ASG-Caddy als Bestseller
Keine echte Formneuheit in der zweiten Neuheitenauslieferung in diesem Jahr. Bleibt der Februar ohne Highlight im Wiking-Programm? Nein, sicher nicht, denn im Paket sind doch einige sehr schöne Modelle, die auch bei den Sammlern Gefallen gefunden haben. Der VW Caddy in den Farben von ASG und der VW T1 Krankenwagen mit Einachsanhänger waren bereits kurz nach der Auslieferung ab Werk ausverkauft. Es müssen also nicht immer Formneuheiten sein. Auch interessante Farb- und Beschriftungsvarianten lassen sich erfolgreich verkaufen.
Personenwagen und Kleintransporter
In den Farben der schwedischen Spedition ASG, seit 1975 eine feste Größe im Wiking-Katalog ergänzt der VW Caddy, ein Pickup auf Golf-I-Basis, die Fahrzeugflotte hervorragend. Laut der Beschriftung auf den Türen war er bei der ASG Deutschland GmbH auf dem Skandinavienkai in Travemünde als Dienstfahrzeug im Einsatz, dem größten Terminal der Lübecker Hafengesellschaft mit Verbindungen nach Schweden, ins Baltikum und nach Finnland. Auch die Spedition ASG hatte dort eine Niederlassung. Mittlerweile gehört ASG zur Deutschen Post AG. Wiking brachten den VW Caddy 1986 als Neuheit, erst ein Jahr später erhielt er seinen Aufsatz auf der Pritsche. Den Pick-up hatte der Volkswagen-Konzern zunächst für den Markt in Nordamerika vorgesehen, wo diese Fahrzeugart ja besonders vertreten ist. Die erste Generation des VW Caddy wurde von 1978 bis 1992 in den USA produziert, für den europäischen Markt in Jugoslawien. Wiking hat natürlich die europäische Ausführung mit runden Scheinwerfern umgesetzt.
Nur wenige Personenwagen nach japanischen Vorbildern gab es bei Wiking im Sortiment, darunter der Mazda MX-5. Das war kein Wunder, denn der Roadster erfreute sich in Deutschland großer Beliebtheit, nachdem er eigentlich für den Verkauf im sonnigen Kalifornien gedacht war. Die erste Generation des Mazda MX-5 erlebte ihre Präsentation auf der Chicago Auto Show 1989, der Verkauf in Europa startete 1990. Am Anfang war der schicke und erschwingliche Roadster ausschließlich in den Farben Rot, Blau und Weiß erhältlich, es kamen dann noch Schwarz und Silbermetallic dazu. Ein besonderes Merkmal des Mazda MX-5 waren dessen „Schlafaugen“. Die besitzt auch die Miniatur von Wiking, die ab 1993 das Programm ergänzte und nun in Silber erneut kommt.
Vollkommen gegensätzlich zum zierlichen Mazda MX-5 zeigt sich die stattliche und luxuriöse Pullman-Limousine des Horch 850 von 1935. Horch gehörte zur Auto-Union und brachte den 850 als Konkurrenz-Fahrzeug zu den Oberklassewagen von Mercedes, Maybach oder Rolls-Royce. Von 1935 bis 1940 verließen ungefähr 2200 Fahrzeuge das Werk in Zwickau. Die Karosserien für die Pullman-Limousine baute Horch selbst. Angetrieben wurde der Luxuswagen von einem Achtzylinder-Motor mit bis zu 120 PS, der Hubraum betrug fünf Liter. Friedrich Peltzer hatte ein Faible für Personenwagen der 30er Jahre, so wurde die 87-fache Verkleinerung des Horch 850 ab 1974 Bestandteil der Klassiker-Serie und erschien in der Folge in unzähligen Farbversionen. Doch schon weit davor gab es Wiking-Modelle des Luxusautomobils, so im Maßstab 1:200 der Militärserie aus Metall in den 30er Jahren und, bereits in Kunststoff, 1948 zum Start der Wiking-Verkehrsmodelle. Das aktuelle Modell in Grüngrau besitzt einen Klarlacküberzug und wirkt dadurch besonders edel. Frontscheibenrahmen und Türgriffe sind silbern abgesetzt, am Heck findet sich das Horch-Logo.
