Slim-Fast-Elfer zum Geburtstag
Elfer mit Slim-Fast-Diät und viel Power: Der 911 S/T kombiniert GT3-Technik mit Leichtbau und Handschaltung. Überdies ist er das Geburtstagsgeschenk zu 60 Jahren Elfer, das Porsche sich selbst und seinen Fans macht. Und Minichamps macht mit: mit einem S/T in 1:43.
Es gibt einzelne Buchstaben oder Buchstabenkombinationen, die konkret oder abstrakt für ein automobiles Genre stehen. „ST“ gehört dazu, sehr sportlich, eine mehr oder weniger willkürliche Abkürzung für Sports Technologies. Zunächst verbindet der Petrol Head das Kürzel mit Ford, deren ST-Modelle sind Legende, vor allem der Focus ST. Bei Porsche hat das Kürzel, die beiden Buchstaben durch einen Schrägstrich voneinander getrennt, auch Tradition. Ab 1970 gab es den 911 S/T. Damals kitzelte Porsche für die Rallye-Marken-Weltmeisterschaft aus dem 2,2-Liter-6-Zylinder-Boxer mit 180 PS aus dem 911 S statte 270 PS dank Hubraumerhöhung auf 2,5 Liter und erleichterte ihn durch Kunststoff-Karosserieteile (Stoßstangen, vordere Haube, Plexiglasfenster außer der Windschutzscheibe). So schuf Porsche immerhin einen GT-Klassensieger beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1972.
Geburtstage gab es im Elfer-Leben viele, man kann die 901-Premiere feiern, den Serienstart, die Umbenennung auf 911, den ersten Targa, die ersten Monte-Sieg, den Carrera RS 2,7 – Porsche kann vieles feiern und tut dies auch. Und immer mit einem limitierten Sondermodell mit Sucht- und Wertzuwachs-Potenzial. So feierte Porsche 2023 den 60sten Elfer-Geburtstag mit dem 911 S/T, leichter und teurer als alle anderen Elfer, zudem der stärkste 992 mit Handschaltung und Saugmotor – quasi ein Kind des GT3 RS und Touring: konsequenter Leichtbau, keine Hinterachslenkung, weniger Dämmmaterial, leichte Magnesiumräder und Keramikbremsen, viel Carbon an der Karosserie, dünnes Glas, selbst extradünner Teppichboden im Inneren. So kommt der S/T auf gerade mal 1270 Kilo. Einiges Aerodynamik-Gedöns vom GT3, ein Gurney Flap am Heck und 525 GT3-RS-PS im Heck. Optisch sehr nahe am GT3 Touring, hinten steht „S/T“ und prangt eine Jubiläumsplakette, innen Nadelstreifenmuster. Von dem sieht man am 43er von Minichamps nichts, alles schwarz im Inneren, aber die spezifischen Felgen sind superb nachgebildet, hinten steht „S/T“ und die Plakette ist gut zu erkennen. Die ersten beiden sind Weiß uni B9A und Shade Green Metallic M6F lackiert, ohne Heritage-Design-Paket, ohne Felgenfarbe Ceramica, ohne Dekorfoliensatz, ohne Startnummer, ohne Zweifarbinterieur. Wie viele gab es? Ganz klar, Porsche brauchte wenig Phantasie, um auf die richtige Zahl zu kommen: 1963 Stück à 292.000 Euro, und mit dem Heritage-Paket sogar 310.000. Wer dann noch 12.000 Euro übrig hatte, und das war sicher kein seltener Fall, konnte dafür die passende Armbanduhr ordern.
Für die Minichamps-Porsche-Fans eine absolute Notwendigkeit: die Kombination aus GT3 RS (Power) und GT3 Touring (Optik) mit Handschaltung und einer radikalen Novo-Nordisk-Abnehmspritze. Porsche baute also 1963 Stück. Minichamps belässt es bei 336. Pro Farbe allerdings. Als dritte Farbe wird Silbermetallic erscheinen, ist im Anrollen. Dann sind wir bei insgesamt rund 1000 Stück.
afs


Modellfotos: bat

Foto: Porsche
Steckbrief:
Minichamps 63020 Porsche 911 S/T (Typ 992/I) 2023 weiß und 63021 dito hellgrünmetallic. Fertigmodelle Zinkdruckguss, Maßstab 1:43. Auflage je 336 Exemplare. UVP je 59,95 Euro.