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News 1:43 Maxichamps Lamborghini Urraco 1974

Wegen ihm schmiss Ferruccio den Bettel hin

Ende der 60er Jahre war die Zeit des italienischen Supersportwagens mit Frontmotor zu Ende, der Lamborghini Miura war Fanal für die Zeitenwende. Ferruccio Lamborghini hatte stets den treibenden Wunsch, seinem ewigen Rivalen Enzo Ferrari Paroli zu bieten. Auf dessen Dino 246 GT reagierte Lamborghini mit dem mittelmotorigen Urraco ab 1974. In ihm sah Lamborghini auch die Chance, von der Sportwagenschmiede zum Konzern aufzusteigen. Der Urraco war das Kind von Paolo Stanzani. 1968 hatte er gleichsam die Firmenleitung und den Posten des Chefingenieurs übernommen. Er baute einen neuen Motor, einen 90-Grad-V8 aus Aluminium mit 2,5 Litern Hubraum, alltagstauglich, preisgünstig herzustellen. Das kompakte Aggregat passte inklusive Fünfgang-Getriebe gut zwischen Fahrgastraum und Hinterachse auf das Stahlblech-Chassis mit vier McPherson-Federbeinen. Die Außenhaut gestaltete Bertone.

Der Wagen machte Ferruccio Lamborghini nicht nur unglücklich, sondern auch ärmer. Nachdem er seine Firma 1974 verlassen hatte, versuchten die neuen Eigentümer die Kosten für den überarbeiteten Urraco durch einen deutlich höheren Verkaufspreis zu kompensieren. Die Interessenten schreckte das ab. 1974 kam der überarbeitete Urraco P 300, die Maxichamps-Neuheit. Lamborghini bohrte den V8 auf drei Liter auf und entlockte ihm satte 250 PS, 14 mehr als der Konkurrent aus Maranello zu bieten hatte. Unter der Typenbezeichnung P 300 enthüllte Lamborghini auf dem Turiner Salon 1974 den rundum verbesserten Urraco mit Modifikationen an Karosserie, Interieur und Radaufhängungen. Der P300 Urraco war 2004 eine Minichamps-Neuheit, erschien 2022 erstmals in Maxichamps-Verkleidung und kommt nun, erneut als Maxichamps-Modell, wieder in typischem Rot und giftigen Gelbgrün – so gut wie damals, auch nahezu so aufwendig wie damals, denn die Erstlinge hatten ebenfalls ein schwarzes Interieur. Geblieben sind die treffsichere Form, die prima Dekoration, schöne Campagnolo-Alufelgen, die charakteristischen Heckscheibenlamellen, die sich über die C-Säule bis zu den hinteren Seitenscheiben fortsetzen, eine Dachantenne und natürlich die besondere Art der Mini- = Maxichamps-Lackierung mit einer versiegelnden Schicht Klarlack, die diese Modelle so einzigartig glänzen lässt.

afs

Ein Volumenmodell zum Geldverdienen, eine ernsthafte Konkurrenz für Dino 246 GT und Porsche 911 – das wünschte sich Ferruccio Lamborghini vom Urraco. Doch es kam anders. So anders, dass der Commendatore seiner eigenen Firma den Rücken kehrte.
Modellfotos: bat

Steckbrief:

Maxichamps 103320 Lamborghini P300 Urraco (Bertone) 1974 gelbgrün und 103321 dito rot. Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:43. UVP je 37,95 Euro.