Im Jahr 1950 wurde die „Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb)“ gegründet. Drei Jahre nach dieser Gründung veranstaltete die vfdb eine Fachausstellung, genannt „Der Rote Hahn“, die 75.000 Besucher anzog. Für die Messe des Jahres 1957 lieferte Wiking ein Werbemodell, einen unverglasten VW T1 Krankenwagen in Grau und in Cremeweiß, jeweils mit Einachsanhänger. Der Anhänger erhielt am Heck einen Papieraufkleber mit dem Logo des „Roten Hahn“. An dieses frühe Wiking-Werbemodell erinnert nun ein ebenfalls grauer VW T1b mit Einachsanhänger und übernimmt dessen Gestaltung. Das Heck des Anhängers ziert nun natürlich ein gedrucktes Logo. Ein nettes Gimmick ist der Fahrer im VW T1. Die Messe „Der Rote Hahn“ heißt heute „Interschutz“ und gilt als Weltleitmesse für Brandschutz- und Rettungstechnik.
Lastwagen und Baufahrzeuge
Als bunten Vogel liefert Wiking den Henschel HS14/16 Pritschensattelzug in den Farben der Spedition Pracht der 60er Jahre aus. Das Unternehmen wurde 1857 gegründet und entwickelte sich zu einem in ganz Europa tätigen Transportdienstleister. Seit 2004 ist die Spedition Pracht Bestandteil der Kühne & Nagel-Gruppe. Das Wiking-Modell weist auf seiner Plane auf den täglichen Ladungsverkehr von Berlin nach Frankfurt und umgekehrt hin. Ein Vorbildfoto zum Miniaturlastwagen findet sich im Internet, allerdings mit Holzpritsche (die Alupritsche lässt sich jedoch einfacher bedrucken). Das erste Modell eines Henschel HS14/16 Pritschensattelzugs erschien im Jahr 1964 im Wiking-Katalog, zunächst noch ohne Plane, und avisierte bald zu einem der typischen Modelle der Berliner Modellbauer, das in jeder Sammlung vertreten ist.
Es geht weiter mit Speditionsmodellen und der Firma Emons. Das Unternehmen erlebte seine Gründung 1928 in Köln. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Emons zum globalen Transportdienstleister. Von Köln, dem Mittelpunkt der Firma, ging es zunächst nach Nürnberg und danach nach ganz Süddeutschland. Der Rest ist Geschichte, die in Purpurrot lackierten Lastwagen haben einen hohen Erkennungswert. Diese Farbgebung weist auch das neue Wiking-Modell des Magirus S 7500 Fernverkehrslastwagen auf.
Der Mercedes Kurzhauber hat eine lange Tradition bei Wiking. Im Jahr 1963 tauchte das erste Modell des von 1959 bis 1995 Mercedes-Baureihe produzierten, mittelschweren Lastwagens auf, mit Pritsche und noch ohne Plane. Viele Varianten, auch als Feuerwehrfahrzeuge, folgten. 2008 war es an der Zeit für eine zeitgemäße Neukonstruktion dieses bekannten Lastwagens. Das Design des Fahrerhauses orientierte sich an der Pontonform der Mercedes Personenwagen mit integrierten Kotflügeln und Scheinwerfern. Zunächst lautete die Bezeichnung des im Mercedes-Werk Mannheim produzierten Kurzhaubers L 322, die ab 1963 in L 1113 geändert wurde. Zum ersten Mal erhält das neu konstruierte Wiking-Modell eine Flachpritsche, wie sie schon von anderen Miniaturen aus Lüdenscheid bekannt ist. Sehr authentisch wirkt die Farbgebung in der Werksfarbe Schilfgrün mit oxidrotem Fahrgestell. Jetzt wartet das Modell nur noch darauf, beladen zu werden.
