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News 1:87 Wiking Neuheiten August 2026

Endlich ist der Henschel da

Mit den Neuheiten des Monats August liefert Wiking eine Formneuheit aus, den seit längerem angekündigten Henschel HS 140 als zweiachsigen Pritschenlastwagen. Daneben kann sich der Modellautosammler über neue Farbvarianten bei bekannten Pkw-Modellen von winzig (Kabinenroller) über sportlich (BMW 2002) bis luxuriös (Continental) und einem Traktor freuen. Ein Abschleppwagen und Baumstämme als Ladegut ergänzen das Neuheitenpaket.

Personenwagen und Kleintransporter

Der Messerschmitt Kabinenroller KR 201 feiert in diesem Jahr seinen 70sten Geburtstag. Konstruiert wurde er von Fritz Fend unter der Bezeichnung Fend Flitzer. Die ersten Serienfahrzeuge, hergestellt ab 1953 in den Werkhallen von Messerschmitt in Regensburg, besaßen einen Motor mit niedlichen 9 PS uns einem Hubraum von 173 cm³, daher auch der Name KR 175, wobei „KR“ für „Kabinenroller“ steht. Mit der Einführung des KR 200 als Nachfolger im Jahr 1955 stiegen sowohl die Leistung als auch der Hubraum (10,2 PS, 191 cm³), die für eine Höchstgeschwindigkeit von abenteuerlichen 90 km/h sorgten. Ein Jahr später erschien die vereinfachte Version des KR 200, der KR 201, auf der Bildfläche, ein Roadster ohne Seitenscheiben und mit einem aufpreispflichtigen Verdeck. Interessant ist, dass Messerschmitt vermutlich als einziger Automobilhersteller eine Anleitung mitlieferte, wie man in das Fahrzeug einsteigen muss. Diese legt Wiking natürlich nicht mit der neuen Farbvariante des Messerschmitt KR 201 bei. Das ganz in Schwarz gehaltene Modell hat silbern lackierte Kotflügel erhalten.

Vielen älteren Fans der Marke BMW treibt es die Tränen in die Augen, wenn sie das zeitlose BMW-Design aus den 60er und 70er Jahren mit den gestalterischen Auswüchsen der heutigen Zeit vergleichen. Eine Stilikone dieser Zeit ist der BMW 2002, ein legendäres Fahrzeug in der Automobilgeschichte. Die 02er waren unterhalb der „Neuen Klasse“ angesiedelt, die das Unternehmen vor dem Untergang rettete. Der BMW 2002 wurde ab 1968 produziert. Wie alle anderen Fahrzeuge dieser Baureihe besaß er einen Vierzylindermotor mit ungefähr zwei Litern Hubraum. Große Erfolge feierte der BMW 2002 im Motorsport, so bei Rundstreckenrennen, Rallyes oder Bergrennen. Das neue Modell zeigt sich in den klassischen Farben von BMW-Motorsport mit den drei Streifen in Hellblau, Dunkelblau und Rot, ein unverwechselbares Design. Es ergänzt die bisher nur in zwei Versionen erschienene Miniatur zum Trio.

Die Lüdenscheider Modellbauer stellen neben das im vergangenen Monat erschienene ’64er Ford Mustang Coupé aktuell eine neue Farbversion des Cabriolets in geschlossener Ausführung. Es ist demnach eine Frage der Zeit, wann auch das offene Cabriolet in einem neuen Farbkleid kommen wird. Die ersten von Ford ausgelieferten Mustang waren Cabriolets, die mit einer außergewöhnlich aufwendigen Kampagne beworben wurde, einschließlich frühem Product Placement. Interessant ist, dass Ford den Namen „Mustang“ in Deutschland nicht verwenden durfte, da diese Bezeichnung sowohl von Krupp wie auch von Kreidler geschützt waren. Bis zum Jahr 1979 lautete die offizielle Bezeichnung „Ford T5“.

