Andere Maßstäbe

News 1:12 KK-Scale BMW 3.0 CSL E9 1973

Das Batmobil im Maßstab eins zu riesig

Aus seinem unbeflügelten BMW E9 im Riesenmaßstab 1:12 macht KK-Scale nun den beflügelten, das Batmobile. Die schiere Größe garantiert eine eindrucksvolle Erscheinung. An der Karosserie selbst ändert KK-Scale nichts. Neu sind Flügel und Spoiler.

Wenn ein Auto einen Spitznamen bekommt, dann kann es sein, dass dieser so treffend ist, dass sich weitere ausschweifende Beschreibungen erübrigen. Beim Namen Batmobil taucht bei uns Modellautosammlern sofort die Erinnerung an das alte Corgi Toys-Modell auf, das 1966 erschien und trotz seiner furchterregenden Optik zu einem „Musthave“ der Modellauto-Geschichte wurde. Basierend auf einer futuristischen Designstudie von GM aus dem Jahre 1955, die seinerzeit von dem italienischen Karosseriebauer Ghia realisiert worden war, wurde es zu einem der berühmtesten Filmautos aller Zeiten. Es zeichnete sich durch wilde Fledermausflügel aus und wurde dadurch sieben Jahre später zum Namensgeber für eine Variante des BMW Coupés, das ansonsten rein gar nichts mit ihm gemein hat.

Die Basis ist die bekannte Baureihe E9, die als Vierzylinder geboren, ihre eigentliche Bestimmung als einer der ersten Träger des großartigen BMW-Reihensechszylindermotors fand, der auch im Rennsport eine lange und erfolgreiche Karriere hinlegen sollte. Und da sind wir auch schon beim Ursprung dieser spektakulären Version. Burkhard Bovensiepen, der Gründer von Alpina, der bekanntesten Tuningwerkstatt für BMW-Fahrzeuge, war auf der Suche nach einem Basisfahrzeug für einen Tourenwagen, der es mit den ebenfalls mit einem Sechszylinder antretenden Ford Capri aufnehmen konnte. Aus dieser Konstellation sollte ein ebenso langjähriges wie heißes Duell in der Geschichte des deutschen Tourenwagenrennsports werden. Die im Tiefflug und ohne störenden Bodenkontakt den Nürburgring umkreisenden Kontrahenten zierten als Poster das Jugendzimmer des Autors dieser Zeilen.

Verglichen mit heutigen Sondermodellen von BMW, die nach allgemeinen Standards hyperperfekt und bis ins letzte Detail sowohl technisch als auch gestalterisch ausgefeilt sind, sehen wir hier, despektierlich gesagt, eine recht hemdsärmlig ausgeführte Bastelbude, die vor Ungereimtheiten nur so strotzt, aber wohl gerade deswegen einen unbestreitbaren Kultstatus erlangt hat. Belege gefällig? Kein vorderer Stoßfänger, stattdessen ein schneepfluggroßer Frontspoiler, ergänzt durch Luftleitbleche auf den Kotflügeln. Es gab Serienchrom allenthalben, aber eine mattschwarze Stoßstange hinten, und – um die Verwirrung komplett zu machen – verchromte Radläufe aus dem Zubehör und nicht aus der Rennsportabteilung. Doch damit nicht genug, es gibt noch einen leger geschraubten Dachkantenspoiler und schließlich den riesigen Heckspoiler, der für den Spitznamen dieses Konglomerates verantwortlich zeichnet. Den bekam der stolze Käufer im Kofferraum verpackt mitgeliefert. Wir fragen uns, ob das Projekt wohl so geheim war, dass die Designabteilung nicht involviert wurde. Die Fuhre rollte auf Alpina-Speichenfelgen, deren Dimension wiederum brav und alltäglich war. Im Inneren gab es Schalensitze und ein klassisches Sportlenkrad.

Was das Fahren angeht, war das Auto wohl sehr viel stimmiger und erzielte zahlreiche Erfolge. Aber auch die Serienausführung brachte es auf erstaunliche 1265 Exemplare, von denen ein großer Teil noch existieren dürfte.

Dieses eigenwillige Geschoss bevölkert nun auch die ständig wachsende 1:12er Produktpalette von KK Scale. Dort basiert es wie im richtigen Leben auf der bereits vorhandenen Serienausführung und daraus ergibt sich die Möglichkeit einer interessanten Gegenüberstellung. Die Qualitäten sind im Wesentlichen deckungsgleich. Die Unterschiede wurden sauber und weitgehend vollständig herausgearbeitet. Dass die breit verchromten Radläufe sich mit einer silbern lackierten Darstellung begnügen, fällt mehr auf als bei den Scheibenrahmen, was speziell bei unserem weißen Muster ein wenig schade ist. Es gibt den CSL noch in Hellgrünmetallic, wo er noch weniger nach Rennwagen aussieht, und in Schwarz, was den Batmobil-Charakter unterstreicht. Wir haben uns für Chamonixweiß entschieden, weil das im Zusammenhang mit den dreifarbigen Zierstreifen der Rennsportausführung am nächsten kommt.

mh

Die frechen bayrischen Sportfreaks hatten einen Lauf. Erst präsentierten sie den 2002 Turbo mit spiegelverkehrtem „Turbo“-Schriftzug im Frontspoiler und nach diesem „Skandal“ trauten sie sich, den nicht weniger halbstarken 3.0 CSL auf der unendlich seriöseren Basis des E9er-Coupés zu kreieren. Da hatten es die Modellentwickler mal leicht mit dem Variantenmachen. Was hier gesteckt wird, ist es auch im Original.
Modellfotos: bat

Steckbrief:

KK Scale 120232 BMW 3.0 CSL E9 1973 weiß. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:12. UVP 199,95 €.