Modelle nach dem Vorbild der Spedition Pieper sind regelmäßig Bestandteil der monatlichen Neuankündigungen von Wiking. Das 1901 in Dortmund gegründete Unternehmen hat sich im Laufe der Jahre auf Schwertransporte spezialisiert und gehört heute zu den Großen in diesem Bereich. Neuestes Fahrzeug auf dem Speditionshof en miniature ist eine zweiachsige Mercedes LPS 1620 Schwerlastzugmaschine mit Lastpritsche. Wir Sammler warten jetzt auf einen passenden Tiefladeanhänger in Pieper-Farben: So ein vierachsiger Scheuerle wäre doch was!
Seit 65 Jahren ist der Krupp-Ardelt Raupenseilbagger Teil des Wiking-Sortiments und die Sammler haben ihn lieb. Zwar verschwand er schon 1964 aus dem Katalog und wurde durch eine Radversion ersetzt, aber 2010 erfolgte die Wiedergeburt im Rahmen eines Sets des Post-Museums-Shop. Nach einigen daraufhin folgenden Sondermodellen gibt es nun die erste Neuauflage im Serienprogramm, und dies in einer sehr realistischen Farbgebung. 1953 übernahm die Krupp den aus Ostdeutschland stammenden Kranbauer Ardelt, der 1945 nach Westdeutschland übergesiedelt war und einen Neuanfang wagte. Jetzt freuen wir uns auf einen Mobilkran in gleicher Farbgestaltung.
kr

Modellfotos: kr











Steckbrief:
Wiking 0047 48 VW Caddy „ASG“ 1983. Karosserie saphirblau. IA und FG schwarz. Verdeckbox weiß. Felgen silbern. UVP 16,49 €.
0188 07 Mazda MX5 1989. Karosserie silverstone-metallic. IA und FG schwarz. Felgen silbern. UVP 16,49 €.
0825 05 Horch 850 1935. Karosserie grüngrau. Dach teilweise grau abgesetzt. IA schokobraun. Lenkrad hellelfenbein. FG, Kühlergrill und Felgen silbern. UVP 21,49 €.
0320 04 VW T1b Krankentransportwagen mit Anhänger „DRK-Roter Hahn“ 1963. Karosserieober- und unterteil, Anhänger und Felgen betongrau. Lenkrad schwarz. Fahrer basaltgrau. Hintere Scheiben teilweise mattiert. UVP 20,99 €.
0515 04 Henschel HS 14/16 Pritschensattelzug „Pracht“ 1961. FH-Oberteil ultramarinblau, Dach weiß. FH-Unterteil und Pritsche pastellorange. IA schwarzgrau. FG und Trilex-Felgen blaßrot. Auflieger-Kotflügel schwarz. Plane silbergrau. Sattelplatte silbern. UVP 29,49 €.
0855 09 Magirus S 7500 Pritschenlastwagen „Spedition Emons“ 1955. FH, Pritsche, FG und Trilex-Felgen purpurrot. IA grau. Plane moosgrau. Beiliegend Seitenspiegel und Peilstangen. UVP 25,49 €.
0852 03 Mercedes L 1113 Kurzhauber mit Flachpritsche 1959. FH und Flachpritsche schilfgrün. IA olivbraun. FG, Kühlergrill und Felgen oxidrot. Beiliegend Seitenspiegel und Peilstangen. UVP 19,99 €.
0509 05 Mercedes LPS 1620 Schwerlastzugmaschine „Pieper“ 1963. FH und Lastpritsche grünbeige. IA olivbraun. FG und Felgen feuerrot. Hintere Kotflügel schwarzgrau. Kühlergrill schwarz. Sattelplatte silbern.
0660 49 Krupp Ardelt Raupenseilbagger 1953. Aufbau und Ausleger mit Baggerschaufel pastellblau. Dach und Arbeitsscheinwerfer weiß. FG karminrot. Verglasung getönt. UVP 22,99 €.