Bleiben wir in den USA und bei Fahrzeugen aus dem Ford-Imperium. Im Jahr 1952 entstand die „Continental Division“ als selbständige Marke innerhalb des Ford-Konzerns. Der Zweck war, den etwas in Schwierigkeiten geratenen Konzern mit Luxusautomobilen wieder auf Erfolgsspur zu bringen. Dabei sollten die Fahrzeuge von Continental oberhalb von Lincoln, Cadillac und Imperial angesiedelt werden. So entstand der Continental Mark II, ein luxuriöses Coupé, das nur für eine kurze Zeit von 1956 bis 1957 angeboten wurde. Während dieses Zeitraums verließen gerade mal 2994 Einheiten die Werkhallen, der Continental Mark II erwies sich als ziemlicher Flop, zumal Ford bei jedem produzierten Fahrzeug draufzahlte. Bei Wiking erschien das Modell des (Ford) Continental Mark II im Jahr 1959, zunächst ohne, ab 1968 mit Zughaken, der jedoch inzwischen wieder entfernt wurde. Friedrich Peltzer ordnete das Modell unter dem Namen Ford in sein Sortiment ein, obwohl der Continental Mark II nie diesen Familiennamen besaß. Aber so ließ er sich in Deutschland wohl besser verkaufen. Ford klingt einfach vertrauter als Continental. Zudem erhoffte sich Peltzer, mit der Miniatur (wie auch mit dem Chevrolet Malibu) den US-Markt erschließen zu können. Die neue Farbgebung in Bright Caramel Metallic wirkt extrem extravagant, halt passend zum Original. Wer genau hinschaut, erkennt durch die Verglasung eine Inneneinrichtung, ein Novum bei diesem Modell. Es hat 67 Jahre darauf warten müssen.

Ein weiteres Kultautomobil, sowohl im Maßstab 1:1 als auch in 1:87, bereichert die August-Neuheiten von Wiking. Vom Land Rover 88 Series II bringen die Lüdenscheider Modellbauer eine sehr authentische Ausführung in einem dunklen Lindgrün mit farblich passenden Felgen. Die Türgriffe sind in Schwarz abgesetzt, und auf der rechten Seite deutet Wiking einen Tankdeckel an, eine nette Idee. Warum dies manche Zeitgenossen zum Anlass nehmen, ihre Bestellung beim Händler zu stornieren, kann der Verfasser nicht nachvollziehen. Was soll’s! Dem Modell liegen ein Reserverad und ein Benzinkanister zur weiteren Gestaltung bei. Die Series II wurde bei Land Rover im Jahr 1958 eingeführt und unterschied sich von der ersten Serie durch eine breitere und Karosserie mit „Schultern“, mehr Leistung, neue Türscharniere sowie zierlichere Seitenschweller. Wiking hat die gelungene Miniatur seit 1962 im Katalog, sie wurde seitdem in unzähligen Farbvarianten immer wieder neu aufgelegt.

Es gibt wieder einen „neuen“ VW Ur-Bulli im Angebot von Wiking, einen VW T1a als Kundendienstfahrzeug des Baumaschinen- und Nutzfahrzeugherstellers Kaelble aus Backnang. Das Unternehmen wurde 1884 in Cannstatt gegründet und siedelte 1895 nach Backnang um. In den 60er- und 70er-Jahren war Libyen einer der Hauptabnehmer von schweren Zugmaschinen uns sorgte für stabile Umsätze. Nach dem Anschlag von Lockerbie 1988, als ein Handelsembargo gegen den hinter dem Anschlag vermuteten Staat Libyen verhängt wurde, brachen die Umsätze ein. Der unvermeidliche Konkurs folgte im Jahr 1996. Der VW T1a erinnert an bessere Zeiten von Kaelble. Auf der Front prangt statt des VW-Zeichens das Logo des Unternehmens.

