Impala!
Es gab eine Mercedes-Farbe namens Impala Metallic. Ein Braunton zu einer Zeit, als Braun völlig out war. Norev entsann sich dieser Farbe und kleidete einen Mercedes 500 E damit ein. Sehr dezent, und völlig aus der Zeit gefallen.
Impala ist vieles. Für jedes Interessensgebiet ist es etwas anderes. Der Tierliebhaber denkt an die Antilope in Afrika. Daran denkt auch der Kreuzworträtsellöser („Gazellenart mit sechs Buchstaben“). Impala ist ebenso ein Platinproduzent, woran Aktienkäufer und Katalysatorhersteller denken. Psychedelic-Rock-Fans assoziieren damit die australische Band Tame Impala. Die Petrolheads verbinden mit dem Namen natürlich den alten Chevrolet aus den späten 50er Jahren, der bis in die 70er zur Ausstattungsvariante degradiert wurde. Die Miniaturautofreunde erinnern sich an das entsprechende Corgi-Toys-Modell, und wer international aufgestellt ist, weiß, dass eine mexikanische Spielzeugautomarke ebenfalls unter Impala firmiert. Und eine Farbe auf der Mercedes-Palette heißt so. Derer hat sich Norev entsonnen und bringt den 500 E W124 nun in Impala Metallic.
Fast während der kompletten W124-Produktionsdauer war Impala Metallic 441 lieferbar, von 1985 bis 1993, und die Farbe war damals mittelmäßig populär, weniger beim kleinen W201, aber durchaus bei der E- und S-Klasse, auch der SL ist in Impala Metallic in Erinnerung. Nur halbwegs populär war Impala eben deshalb, weil in den 80er und frühen 90er Jahren jegliche Brauntöne zumindest in Westeuropa völlig aus der Mode waren, nachdem Braun in allen Schattierungen in den 70ern en vogue gewesen war. Zu Impala-Zeiten war Braun ein Statement. Ganz klar: Wer diese Farbe orderte, war auf einen möglichst hohen Wiederverkaufswert seines Autos nicht angewiesen. Auch heute führt Impala Metallic in Mercedes-Kreisen eher ein Schattendasein. Über alle möglichen Farben wird quer durch die Mercedes-Foren diskutiert. Zu Impala hat nahezu niemand etwas zu sagen. Umso schöner, dass sich Norev dafür entschieden hat.
In Impala wirkt der W124, gleich wie er motorisiert ist, dezent und bürgerlich, und einem Hochleistungsgerät wie dem 500 E mag man Impala eigentlich nicht zubilligen. Mit ihm wird das Saphirschwarz Metallic konnotiert, das es nur für den 500 E gab, auch das Blauschwarzmetallic, das seit dem 190 E 2.3-16 für den Hochleistungs-Mercedes schlechthin steht, das ewige Silber und Champagnermetallic, vielleicht auch Almandinrot Metallic (wie ihn Norev bereits herausbrachte). Aber es gab theoretisch jede W124-Farbe auch auf dem 500 E, und bei 10.479 Fahrzeugen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch jede W124-Farbe mindestens einmal für einen 500 E geordert wurde. In Bornit, so ist bekannt, wurde genau einer gebaut. Also in Impala sicherlich auch.
Zum Auto selbst ist nicht viel zu sagen, weil es nichts Neues dazu gibt. Mehrere Farbvarianten bisher, ein hervorragendes all-open-Modell ohne Schwächen in einem ganz prima Preis-Leistungsverhältnis. Wenn alle Achtzehner in der 100-Euro-Klasse so viel wie Norev zu diesem Preis bieten würden, oder – umgekehrt – wenn alle Modelle, die qualitativ einem Norev-100-Euro-Modell entsprechen, ebenfalls 100 Euro kosten würden, dann wäre die 1:18-Welt völlig in Ordnung.
afs



Modellfotos: bat




Steckbrief:
Norev 189854 Mercedes 500 E W124 1990 braunmetallic. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:18. UVP 99,95 Euro.