquarische 43er. Was in kleiner Serie aus Resine seit den 80er Jahren den Markt flutet, würde ebenso den Rahmen sprengen wie die 917-Diecastmodellrennwagen seit den 90ern. Und dann ist da noch jener Achtzehner, der mehr Markennamen trägt als der Sänger Prince. Er kam als Jouef zur Welt, wurde auch unter Revell und Universal Hobbies verkauft, mutierte dann zum CMR und KK-Scale, um als Norev zu enden. Wir bekennen: Wir haben gar keinen 917 in 1:18, auch nicht den AUTOart oder Spark, keinen Kurz- und keinen Langheck, keinen CanAm-Staubsauger, keinen Zwölfer von Minichamps, obgleich der richtig gut ist, und schon gar keinen Achter als Diecast-Bausatz von EHK/Eligor oder als Amalgam-Edelresiner. Der Porsche 917 ist für Modellautosammler und Rennwagen-Enthusiasten nach wie vor faszinierend. Aber es ist natürlich auch ein Vorbild, das beinahe zu Tode miniaturisiert wurde – angefangen zu Spielzeugzeiten und aufgehört in der Jetztzeit. Es gibt Sammler, die widmen dem Porsche 917 ganze Vitrinen. Und es gibt welche, die sind seiner überdrüssig. Wir tendieren zu Ersterem.
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Die Siebenundachtziger im Gleichtakt: Das Design des Ur-917 stammt von Eugen Kolb, auf dessen Zeichenbrett auch die Rennsportwagen 907, 908 und 910 und zuletzt der 911 GT1, der 16. Porsche-Le-Mans-Gesamtsieger, Gestalt annahmen. Es ist erstaunlich, dass Rennwagendesigner häufiger in Vergessenheit geraten, im Gegensatz zu Stilisten von Straßenfahrzeugen. Modellfotos: spyZeigt her Euer Heck! Bespoilert und beflügelt zu sein, war die Devise. Mehr als die Rückseite bekam die Konkurrenz vom 917 normalerweise nicht zu sehen.Die „Dicke Berta“ entstammt dem Hause Spark. Das originale rosa Rennschwein im Martini Racing Team trat 1971 Martini-werbebefreit in Le Mans zum 24-Stunden-Rennen an. Die im Eiffel-Windkanal des Pariser Instituts SERA (Société d’Études et de Réalisations automobiles) geformte „Sau“ war in den Kurven genauso schnell wie ein 917 KH, auf der langen Hunaudières in Le Mans jedoch schneller. Als Graf Rossi, der Chef von Martini, den Porsche 917/20 mit dem Schweinedesign erstmals erblickte, ließ er die Martini-Werbung sofort vom Rennwagen entfernen. Seit dem Einsatz in Le Mans 1971 genießt der Rennwagen seinen Ruhestand als begehrtes Fotomodell. Ob Graf Rossi wohl später seine Entscheidung bereute?Das 87er-Modell des 917 PA Spyder entstammt der High-Tech-Modell-Schmiede von Martin Taxis auf der Schwäbischen Alb. PA steht für die damalige gemeinsame Vertriebsorganisation „Porsche + Audi“ in den USA. Den von Anatole Lapine in weniger als drei Wochen entworfenen Spyder pilotierte Jo Siffert 1969 in der CanAm-Rennserie. Ab 1971 vom Vasek-Polak-Rennteam eingesetzt, wurde der Renner mehrfach umgebaut, um schließlich 1973 in seiner letzten Saison zum 917/10 mit 5,4-Liter-Turbo-12-Zylinder mit 1100 Pferdestärken zu mutieren.Das Vorbild des weißen Spark-917-LH mit der Startnummer 25 startete 1970 in Le Mans für Porsche Salzburg und nochmals 1971 mit modifizierter Karosse und in den Martini-Farben für das Martini Racing Team. Schnell, aber glücklos: Der Rennwagen erreichte in beiden Rennen nicht die Ziellinie. Kurt Ahrens, der den weißen Langheck-917 zusammen mit Vic Elford pilotierte, fragte Ferdinand Piëch vor dem 1970er Rennen in Le Mans nach den fehlenden Rückspiegeln der Porsche 917. Piëch antwortete, dass ein Porsche 917 keine Rückspiegel braucht, weil ein Porsche 917 nicht überholt wird.Die 917-Kurzheck-Brüder von Brekina aus den Rennsaisons 1970 in Rot und 1971 in Blau mit Heckflossen: Der in den österreichischen Farben lackierte 1970er Le-Mans-Sieger des Rennteams von Porsche Salzburg wurde wie sein Langheck-Genosse 1971 an das Martini Racing Team abgegeben. Im Gegensatz zur erfolgreichen Saison 1970 fiel der Rennwagen mit der Fahrgestellnummer 023 bei seinen Einsätzen 1971 sowohl in Buenos Aires als auch in Daytona aus. Sein gulfblaues Gegenstück mit der Nummer 19 erhielt nach einem Unfall in Le Mans 1970 einen neuen Gitterrohrrahmen und eine Aerodynamikoptimierung. Dies wurde 1971 in Le Mans mit dem zweiten Platz im Ziel belohnt.Reminiszenz an den allerersten Porsche 917: Der Brekina 917 KH besitzt die weiße Lackierung mit der typischen grünen Genf-Nase und der um ein „K“ ergänzten „917“-Nummer des Chassis 917-001 vom Homologationstag 1969. Sein großes Vorbild, ein weißer Riese in Langheckfassung, war ein reines Präsentationsfahrzeug, das nie zum Einsatz auf der Rennstrecke gelangte. 