Lastwagen und landwirtschaftliche Fahrzeuge

Kommen wir zur erfreulichen Formneuheit der August-Neuheitenlieferung, den Henschel HS 140 Pritschenlastwagen. Das auf der Spielwarenmesse vorgestellte Modell entstand aus der Kombination eines neuen Fahrgestells mit bekannten Bauten (Fahrerhaus, Pritsche) und schwuppdiwupp ist ein neues Modell geboren. Zur Premiere erscheint der HS 140 in den historischen Farben der Deutschen Bundesbahn und ergänzt damit die vielen derart gestalteten Wiking-Modelle. Der Fernlastwagen hatte eine Leistung von 192 PS bei einem Hubraum von 11 Litern. Die Höchstgeschwindigkeit des mit einem Schnellgetriebe ausgerüsteten Lastwagens betrug maximal 100 Stundenkilometer. Weitere Versionen mit Kofferaufbau und Flachpritsche, gerne auch mit Anhänger, werden sicher bald folgen.

Die Magirus Deutz Eckhauber-Zugmaschine des Typs 310D 16S wird bei Wiking zum zweiachsigen Abschleppwagen umgewandelt. Dazu erhält sie die Lastpritsche der Faun F 610/36 SA Schwerlastzugmaschine, ergänzt um dem Kranaufbau des historischen Feuerwehr Rüstwagens. Diese Kombination passt hervorragend. Ob das Modell nun aus der Verwertung von überzähligen Magirus Deutz-Zugmaschine des Flachpritschensattelzugs mit Containern (Artikelnummer 0554 05) entstanden ist und der Auflieger beim kürzlich erschienen Faun Flachpritschensattelzug weitere Verwendung fand, sei dahingestellt. Dem Verfasser liegen hier keine Informationen aus erster Hand vor, er hat aber auch nicht nachgefragt. Es spielt eigentlich keine Rolle. Wichtig ist, dass das Modell stimmig wirkt. Und das tut es, auch wegen der auf der Stoßstange montierten Zusatzscheinwerfer.

Das letzte Modell unserer Präsentation kommt aus der Landwirtschaft. Es handelt sich um den Steyr Typ 80 aus Österreich, der ab 1949 gebaut wurde und in einer Stückzahl von ungefähr 45.000 Exemplaren an die Landwirte unseres Nachbarlands verkauft wurde. Die Abnehmer waren vorwiegend kleinere und mittlere Betriebe. Bei Wiking erschien die filigrane Miniatur im Jahr 2015, die beiden bisherigen Varianten trugen als Hauptfarbe Grün. Jetzt kommt der Steyr 80 in den typischen Steyr-Farben Rot und Grau und erfreut damit die Sammler von landwirtschaftlichen Modellen, nicht nur aus Österreich.

Zubehör

In einer neuen Zubehörpackung bietet Wiking kurze und lange Baustämme (aus Kunststoff) als Ladegut für Rungenfahrzeuge an. Enthalten sind vier mal vier Baumstämme (1:87) in Dunkelbraun, Braunbeige, Hellbraun und Echtholz imitierend. Dazu gibt es noch zwei mal vier kurze Baumstämme (1:160) in Hellbraun und imitiertem Echtholz.

