i-Pause-Icks
Kein komplettes BMW-Portfolio ohne iX. Minichamps widmet sich des Elektro-SUV in allen drei Maßstäben, 1:18 ist bereits am Markt, 1:43 ist nun neu und 1:87 angekündigt. Der erste 43er steht auf dem schwarzen Schreibtisch und wir erinnern uns an die Beschimpfung einer ganzen Generation durch BMW in der anfänglichen, heißen Diskussion über das iX-Design.
Es gibt Wörter, da muss man eine Zäsur beim Aussprechen machen, um sie korrekt auszusprechen. Die Deutsch-Schweiz zum Beispiel, bei deren Artikulation die ZDF-Meteorologin Katja Horneffer so schön Luft holt: „Deutsch-Pause-Schweiz“. So ist es auch beim BMW iX. Das „X“ spricht man phonetisch wie „Icks“ aus, und wenn noch ein „i“ davor ist, muss eine Pause dazwischen, wie bei Katja Horneffer: „i-Pause-X“.
In der Öffentlichkeit beschimpfte BMW eine ganze Generation, jene der Boomer, für ihre Kritik am Design des iX – welches durch die Herren Sawjer Li und Chris Lee unter Shuai Feng als „Head of BMW Designworks“ erfolgte, also ein rein chinesisches Design. Was war geschehen? Wieder mal stand das BMW-Design in der Kritik. So schrieb beispielsweise die welt.de, der iX habe „einen riesigen und seltsam gestauchten Kühlergrill“. Zunächst reagierte BMW cool mit einem Werbevideo, das die Kritiker zitierte. Schon das war ein riskantes Minenfeld, implizierte es doch, nur Spießer und Ewiggestrige würden die Genialität des neuen BMW-Designs nicht erkennen. Das wurde BMW als überheblich angekreidet. Als die Kritik danach nicht abriss, platzte den BMW-Marketingstrategen die Hutschnur, und am 16. November 2020 veröffentlichten die Münchner auf dem BMW-Kanal auf dem damals noch Twitter heißenden Nachrichtensender die Worte, „OK, Boomer. Was ist dein Grund, dich nicht zu verändern?“
Nun muss man wissen, dass „OK, Boomer“ ein stereotyper Ausdruck der jüngeren Generation ist, um die Ansichten und die Haltung der Boomer-Generation zu diskreditieren: engstirnig, veraltet, egoistisch et cetera, vor allem in Bezug auf die Probleme, mit denen sich die jüngere Generation identifiziert: Wokeness, Klimawandel, technischer Fortschritt… Mit „OK Boomer“ antwortet der Sohn seinem Vater, wenn er ihm zu verstehen geben möchte, ihn nicht ernst zu nehmen, weil er schlichtweg zu alt sei, um die Probleme der Zeit zu erfassen. Das kann und sollte man als Fahrzeughersteller, der seine Produkte verkaufen möchte, natürlich nicht tun, und so entschuldigte sich BMW in Folge dafür. Aber die Erinnerung an die Käuferbeschimpfung bleibt unverbrüchlich mit dem BMW iX verbunden.
Das BMW-Elektro-SUV basiert auf der Studie Vision iNext, Ende 2018 in Los Angeles präsentiert, und ging drei Jahre später in Serie. Mittlerweile gibt es sportliche Versionen namens iX M60 und iX M70, und Anfang 2025 erfolgte eine leichte Modifikation. Ganz wichtig dabei: die beleuchtbare Niere. Das Minichamps-Modell stellt die Vor-Facelift-Version dar, nunmehr in 1:43 wie zuvor schon in 1:18 (Caramini-online vom 10. Oktober 2024). Das Modell trägt 22-Zoll-Aerodynamikräder 1025M Multicolor 3D-Glanzschliff (tatsächlich heißen Räder heute so!) für 1200 Euro Aufpreis. Und der BMW trägt Blau, weil BMW der Meinung ist, Strom werde durch blaue Farbe charakterisiert. Das „BMW i Signature Blue Package“ umfasst etwas unbeholfene blaue Strichbetonungen an Front- und Heckschürze sowie eine nicht horizontale Linie, die unmotiviert am unteren Türenabschluss verläuft, parallel zu einer ebenso unmotivierten, nach oben ansteigenden Sicke. Zuerst erschien das Modell in Storm Bay Metallic, einem sehr dunklen, fast schwarzen Graumetallic, angekündigt sind Schwarzmetallic und Dunkelrotmetallic, jeweils mit blauen „Strom-Akzenten“.
afs


Modellfotos: bat
Steckbrief:
Minichamps 24300 BMW iX (I20) 2021 anthrazitmetallic. Fertigmodell Zinkdruckguss, Maßstab 1:43 Auflage 336 Exemplare. UVP 59,95 Euro.