1970 zum Kurzheck umgebaut und mit der Lackierung des rot-weißen Le-Mans-Siegers versehen, wurde der Rennwagen bis 2017 im Porsche-Museum ausgestellt. Zum Jubiläum „50 Jahre 917“ erfolgte die Wiederherstellung des originalen Zustands von 1969.Aus dem Ü-Ei geschlüpft: Der blaue Ferrero 917/10 mit der Startnummer 1 in Phantasie-Lackierung ohne konkretes Vorbild repräsentiert die erfolgreichen Porsche-Turbos der CanAm- und Interserie-Epoche. Wir warten sehnlichst auf den neuen Brekina-917/10.Psychedelisches Muster auf Brekina-917: Ein markantes Erkennungsmerkmal für die Porsche 917 des Martini-Rennstalls in der Rennsaison 1970 waren psychedelisch anmutende Lackierungen. Das violett-grüne Exemplar mit der Startnummer 35 startete 1970 im 6-Stunden-Rennen von Watkins Glen am 11. Juli und erzielte nach 260 gefahrenen Runden den neunten Platz im Schlussklassement. Das Originalfahrzeug hat eine bewegte Vergangenheit. Im April 1971 wurde der 917 mit der Chassis-Nummer 012 im Porsche-Werk eingelagert und zuvor Motor, Achsen und Getriebe ausgebaut. Seit 1972 in privater Hand, erfolgte 1976, nach Einbau eines 5-Liter-Zwölfzylinders, der Umbau für den Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr. Ein Jahr später gab der TÜV seinen Segen. Ein neuer Eigentümer veranlasste 1983 den Rückbau zum Rennfahrzeug und die Wiederherstellung der violett-grünen Lackierung von Watkins Glen 1970.Rennwagen mit Mutterschiff: Ein Brekina Porsche 917 KH der Rennsaison 1971 in den Farben des Martini Racing Teams vor dem passenden Porsche-Transporter von BUB. Der Werks-Renntransporter des Typs Mercedes O 317K mit Schenk-Aufbau und dem Kennzeichen S – M 2187 war als einer von drei baugleichen Porsche-Renntransportern viele Jahre im Einsatz. Der Porsche 917 KH mit der Startnummer 3 und der Chassisnummer 917-019 wurde ursprünglich 1970 vom Porsche Salzburg-Rennteam in drei Rennen eingesetzt. Nach dem Ausfall bei den 12 Stunden von Sebring wurden vierte Plätze beim Sportwagenweltmeisterschafts- und beim CanAm-Rennen in Watkins Glen erreicht. Im folgenden Jahr fuhr der 917 für das Martini Racing Team, ohne jemals die Ziellinie zu erreichen: Fünf Rennteilnahmen, fünf Ausfälle. Die Startnummer 3 führte der Rennwagen bei den 24 Stunden von Daytona im Januar 1971. Solido widmete sich zeitgenössisch dem Porsche 917 und berücksichtigte die Unterschiede zwischen der Version 1970 und 1971 (mit Flossen). Cremeweiß mit Box und Decal-Sheet der Le-Mans-Sieger von 1971. In Gulf-Farben der Sieger der 6 Stunden von Watkins Glen 1970. Der Rote vom Team Porsche Salzburg trägt den Spitznamen „Kartoffelkäfer“, Sieger Le Mans 1970. Der Gelb/Rote, ebenfalls Martini Racing Team, belegte Platz 2 bei den 9 Stunden von Kyalami 1970. Modellfotos: batEin völlig vorbildlos dekorierter 917 KH von Auto Pilen aus Spanien sowie der Monza-Sieger 1970 von Safir-Champion aus Frankreich, der Firma der Herren Jean-Henri Gouttman und M. De Beque, existent von 1960 bis 1978, Plastikkarosserie auf Zinkdruckguss-Chassis.Corgi Toys entschied sich für die Langheck-Version von 1969, und in der Serie der Kleinen, also Corgi Juniors, für den 917 Kurzheck 1970. Beide gehören zur ersten Generation der Whizzwheels-Modelle.Minichamps produzierte eine ganze Phalanx an 917ern in 1:43. Stellvertretend dafür zwei eher besondere Modelle: Die Sau, hyperexakt nachgebildet und in Präsentationsbox (2001 erschienen), sowie die 1970er Daytona-Version nach Renneinsatz authentisch verschmutzt (2017 erschienen).Ein früher Minichamps-Prototyp, alles andere als fertig konstruiert, die Bodenplatte völlig unbeschriftet, weiß-transparente Reifen: 917-30 in der Talladega-Rekordversion von 1975.