kr

Zum 70sten Geburtstag des Messerschmitt Kabinenroller KR 201 legt Wiking sein Modell in Schwarz erneut auf. Einziger „Farbpunkt“ ist die silberne Lackierung der Kotflügel.
Modellfotos: kr
Einen Meilenstein in der Historie der Fahrzeuge von BMW stellt der 2002 dar. Wiking liefert ihn als dritte Variante überhaupt jetzt in Weiß mit Streifen in den typischen Farben der BMW Motorsport-Abteilung, die im Jahr 1972 gegründet wurde, um die sportliche Aktivitäten von BMW in einer eigenständischen Firma zu konzentrieren.
Nach dem Ford Mustang Coupé des Baujahrs 1964 folgt nun die Cabriolet-Ausführung in Enzianblau mit geschlossenem, weißem Verdeck. Eine attraktive Kombination.
Ein absoluter Eyecatcher im Neuheitenpaket des Monats August, der (Ford) Continental Mark II in einem betörenden Bright Caramel Metallic, das durch den Klarlack noch brillanter wirkt. Erst bei genauem Hinsehen ist zu erkennen, dass erstmalig eine Inneneinrichtung verbaut ist. Gegen das neue Modell wirkt die alte lehmbraune Version richtig langweilig.
Viel hat sich beim Land Rover 88 Series II gegenüber der ersten Ausgabe nicht verändert. Fahrer und Reserverad sind entfallen, dafür gibt es schon lange ein Verdeck und neu beiliegend ein Reserverad und einen Benzinkanister zur Selbstmontage.
Jeder Hersteller von Lastwagen oder Baumaschinen unterhielt einen hauseigenen Kundendienst zur Wartung und Reparatur beim Kunden. So auch die Firma Kaelble aus dem schwäbischen Backnang. Wiking bringt einen VW T1a in den Hausfarben von Kaelble in den 50er Jahren.
Hurra, eine Formneuheit von Wiking, auch wenn die meisten Bauteile bekannt sind. Durch das neue Fahrgestell entsteht eine wichtige Neuheit, der zweiachsige Henschel HS 140 Lastwagen. Mit seiner Bundesbahn-Lackierung reiht er sich in die vielfältige Reihe von Wiking-Modellen in gleicher Gestaltung ein.
Egal, ob Resteverwertung oder nicht, der Magirus Deutz Eckhauber als Abschleppwagen sieht durchaus stimmig aus. Und er passt bestens zu den gleichfarbenen Flachpritschensattelzügen mit Magirus- und Faun-Zugmaschinen.
Der Steyr 80 Traktor erscheint neu in den typischen Farben von Steyr. Bisher gab es das Modell vorwiegend in Grün. Eine schöne Abwechslung.
Nein, das sind keine Mikado-Stäbe. In der neuen Zubehörpackung von Wiking sind die Baustämme natürlich aus Kunststoff in zwei Längen enthalten. Damit können Verladeszenen, zum Beispiel mit dem Seitenlader und Rungensattelzügen, gestaltet werden.

Steckbrief:

Wiking 0812 08 Messerschmidt KR 201 1956. Karosserie und Faltdach schwarz. Vordere Kotflügel silbern lackiert.  IA schwarzgrau. Felgen silbern. UVP 15,99 €.

0183 09 BMW 2002 „BMW Motorsport“ 1968. Karosserie weiß mit BMW-Motorsportstreifen. IA, und FG schwarz. Hintere Stoßstange und Felgen silbern. UVP 20,99 €

0205 46 Ford Mustang Cabriolet 1964 geschlossen. Karosserie enzianblau, Dach weiß. IA taubenblau. FG schwarz. Felgen silbern. UVP 18,99 €.

0210 03 Continental Mark II 1956. Karosserie Bright Caramel Metallic lackiert. IA braunrot. FG und Felgen silbern. Räder mit Weißwandreifen. UVP 19,99 €.

0100 06 Land Rover 88 Series II 1958. Karosserie, Verdeck und Felgen dunkellindgrün. IA chromoxidgrün, Lenkrad schwarz. FG grau. Beiliegend Ersatzrad und Reservekanister. UVP 18,49 €.

0788 20 VW T1a Kombi „Kaelble Kundendienst“ 1950. Karosserieoberteil und Radkappen maisgelb. Karosserieunterteil, Stoßstangen und Felgen blau. IA und FG schwarz. Stoßstangen mit maisgelben Zierleisten. UVP 24,49 €.

0415 01 Henschel HS 140 Pritschen-Lkw „Deutsche Bundesbahn“ 1955.  FH und Pritsche zeltgrau. IA, FG. Kotflügel, Kühlergrill und Felgen schwarz. Plane steingrau. UVP 27,99 €.

0634 11 Magirus Deutz 310 D 16 S Abschleppwagen 1971. FH, Pritsche und Felgen gelborange. IA basaltgrau. FG, Seilwinde und Kranaufbau braunrot. Kotflügel und Zusatzscheinwerfer schwarz. UVP 24,99 €.

0876 47 Steyr 80 Traktor 1949. Motorhaube und Kotflügel karminrot. FG, Motorblock und Sitz betongrau. Lenkrad und Auspuff schwarz. Felgen sandgelb. UVP 12,99 €.

0018 38 Zubehörpackung Baumstämme. Enthält 18 lange und 8 kurze Baumstämme in verschiedenen Brauntönen. UVP 9,99 €.